Al­le Jah­re wie­der!

Tageblatt (Luxembourg) - - Magazin -

Re­cy­celn ist ein welt­weit ein­träg­li­ches und not­wen­di­ges Ge­schäft. Es hilft, den Be­stand der na­tür­li­chen Roh­stof­fe zu scho­nen und schein­bar ver­al­te­te oder un­nüt­ze Din­ge neu zu be­le­ben und in den Kon­sum­kreis­lauf zu­rück­zu­füh­ren.

Was das al­les mit Weih­nach­ten zu tun hat? Ge­nug, um im Weih­nachts­ge­schäft ei­ne wich­ti­ge Rol­le zu spie­len. Und da­bei geht es we­ni­ger um Spiel­zeug und Woll­pul­lis, die an Hei­lig­abend un­ter den meis­ten Bäu­men lie­gen, als um Sü­ßes, haupt­säch­lich Scho­ko­la­de, die in je­nen Ta­gen in viel­fäl­ti­gen For­men und Aus­füh­run­gen die fest­li­chen Ta­ge ver­süßt.

Be­son­ders im Le­bens­mit­tel­han­del oder in Bä­cke­rei­en und Kon­di­to­rei­en hat das Weih­nachts­ge­schäft längst be­gon­nen. Vor­her kommt al­ler­dings noch der Sankt Nikolaus, Kin­der­freund und ge­stress­ter Ak­teur im Luf­t­raum zwi­schen Finn­land, wo er ja wohnt, und dem Rest der

Welt, dar­un­ter auch Lu­xem­burg. Nikolaus ist nicht mehr weit weg und die Über­lei­tung zu Weih­nach­ten er­folgt auf dem Fuß, al­so rein ins Ge­tüm­mel und ran an die Scho­ko­la­de.

Im Fens­ter des Kon­di­tors grü­ßen Weih­nachts­män­ner und Sankt Ni­ko­läu­se in al­len Grö­ßen, ein­ge­wi­ckelt in glän­zen­dem Sil­ber­pa­pier, da­zu gibt es die­se klei­nen For­men aus Scho­ko­la­de, Mi­nia­tu­ren mit klei­ner Sei­den­schnur, da­mit man sie ein­fa­cher am Weih­nachts­baum an­brin­gen kann. Falls sie es bis da­hin schaf­fen, meis­tens fin­det man sie lan­ge vor dem 6. De­zem­ber mor­gens beim Auf­ste­hen in ei­nem sei­ner Schu­he oder Pan­tof­feln, Sankt Nikolaus hat schon mal ei­nen Pro­be­lauf vor­ge­legt und den ganz Bra­ven ei­nen ers­ten Be­such ab­ge­stat­tet. Am meis­ten freu­te ich mich, wenn ich in mei­nem Pan­tof­fel ei­ne Pa­ckung Zi­ga­ret­ten aus Scho­ko­la­de fand, das war da­mals sehr be­liebt und wir Kin­der konn­ten uns dann fast wie Er­wach­se­ne füh­len und ahm­ten de­ren Ges­ten nach, die wir ih­nen beim Rau­chen ab­ge­kuckt hat­ten. Ich glau­be nicht, dass Scho­ko-Zi­ga­ret­ten heu­te noch ge­fragt sind, wahr­schein­lich gibt’s heut­zu­ta­ge ei­nen Ener­gyDrink im Schuh oder ei­nen Fast­Food-Gut­schein oder ein Han­dy aus Mar­zi­pan.

Zu­rück zum Re­cy­celn: Wenn Ih­nen der Weih­nachts­mann in der Aus­la­ge so be­kannt vor­kommt, dann viel­leicht, weil Sie ihm schon zu Os­tern be­geg­net sind, als er noch ein Ha­se war oder ein bun­tes Os­te­rei oder ei­ne Scho­ko-Spin­ne, die Hal­lo­ween über­lebt hat. Will sa­gen: Ein Hau­fen Scho­ko­la­de bleibt je­weils nach Os­tern oder Weih­nach­ten üb­rig, die wird dann ein­ge­schmol­zen und in neue For­men ge­gos­sen. Wenn du dann dem Weih­nachts­mann in der Hand gie­rig den Kopf ab­beißt, soll­test du dich fra­gen, ob du das auch mit ihm ge­macht hät­test, als er noch ein sü­ßer Scho­ko­ha­se war.

Na­tür­lich re­cy­celn nicht al­le ih­re üb­rig ge­blie­be­nen Vor­rä­te. Gro­ße Häu­ser und nam­haf­te Scho­ko­la­den-Fa­b­ri­kan­ten wür­den so et­was nie tun und pa­cken ih­re al­ten Ha­sen und Weih­nachts­män­ner lie­ber in Ge­schenk­pa­ke­te und schi­cken die an be­dürf­ti­ge Kin­der in Kri­sen­ge­bie­ten, wo sich gleich die Ar­mee oder die be­waff­ne­ten Auf­stän­di­schen drauf stür­zen, um dann ent­täuscht fest­zu­stel­len, dass es sich dies­mal nicht um ei­ne Waf­fen­lie­fe­rung han­delt.

Weih­nachts­aus­la­gen im Schau­fens­ter kün­den fro­he Ta­ge an. Aber jetzt schon, An­fang No­vem­ber? fragt Marc Schonckert.

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