War­nung vor ato­ma­rem Welt­krieg

ATOMMÄCHTE „Welt­po­li­ti­sche Ve­te­ra­nen“ap­pel­lie­ren an Prä­si­den­ten

Tageblatt (Luxembourg) - - Vorderseite - Von un­se­rem Kor­re­spon­den­ten Axel Eich­holz, Mos­kau

Vier nam­haf­te „Ve­te­ra­nen der Welt­po­li­tik“war­nen in ei­nem Ar­ti­kel der Mos­kau­er Ta­ges­zei­tung Kom­mer­s­ant vor der Ge­fahr ei­nes neu­en, ato­ma­ren Welt­kriegs. Der rus­si­sche Ex-Au­ßen­mi­nis­ter Igor Iwa­now, der ehe­ma­li­ge bri­ti­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Des­mond Brow­ne, der Vor­sit­zen­de der Mün­che­ner Si­cher­heits­kon­fe­renz, Wolf­gang Ischin­ger, und der frü­he­re US-Se­na­tor Sam Nunn for­dern die Chefs der Atommächte im eu­ro-at­lan­ti­schen Raum, Do­nald Trump, Wla­di­mir Pu­tin, Em­ma­nu­el Ma­cron und The­re­sa May, auf, bei der be­vor­ste­hen­den 100-Jah­res-Fei­er zur Be­en­di­gung des Ers­ten Welt­kriegs in Pa­ris ih­re Ab­leh­nung ei­nes Atom­krie­ges, in dem es kei­ne Sie­ger ge­ben kann, zu be­kräf­ti­gen.

Es sei not­wen­dig, das Ver­trau­en zwi­schen Russ­land, den USA und der NA­TO wie­der­her­zu­stel­len, so die Un­ter­zeich­ner. Dies sei für die Lö­sung der wich­tigs­ten Si­cher­heits­pro­ble­me er­for­der­lich. Es sei wäh­rend der ge­sam­ten Dau­er des Kal­ten Krie­ges ge­tan wor­den und müs­se auch heu­te ge­sche­hen, so der Ar­ti­kel.

Vier nam­haf­te „Ve­te­ra­nen der Welt­po­li­tik“war­nen in ei­nem Ar­ti­kel der Mos­kau­er Ta­ges­zei­tung Kom­mer­s­ant vor der Ge­fahr ei­nes neu­en, ato­ma­ren Welt­kriegs. Der rus­si­sche Ex-Au­ßen­mi­nis­ter Igor Iwa­now, der ehe­ma­li­ge bri­ti­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Des­mond Brow­ne, der Vor­sit­zen­de der Mün­che­ner Si­cher­heits­kon­fe­renz, Wolf­gang Ischin­ger, und der frü­he­re US-Se­na­tor Sam Nunn for­dern die Chefs der Atommächte in eu­roat­lan­ti­schen Raum, Do­nald Trump, Wla­di­mir Pu­tin, Em­ma­nu­el Ma­cron und The­re­sa May, auf, bei der be­vor­ste­hen­den 100-Jah­res-Fei­er seit der Be­en­di­gung des Ers­ten Welt­krie­ges in Pa­ris ih­re Ab­leh­nung ei­nes Atom­krie­ges, in dem es kei­ne Sie­ger ge­ben kann, zu be­kräf­ti­gen.

Ei­ne sol­che Er­klä­rung der Füh­rer der So­wjet­uni­on und der Ver­ei­nig­ten Staa­ten sei auf dem Hö­he­punkt des Kal­ten Krie­ges von al­len eu­ro­päi­schen Län­dern be­grüßt wor­den, heißt es in dem Ar­ti­kel. Heu­te wür­de ei­ne sol­che Ges­te zei­gen, dass sich die Füh­rer der Atommächte ih­rer Ver­ant­wor­tung für ge­mein­sa­me Schrit­te zur Ab­wen­dung ei­ner ato­ma­ren Ka­ta­stro­phe be­wusst sei­en.

Ri­si­ken von ato­ma­rem Ein­satz min­dern

Dies wür­de auch ei­ne Grund­la­ge für die Ver­min­de­rung von Ri­si­ken ei­nes Ein­sat­zes von Atom­waf­fen schaf­fen, mo­men­ta­ne Pro­ble­me mit dem INF-Ver­trag über die Ver­nich­tung von Mit­tel­stre­cken­waf­fen und mit der Ver­län­ge­rung des Start-3-Ver­trags bis 2026 be­sei­ti­gen hel­fen.

Es sei not­wen­dig, das Ver­trau­en zwi­schen Russ­land, den USA und der NA­TO wie­der­her­zu­stel­len, so die Un­ter­zeich­ner. Dies sei für die Lö­sung der wich­tigs­ten Si­cher­heits­pro­ble­me in der eu­roat­lan­ti­schen Re­gi­on er­for­der­lich, heißt es in dem Ar­ti­kel. Es sei wäh­rend der gan­zen Dau­er des Kal­ten Krie­ges ge­tan wor­den und müs­se auch heu­te ge­sche­hen. Die­ser Pro­zess könn­te mit der Wei­sung der Staats­chefs an ih­re Re­gie­run­gen be­gin­nen, den ge­gen­sei­tig vor­teil­haf­ten Dia­log zur Bei­le­gung von Kri­sen zu er­neu­ern. Das sei bei feh­len­dem Ver­trau­en be­son­ders wich­tig.

Im Kal­ten Krieg sei die­ser Dia­log nicht für po­li­ti­sche Si­gna­le an den Part­ner be­nutzt wor­den. Viel­mehr ha­be er als wirk­sa­mes In­stru­ment zur Steue­rung ge­fähr­li­cher mi­li­tä­ri­scher Ak­ti­vi­tä­ten ge­dient. Die Füh­rer der Län­der soll­ten sich die­ses wich­ti­ge In­stru­ment nicht neh­men las­sen. Es kön­ne un­ter Um­stän­den un­be­ab­sich­tig­te Zu­sam­men­stö­ße der Streit­kräf­te ver­hin­dern, nach de­nen den Füh­rern nur we­ni­ge Mi­nu­ten für die ver­häng­nis­vol­le Ent­schei­dung über den Atom­waf­fen­ein­satz blie­ben.

Der Ers­te Gro­ße Krieg, der 40 Mil­lio­nen Men­schen­le­ben da­hin­raff­te, sei von meh­re­ren wohl an­stän­di­gen eu­ro­päi­schen Po­li­ti­kern, die sich dar­über, was sie ta­ten, nicht im Kla­ren ge­we­sen sei­en, vom Zaun ge­bro­chen wor­den, heißt es wei­ter.

Mil­lio­nen To­te bin­nen we­ni­ger Mi­nu­ten

Heu­te ha­be man es mit ähn­li­chen Ri­si­ken fal­scher Vor­stel­lun­gen und Wahr­neh­mun­gen zu tun, die von der Ge­fahr des Ein­sat­zes von Atom­waf­fen ver­stärkt wür­den, die im­stan­de wä­ren, Mil­lio­nen Men­schen nicht in ei­nem vier Jah­re wäh­ren­den Schüt­zen­gra­ben­krieg, son­dern bin­nen we­ni­ger Mi­nu­ten zu tö­ten. Es ge­he da­bei um Cy­ber­ri­si­ken für Früh­war­nund Kon­troll­sys­te­me. Sol­che Ri­si­ken könn­ten in je­dem Mo­ment der Kri­se durch ir­ri­ge Vor­stel­lun­gen und un­be­ab­sich­tig­te Si­gna­le ent­ste­hen. All das spie­le sich vor dem Hin­ter­grund von Kri­sen in der Ukrai­ne und in Sy­ri­en, Flücht­lings­strö­men und Br­ex­it ab. In vie­len eu­roat­lan­ti­schen Län­dern tauch­ten Füh­rer auf, von de­nen man nicht wis­se, was von ih­nen zu er­war­ten sei, heißt es.

In Mos­kau fällt be­son­ders auf, dass sich Igor Iwa­now an der Ak­ti­on der „po­li­ti­schen Ve­te­ra­nen“be­tei­lig­te. Im März 2004 muss­te er den Mi­nis­ter­pos­ten an Ser­gej La­w­row ab­tre­ten, der die rus­si­sche Au­ßen­po­li­tik voll dem Prä­si­den­ten Pu­tin über­ließ. Pu­tin gab in letz­ter Zeit wie­der­holt Äu­ße­run­gen ab, in de­nen er die Mög­lich­keit ei­nes Atom­krie­ges nicht mehr aus­schloss.

Do­nald Trump hat­te an­ge­kün­digt, aus dem Abrüs­tungs­ver­trag INF mit Russ­land aus­zu­stei­gen

Newspapers in German

Newspapers from Luxembourg

© PressReader. All rights reserved.