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FRANZÖSISCHER NA­TIO­NAL­FEI­ER­TAG Fran­zo­sen wün­schen sich ei­nen Etap­pen­sieg

Tageblatt (Luxembourg) - - Sport | Tour De France - Pas­cal Gil­len aus Char­tres

Im letz­ten Jahr voll­brach­te War­ren Bar­guil das Meis­ter­stück, die Etap­pe am 14 Juil­let zu ge­win­nen. Seit dem Sieg von Da­vid Mon­cou­tié 2005 war­te­ten die Fran­zo­sen auf ei­nen Sieg am 14. Ju­li. Bei die­ser Tour fährt Bar­guil für For­tu­neo-Sam­sic, das bis jetzt noch nicht auf sich auf­merk­sam ma­chen konn­te. Der Sturm auf die Bas­til­le 1789 gilt für die Fran­zo­sen als Ge­burts­stun­de der Fran­zö­si­schen Re­vo­lu­ti­on. Die lei­den­den Bür­ger wa­ren da­mals nicht mit der Ver­fas­sung zu­frie­den und stürm­ten das da­ma­li­ge Ge­fäng­nis. 229 Jah­re spä­ter spie­len sich wie­der stür­mi­sche und teils chao­ti­sche Bil­der auf den Stra­ßen Frank­reichs ab. Seit dem Be­ginn der Tour geht es sehr hek­tisch zu, vie­le Fah­rer stürz­ten be­reits und ei­ni­ge muss­ten Ent­täu­schun­gen hin­neh­men. Als Na­tio­nal­fei­er­tag ist der 14. Ju­li im­mer ei­ne be­lieb­te Etap­pe bei den Ein­hei­mi­schen. Seit 1947 ge­wan­nen 16 Fran­zo­sen am Tag des Be­ginns der Re­vo­lu­ti­on, dar­un­ter Vin­cent Bar­teau, Lau­rent Ja­l­a­bert oder Richard Vi­ren­que.

2005 ge­wann Da­vid Mon­cou­tié, be­vor es zwölf Jah­re dau­er­te, ehe es wie­der mit ei­nem Heim­sieg klapp­te. Da die Tour im letz­ten Jahr be­reits ei­ne Wo­che frü­her als die dies­jäh­ri­ge star­te­te, be­fand man sich be­reits auf ei­ner schwie­ri­gen Etap­pe in den Py­re­nä­en. War­ren Bar­guil konn­te da­mals noch im Dress der Sun­we­bMann­schaft den Etap­pen­sieg ein­fah­ren. Heu­te fährt der letzt­jäh­ri­ge Sie­ger der Berg­wer­tung für das Team For­tu­neo-Sam­sic. „Es wird in­tern dar­über ge­re­det, aber heu­te wird es schwer. Es sind schö­ne Er­in­ne­run­gen für ihn, aber heu­te wird er nicht ge­win­nen“, so der Sport­li­che Lei­ter Sé­bas­ti­en Hi­n­ault. Auf ei­ner fla­chen Etap­pe, die al­ler Vor­aus­sicht nach im Mas­sen­sprint en­den wird, wird der Ka­pi­tän kei­ne Rol­le spie­len. „Es ist wahr, dass es im­mer et­was Be­son­de­res ist, wenn ein Fran­zo­se am Na­tio­nal­fei­er­tag ge­winnt. Aber die aus­län­di­schen Fah­rer ma­chen dir kei­ne Ge­schen­ke, nur weil Na­tio­nal­fei­er­tag ist.“Das Team um Bar­guil hat kei­nen ech­ten Sprin­ter da­bei, der Etap­pen ge­win­nen kann. Des­we­gen wird das Team um den ehe­ma­li­gen Rad­fah­rer Hi­n­ault auf Aus­reiß­ver­su­che kon­zen­triert sein. „Es ist nicht die­se Etap­pe, auf der wir die größ­ten Sieg­chan­cen ha­be. Aber wir wer­den es den­noch ver­su­chen. Wir ha­ben je­den Tag die Mög­lich­keit, uns zu zei­gen. Ob es nun am 14. Ju­li ist oder nicht. Den­noch wä­re es na­tür­lich was ganz Be­son­de­res, heu­te zu ge­win­nen“.

Die aus der Bretagne stam­men­de Mann­schaft be­steht bei der Tour als ein­zi­ge Mann­schaft aus Fah­rern, die al­le­samt die­sel­be Na­tio­na­li­tät auf­wei­sen. Al­le fah­ren sie un­ter der Blau-Weiß-Ro­ten Flag­ge. „Wir sind ei­ne Mann­schaft aus der Bretagne, des­we­gen möch­ten wir vor al­lem Fah­rer aus der Re­gi­on bei uns fah­ren las­sen. Wir su­chen nicht nur da­nach, aber wenn wir ei­nen aus der Bretagne ho­len kön­nen, dann tun wir dies“, er­klärt Hi­n­ault wei­ter. Die Phi­lo­so­phie der Mann­schaft, die im Ver­gleich zu den an­de­ren Teams über ein eher klei­nes Bud­get ver­fügt, freut sich den­noch über ih­ren pro­mi­nen­tes­ten Neu­zu­gang. Seit die­ser Sai­son fährt der Bre­to­ne Bar­guil für For­tu­neo. Vor der Tour er­ziel­te der 25-Jäh­ri­ge mit ei­nem 17. Platz bei Pa­ris-Nice oder ei­nem 19. Platz beim Crité­ri­um du Dau­phiné nicht die ge­wünsch­ten Er­geb­nis­se. In der Pres­se wur­de laut, dass der Bre­to­ne nicht fit ge­nug für die Gran­de Bou­cle sei. „Sei­ne Vor­be­rei­tung lief op­ti­mal, er ist in ei­ner gu­ten Ver­fas­sung. Dass er nun 26. in der Ge­samt­wer­tung ist, ist nicht aus­sa­ge­kräf­tig“, so Hi­n­ault. 1:57 Mi­nu­ten hat der Vor­jah­res-Zehn­te be­reits Rück­stand auf Van Aver­maet. „War­ren wird erst mal für die Etap­pen­sie­ge zu­stän­dig sein und dann wer­den wir se­hen, wie wir tak­tie­ren und wie wir fort­fah­ren.“

Über 181 km wird es auf ei­ner fla­chen Etap­pe heu­te von Dreux nach Ami­ens Mé­tro­po­le ge­hen.

War­ren Bar­guil hat­te letz­tes Jahr die Etap­pe am 14. Ju­li ge­won­nen

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