Zwei­mal un­er­schüt­ter­lich

ANA­LY­SE End­spiel zwei­er Ein­hei­ten und vie­ler Ein­zel­kön­ner

Tageblatt (Luxembourg) - - Russia 2018 -

Frank­reich und Kroa­ti­en spie­len im Lu­sch­ni­ki-Sta­di­on von Mos­kau am mor­gi­gen Sonn­tag (17.00 Uhr) den Sie­ger der 21. Fuß­ball-WM aus. In der Ana­ly­se des Sport-In­for­ma­ti­ons-Di­ens­tes (SID) gibt es im Vor­feld kei­nen Ge­win­ner.

Bei­de Teams ha­ben sich als wür­dig er­wie­sen. Auf und ne­ben dem Platz über­zeug­ten sie als un­er­schüt­ter­li­che Ein­hei­ten, als Mann­schaf­ten – und das nicht nur zu Mar­ke­ting­zwe­cken. Her­aus­ra­gen­de Ein­zel­kön­ner wie Him­mels­stür­mer Ky­li­an Mbap­pé oder Welt­klas­se-Spiel­ma­cher Lu­ka Mod­ric stell­ten sich in den Di­enst des Kol­lek­tivs, ih­re Trai­ner Di­dier De­schamps und Zlat­ko Da­lic leg­ten als Ar­chi­tek­ten die Fun­da­men­te des Er­folgs.

TOR­HÜ­TER: In ei­nem Tur­nier mit vie­len erst­klas­si­gen Tor­hü­tern rag­ten Hu­go Llo­ris und Da­ni­jel Su­ba­sic her­aus. Der Fran­zo­se in Di­ens­ten von Tot­ten­ham Hot­spur galt schon im­mer als zu­ver­läs­sig, ge­gen Uru­gu­ay und Bel­gi­en wuchs er bei ei­ni­gen Pa­ra­den über sich hin­aus. Llo­ris geht als Ka­pi­tän vor­an, aber auch Su­ba­sic gilt in sei­nem Team als Füh­rungs­spie­ler – und si­che­rer Rück­halt mit dem Ruf ei­nes Elf­me­ter­kil­lers. Un­ent­schie­den.

AB­WEHR: Bei­de Mann­schaf­ten spie­len mit ei­ner Vie­rer­ket­te. Die Fran­zo­sen um Ra­phaël Va­ra­ne und Sa­mu­el Um­ti­ti ste­hen den Kroa­ten an Hu­mor­lo­sig­keit im Abräu­men in nichts nach. Bei­de Mann­schaf­ten ha­ben gu­te Au­ßen­ver­tei­di­ger als An­trei­ber. Die Fran­zo­sen aber sind ins­ge­samt tech­nisch stär­ker und schnel­ler. Vor­teil: Frank­reich.

MIT­TEL­FELD: Bei den Fran­zo­sen ist schon mal die Fra­ge, wer über­haupt im Mit­tel­feld spielt. Auf je­den Fall die bei­den eher de­fen­siv aus­ge­rich­te­ten Paul Pog­ba und N’Go­lo Kan­té. Da­zu kommt Blai­se Ma­tui­di, ei­ne Art ver­kapp­ter Links­au­ßen. Ei­nen Re­gis­seur wie Lu­ka Mod­ric, der von den de­fen­si­ve­ren Ivan Ra­ki­tic und Mar­ce­lo Bo­zo­vic un­ter­stützt wird, ha­ben sie nicht. Vor­teil: Kroa­ti­en.

AN­GRIFF: Bei den Fran­zo­sen soll An­toi­ne Griez­mann in Er­man­ge­lung ei­nes Re­gis­seurs wie Mod­ric al­les ma­chen. Bäl­le ho­len, Bäl­le ver­tei­len, To­re schie­ßen. Olivier Gi­roud ar­bei­tet, ist bis­lang aber ein Aus­fall. Ky­li­an Mbap­pé ist ei­ne kaum be­re­chen­ba­re Ge­fahr für je­de Ab­wehr, braucht aber Platz, um sei­ne Schnel­lig­keit aus­zu­spie­len. Bei den Kroa­ten bil­den Ivan Pe­ri­sic, Ma­rio Mand­zu­kic und An­te Re­bic ein we­sent­lich har­mo­ni­sche­res Trio. Un­ent­schie­den.

FIT­NESS: Frank­reich muss­te in der K.o.-Run­de drei­mal nur 90 Mi­nu­ten spie­len. Kroa­ti­en muss­te drei­mal über 120 Mi­nu­ten ge­hen, hat in der K.o.-Run­de al­so um­ge­rech­net vier Spie­le be­strit­ten. Vor­teil: Frank­reich.

EIN­STEL­LUNG: Frank­reich wirkt sta­bil, be­wies vor al­lem ge­gen Bel­gi­en Biss, hol­te im Ach­tel­fi­na­le ge­gen Ar­gen­ti­ni­en ei­nen Rück­stand auf, neigt aber auch zur Über­heb­lich­keit. Kroa­ti­en hat in der K.o.-Run­de drei­mal zu­rück­ge­le­gen und dann ge­won­nen. Die­ses Team ist erst be­siegt, wenn das Flut­licht aus­geht. Vor­teil: Kroa­ti­en. (SID)

Si­me Vr­sal­j­ko (l.) ge­gen An­toi­ne Griez­mann (r.): Hu­mor­lo­ser Ver­tei­di­ger ge­gen Re­gis­seur

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