„Je­der Tritt ein Britt, je­der Klaps ein Japs“

Tageblatt (Luxembourg) - - Erster Weltkrieg -

Auch im deutsch­spra­chi­gen Raum ope­rier­te man wäh­rend des Krie­ges mit­tels Pro­pa­gan­d­a­post­kar­ten. Ty­pisch bei den Kar­ten aus dem deut­schen Kai­ser­reich und aus Ös­ter­reich ist die Cha­rak­te­ri­sie­rung des Geg­ners als ängst­li­cher Ag­gres­sor, der sich in die Ho­sen macht und auf al­le mög­li­chen Ar­ten in die Flucht ge­schla­gen wird. Da­bei wer­den be­ste­hen­de Vor­ur­tei­le häu­fig vi­su­ell wie text­lich ver­stärkt: die Fran­zo­sen wer­den als fei­ge prä­sen­tiert, die Rus­sen als ver­laust und ver­sof­fen, die En­g­län­der als ver­lo­gen, der Ser­be als die­bisch, ...

Sch­lich­te Rei­me

Der deut­sche Sol­dat hin­ge­gen wird als stark und tap­fer ge­zeigt. Die Wort­bot­schaf­ten sind ein­fach und häu­fig auf sim­plis­ti­sche Rei­me auf­ge­baut. So bei­spiels­wei­se die oben ge­zeig­te Kar­te aus dem Jahr 1914, wo es heißt: „Je­der Schuss – ein Russ, Je­der Stoss – ein Fran­zos‘“. Ähn­li­che Kar­ten gibt es bei­spiels­wei­se mit den Zei­len „Je­der Tritt – ein Britt, Je­der Klaps – ein Japs“. Wei­te­re von sol­chen Kar­ten be­kann­te Pa­ro­len sind „Ser­bi­en muss ster­bi­en“oder auch „Gott stra­fe En­g­land – Ita­li­en stra­fen wir sel­ber“. fb

Deut­sche Pro­pa­gan­d­a­post­kar­te aus der An­fangs­zeit des Ers­ten Welt­kriegs 1914

„Ger­ma­ni­sche Kul­tu­ren“im Bri­tish Mu­se­um, 1918

An­läss­lich der Schlacht um die Cham­pa­gne, 1915

Newspapers in German

Newspapers from Luxembourg

© PressReader. All rights reserved.