Ein gro­ßer Un­ter­schied zu Pa­ris-Rou­baix

9. ETAP­PE Fah­rer müs­sen sich am Sonn­tag auf Kopf­stein­pflas­ter um­stel­len

Tageblatt (Luxembourg) - - Sport | Tour De France -

Am mor­gi­gen Sonn­tag wer­den die ein­zi­gen Kopf­stein­pflas­ter-Pas­sa­gen der dies­jäh­ri­gen Tour be­fah­ren wer­den. Vie­le Fah­rer ha­ben vor dem Ter­rain Re­spekt. Das Ge­samt­klas­se­ment könn­te mor­gen noch mal an­ders aus­se­hen. Zwei Team-Füh­rungs­kräf­te sind sich da­bei si­cher, dass die­ses Teil­stück nicht mit ei­nem Ein­ta­ges­klas­si­ker zu ver­glei­chen ist. Auch Marc Ma­di­ot sieht die Etap­pe des Na­tio­nal­fei­er­tags als et­was Be­son­de­res an. Der Ma­na­ger von Grou­pa­ma-FDJ will die­ses Wo­che­n­en­de an­grei­fen, da Sprin­ter Arn­aud Dé­ma­re bis jetzt nicht die ge­wünsch­ten Er­geb­nis­se ein­fah­ren konn­te. Wäh­rend er für heu­te Chan­cen auf den Sieg sieht, ist er für mor­gen eher skep­tisch. „Es ist nicht von uns ab­hän­gig. Es wird auf die Po­si­tio­nen der Team­ka­pi­tä­ne an­kom­men. Wenn kei­ner fehlt, wer­den al­le ver­su­chen, si­cher und ab­war­tend zu fah­ren. Kei­ner will stür­zen, kei­ner will dann was ris­kie­ren. Des­we­gen kann es aber auch zu ei­nem Mas­sen­sprint kom­men“, so der Fran­zo­se. „Wenn ei­ner feh­len wird, kann es hek­tisch wer­den und es wird viel pas­sie­ren. Das Feld wird nicht auf ab­ge­schla­ge­ne Fah­rer war­ten.“

Bei den bis­he­ri­gen vier Sprin­tan­künf­ten, bei de­nen Dé­ma­re et­was hät­te er­rei­chen kön­nen, schlug der 26-Jäh­ri­ge le­dig­lich ei­nen drit­ten Platz her­aus. „Wir ha­ben am Wo­che­n­en­de die Chan­ce, uns zu zei­gen, und wol­len auch was er­rei­chen“, so Ma­di­ot.

Das Ter­rain am heu­ti­gen Sams­tag kann Arn­aud Dé­ma­re ent­ge­gen­kom­men. Die fran­zö­si­sche Mann­schaft will sich je­doch bei je­der Etap­pe vor­ne prä­sen­tie­ren. „Es wird span­nend, weil man nicht weiß, was pas­siert. Auf Kopf­stein­pflas­ter kann es im­mer sehr dra­ma­tisch wer­den.“Den Un­ter­schied zu dem Ein­ta­ges­klas­si­ker Pa­ris-Rou­baix kennt der Fran­zo­se ge­nau. Er selbst konn­te das Ren­nen zwei­mal ge­win­nen. „Pa­ris-Rou­baix fährst du nur, um es zu ge­win­nen. Bei der Tour musst du dei­ne Lea­der schüt­zen, da geht es meis­tens eher um die Si­cher­heit. Zwi­schen den bei­den Ren­nen gibt es ei­nen gro­ßen Un­ter­schied. Die Hälf­te des Pe­lo­tons wird mor­gen aus Fah­rern be­ste­hen, die sich auf Kopf­stein­pflas­ter über­haupt nicht aus­ken­nen und nie­mals die 'Höl­le des Nor­dens' fah­ren wür­den.“

Ähn­lich sieht es ein Kol­le­ge von Quick-Step Floors, Tom Steels, der al­ler­dings mit sei­ner Mann­schaft ei­ne an­de­re Tak­tik wäh­len wird. „Ei­ne sol­che Etap­pe musst du ag­gres­siv und of­fen­siv an­ge­hen. Wir müs­sen mit die­ser Mann­schaft selbst­be­wusst in die Etap­pe ge­hen.“Mit Ni­ki Ter­ps­t­ra, Phil­ip­pe Gil­bert und Bob Jun­gels be­sitzt die bel­gi­sche Mann­schaft viel Qua­li­tät auf den Pa­vés. Dass es den­noch ein ex­trem schwe­res Ren­nen sein wird, ist dem Bel­gi­er be­wusst. „Es ist eher ein ge­fähr­li­ches als ein tak­ti­sches Ren­nen. Du musst im­mer vor­ne blei­ben und schau­en, was hin­ten pas­siert. Das ist die grund­le­gen­de Tak­tik. Da­nach kannst du dar­an den­ken, dass je­mand ei­nen An­griff setzt.“

Bob Jun­gels, der 2012 Pa­risRou­baix im Ju­gend­be­reich ge­wann, geht mit ho­hen Am­bi­tio­nen ins Ren­nen. „Er hat kei­ne Angst vor der Etap­pe. Er hat die Qua­li­tä­ten, die mor­gen ge­fragt sind. Wenn er kei­ne tech­ni­schen Pro­ble­me hat, kann er auch Zeit auf an­de­re ge­win­nen.“Nach dem Sport­li­chen Lei­ter wird aber auch das Wet­ter ei­ne Rol­le spie­len. Vor al­lem der Wind kann laut Steels ent­schei­dend sein.

Dass viel bei ei­ner sol­chen Etap­pen pas­sie­ren kann, weiß auch Jun­gels selbst. Bei sei­ner bis­her ein­zi­gen Kopf­stein­pflas­ter-Etap­pe bei der Tour de Fran­ce büß­te der Lu­xem­bur­ger 16:53 Mi­nu­ten auf den Sie­ger Tony Mar­tin ein. Da­mals war Jun­gels al­ler­dings noch Hel­fer von Bau­ke Mol­le­ma und er­wisch­te kei­ne gu­te Ta­ges­form, den­noch wird der 25-Jäh­ri­ge ge­warnt sein.

pg

Tom Steels (Quick-Step Floors)

Marc Ma­di­ot (Grou­pa­ma-FDJ)

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