„Ciao“und dann zu PSG?

GI­AN­LU­I­GI BUF­FON Tor­hü­ter ver­lässt Ju­ven­tus nach 17 Jah­ren

Tageblatt (Luxembourg) - - Forum -

Gi­an­lu­i­gi Buf­fon ver­lässt sein ge­lieb­tes Ju­ven­tus Tu­rin nach 17 Jah­ren. Das muss aber noch nicht das En­de sein. Ges­tern Abend ver­mel­de­te die fran­zö­si­sche Ta­ges­zei­tung Le Pa­ri­si­en, dass der 40-Jäh­ri­ge zu Pa­ris Sain­tGer­main wech­seln könn­te. Die Trä­nen blie­ben aus, das end­gül­ti­ge „Ciao“auch. Nach 17 be­weg­ten Jah­ren nimmt das le­ben­de Tor­wart-Denk­mal Gi­an­lu­i­gi Buf­fon Ab­schied von sei­ner gro­ßen Lie­be Ju­ven­tus Tu­rin – doch das muss es nicht ge­we­sen sein.

Ob der ita­lie­ni­sche Welt­meis­ter von 2006 künf­tig bei ei­nem an­de­ren Ver­ein auf dem Platz ste­hen wird, ließ er (noch) of­fen. „Ich ha­be in­ter­es­san­te An­ge­bo­te, so­wohl als Spie­ler als auch für Funk­tio­nen au­ßer­halb des Plat­zes“, sag­te er ges­tern. Fest steht le­dig­lich, dass Buf­fon im Al­ter von 40 Jah­ren am Sams­tag ge­gen den Ab­stei­ger Hel­las Ve­ro­na sein letz­tes Spiel für die „Al­te Da­me“be­strei­ten wird. „Ich hat­te im­mer be­fürch­tet, das En­de mei­ner lan­gen Rei­se bei Ju­ven­tus zu ver­kün­den, nach­dem mein Ze­nit über­schrit­ten ist, doch das ist nicht der Fall“, sag­te der Ka­pi­tän.

Am En­de sei­ner Zeit in Tu­rin wird er 640 Spie­le in der Se­rie A so­wie 117 Par­ti­en in der Cham­pi­ons Le­ague ab­sol­viert ha­ben. „Ich wer­de nach mei­nem letz­ten Spiel ein paar Ta­ge brau­chen, um al­les zu re­flek­tie­ren, und mich dann ent­schei­den“, sag­te der ita­lie­ni­sche Re­kord-Na­tio­nal­spie­ler (175 Spie­le). Nur so viel: „Ich wer­de nicht in un­te­ren Li­gen en­den.“Gior­gio Chiel­li­ni soll Buf­fon als Juve-Spiel­füh­rer be­er­ben.

Ei­gent­lich soll­te 2018 noch ein­mal das gro­ße Jahr des „ewi­gen Gi­gi“wer­den: noch ein­mal die gro­ße Büh­ne bei der Welt­meis­ter­schaft in Russ­land, noch ein­mal ein An­griff auf den „Hen­kel­pott“der Cham­pi­ons Le­ague. Doch be­reits im No­vem­ber 2017 schlug Teil eins des Plans fehl, als Ita­li­en in den Play-offs zur WM in Russ­land an Schwe­den schei­ter­te. Buf­fon wein­te bit­te­re Trä­nen und trat aus der Squa­dra Az­zur­ra zu­rück. Fünf Mo­na­te spä­ter ver­ab­schie­de­te er sich mit wüs­ten Be­schimp­fun­gen ge­gen Schieds­rich­ter Micha­el Oli­ver aus der Cham­pi­ons Le­ague. „Fahr zur Höl­le!“, hat­te Buf­fon dem eng­li­schen Re­fe­ree auf dem Platz ent­ge­gen­ge­schrien und war mit Rot vom Platz ge­flo­gen. Ges­tern bat er für sei­ne der­ben Wor­te um Ent­schul­di­gung.

In die Uns­terb­lich­keit ho­ben ihn die Fans in Tu­rin be­reits vor zwölf Jah­ren. Als Tu­rin in­fol­ge des Ma­ni­pu­la­ti­ons­skan­dals in Ita­li­en in die 2. Li­ga ab­stieg, blieb Buf­fon sei­ner Lie­be treu – und kehr­te mit ihr so­fort in die Erst­klas­sig­keit zu­rück. Mitt­ler­wei­le ist Juve mit sie­ben Scu­det­ti in Fol­ge wie­der die un­an­ge­foch­te­ne Num­mer eins in Ita­li­en. Der 14. Tri­umph in der Cop­pa Ita­lia mach­te die ins­ge­samt er­folg­rei­che letz­te Sai­son des Kee­pers per­fekt. „Ju­ven­tus bleibt wie ei­ne Fa­mi­lie für mich“, sag­te er. An­schul­di­gun­gen, Buf­fon ha­be il­le­gal auf Par­ti­en der Se­rie A ge­wet­tet, lie­ßen sich bis­her nicht be­stä­ti­gen. Auch we­gen der Ver­wen­dung rechts­ex­tre­mer Sym­bo­lik ist der Ita­lie­ner mehr­fach in die Kri­tik ge­ra­ten. Bei Ju­ven­tus und zahl­rei­chen Fuß­ball­fans bleibt „Gran­de Gi­gi“aber un­be­rührt. Sie hof­fen auf ei­nen Ver­bleib ih­rer Le­gen­de in Tu­rin – und dür­fen sich wohl be­rech­ti­ge Hoff­nun­gen ma­chen. „Wenn je­mand mich braucht“, sag­te Buf­fon, „wird Juve im­mer mei­ne ers­te Wahl sein.“(SID)

„Gi­gi“Buf­fon will sich noch et­was Zeit las­sen, um über ei­ne Fort­set­zung sei­ner Kar­rie­re zu ent­schei­den (Fo­to: AFP/Ja­vier So­ria­no)

Newspapers in German

Newspapers from Luxembourg

© PressReader. All rights reserved.