„Ei­ne gro­ße Eh­re“

FRÉDÉ­RIC GUTENKAUF Der neue Ka­pi­tän der Et­zel­la Et­tel­brück

Tageblatt (Luxembourg) - - Basketball - Jen­ny Zey­en

Mor­gen tref­fen in der lau­fen­den Meis­ter­schaft zum ers­ten Mal die bei­den Vor­jah­res­fi­na­lis­ten Ami­ca­le St­ein­sel und Et­zel­la Et­tel­brück auf­ein­an­der. Im Ge­gen­satz zur letz­ten Sai­son wird Frédé­ric Gutenkauf die Nor­dis­ten dies­mal als Ka­pi­tän aufs Spiel­feld füh­ren. Ne­ben Do­mi­ni­que Ben­seg­hir und Jai­ro Del­ga­do (bei­de 33) ist der 25-jäh­ri­ge Frédé­ric Gutenkauf in­zwi­schen zu ei­nem der Rou­ti­niers im Et­tel­brü­cker Team avan­ciert. Die Ka­pi­täns­rol­le über­nahm er vor der ak­tu­el­len Spiel­zeit von Jai­ro Del­ga­do, der aus be­ruf­li­chen Grün­den we­ni­ger Zeit hat. „Als Jai­ro vor der Sai­son auf mich zu­kam und mich ge­fragt hat, ob ich die­se Rol­le ger­ne über­neh­men möch­te, war das ei­ne gro­ße Eh­re“, mein­te Gutenkauf, der von klein auf bei der Et­zel­la ak­tiv ist.

Dass die Wahl im End­ef­fekt ge­ra­de auf den äl­te­ren Gu­ten­kaufB­ru­der fiel, wun­dert nicht. Den Som­mer über trai­nier­te er et­wa mit den bei­den 17-jäh­ri­gen Nach­wuchs­ta­len­ten Sam Wolter und Eric Zen­ners und ver­sucht, den jün­ge­ren Spie­lern stets mit Rat und Tat zur Sei­te zu ste­hen: „Zu mei­ner Zeit war es Nel­son Del­ga­do, der die­se Rol­le in­ne­hat­te. Ich ha­be viel von ihm ge­lernt, auch wie man mit Nach­wuchs­spie­lern um­geht und auf phy­si­schem so­wie tak­ti­schem Ni­veau mit ih­nen ar­bei­ten muss, da­mit sie sich ver­bes­sern kön­nen“, er­klär­te der neue Et­zel­la-Spiel­füh­rer. Dass in Et­tel­brück in den letz­ten Jah­ren ei­ne wert­vol­le Nach­wuchs­ar­beit ge­leis­tet wur­de, macht sich be­son­ders seit die­ser Sai­son be­merk­bar. Ob­wohl meh­re­re Leis­tungs­trä­ger – Phil­ip­pe Gutenkauf, Yvan Del­ga­do, Do­mi­ni­que Ben­seg­hir oder auch Gil­les Pol­fer – sich in den ver­gan­ge­nen Wo­chen mit mehr oder we­ni­ger schlim­men Ver­let­zun­gen her­um­schlu­gen, war die Aus­wech­sel­bank des Vi­ze­meis­ters stets voll be­setzt. Kein an­de­res Team der To­tal Le­ague kann so ei­nen brei­ten Ka­der auf­wei­sen wie die Et­tel­brü­cker. Und so pro­fi­tiert die 2000er-Ge­ne­ra­ti­on, von der be­reits sechs Spie­ler zum Ein­satz ka­men, und sam­melt wert­vol­le Spiel­mi­nu­ten. „Die­se Ge­ne­ra­ti­on nutzt ih­re Chan­ce und gibt im Trai­ning auch im­mer Voll­gas. Für uns ist dies na­tür­lich ei­ne tol­le Si­tua­ti­on, denn dies pusht auch die rest­li­chen Spie­ler. Für sie ist es ei­ne gro­ße Chan­ce, dass sie be­reits mit 17 Jah­ren Ein­satz­mi­nu­ten be­kom­men. Sie pro­fi­tie­ren auch da­von, dass kaum Spie­ler der vor­he­ri­gen Ge­ne­ra­ti­on vor ih­nen ste­hen.“

Und so fährt die Et­zel­la Et­tel­brück heu­te auch als Co-Le­a­der zur Par­tie ge­gen Ti­tel­ver­tei­di­ger St­ein­sel. Bei­de Teams muss­ten sich bis­her in die­ser Sai­son nur ein­mal ge­schla­gen ge­ben. Gleich­zei­tig ist es auch das Du­ell zwi­schen der im Mo­ment bes­ten Of­fen­si­ve (Et­tel­brück, im Schnitt 95,7 Punk­te) und der bes­ten De­fen­si­ve (St­ein­sel, im Schnitt 67,7 Punk­te) der Li­ga. Auch wenn sich die Fans auf ei­ne at­trak­ti­ve Par­tie ein­stel­len dür­fen, misst ihr Frédé­ric Gutenkauf noch nicht zu viel Be­deu­tung bei: „Es ist noch früh in der Sai­son. Wenn die Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de vor­bei ist, kann man eher ab­se­hen, wo man wirk­lich steht.“

Dass St­ein­sel bis­her trotz der vie­len Ab­gän­ge zu den Spit­zen­teams ge­hört, über­rascht den 25Jäh­ri­gen je­doch nicht: „Sie ha­ben im­mer noch Rou­ti­niers wie Bob­by (Mel­cher) oder Pitt (Kos­ter) in ih­ren Rei­hen. Auch Yann Wolff (ehe­ma­li­ger Et­zel­la-Spie­ler, d.Red.) hat sei­ne Chan­ce ge­nutzt, was mich wirk­lich freut. Zu­dem ha­ben die bei­den US-Spie­ler ein­ge­schla­gen, was ja auch oft ei­ne Art Po­ker ist.“Dies ging üb­ri­gens auch bei der Et­zel­la voll auf.

Denn mit dem vor die­ser Sai­son ver­pflich­te­ten Pro­fi­spie­ler Tim Co­le­man kann der Vi­ze­meis­ter den ak­tu­el­len Top­s­corer der Li­ga auf­wei­sen (29 Punk­te im Schnitt). „Tim kam frisch vom Col­le­ge, auch dies be­inhal­tet im­mer ein ge­wis­ses Ri­si­ko. Doch Kre­so (Et­zel­la-Trai­ner Ba­sic, d.Red) hat ihn gut ein­ge­baut und Tim kommt von Spiel zu Spiel bes­ser in Form. Da­bei pro­fi­tiert er auch von Bil­ly (McNutt), der zwar oft un­ter­schätzt wird, aber für uns ei­ne wich­ti­ge Stüt­ze in der De­fen­si­ve ist und Tim so die nö­ti­gen Frei­räu­me ver­schafft. Für mich war es ganz klar die rich­ti­ge Ent­schei­dung, ein wei­te­res Jahr auf Bil­ly zu set­zen.“

Und so ist sich „Fritz“, wie er von sei­nen Mit­spie­lern ge­nannt wird, si­cher, dass man in die­sem Jahr die bei­den rich­ti­gen Pro­fis hat, um ei­nen Ti­tel ge­win­nen zu kön­nen. Doch erst ein­mal ste­hen in den nächs­ten sie­ben Ta­gen gleich zwei Spit­zen­spie­le ge­gen St­ein­sel und den Ra­c­ing auf dem Pro­gramm.

„Fritz“Gutenkauf (Nr. 5) ist nicht über­rascht, dass auch St­ein­sel in die­sem Jahr wie­der zu den Spit­zen­teams der Li­ga zählt

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