Gro­ße Ide­en der kleins­ten Bür­ger

Ver­tre­ter aus Schul­klas­sen im Plenar­saal: Neu­es Ge­mein­de­rats­amt holt Kin­der ins Rat­haus

Costa Blanca Nachrichten - - Costa Blanca Norden -

Teu­la­da-Mor­ai­ra – at. Mit ei­ner neu­en Rats­ver­samm­lung für Kin­der macht Teu­la­da seit Ja­nu­ar sei­ne jüngs­ten Ein­woh­ner zu Prot­ago­nis­ten. Dar­über hin­aus wur­de jetzt ein für Kin­der zu­stän­di­ges städ­ti­sches Amt ge­grün­det. Zu­stän­di­ger Stadt­rat ist Da­ni­el Iban­co (PP). Mit 25 Jah­ren ist er zugleich der Jüngs­te in Teu­la­das Re­gie­rungs­team.

CBN: Ju­gend­stadt­rat wa­ren Sie schon vor­her, jetzt sind Sie auch Kin­der­stadt­rat. War­um die­ses neue Amt?

Iban­co: Wir wol­len auch den jün­ge­ren Teil der Be­völ­ke­rung mit ein­be­zie­hen, al­so die Sechs- bis Zwölf­jäh­ri­gen. Uns geht es vor al­lem dar­um, sie an lo­kal­po­li­ti­sche The­men her­an­zu­füh­ren und ih­nen zu zei­gen, dass das Rat­haus nicht nur Er­wach­se­nen of­fen­steht. Auch Kin­der sind mit vol­len Rech­ten aus­ge­stat­te­te Bür­ger, das ver­ges­sen wir manch­mal.

Vol­le Rech­te zie­hen auch Pflich­ten nach sich.

Ja, aber wenn wir ih­nen von früh an de­mo­kra­ti­sche Wer­te bei­brin­gen, er­zie­hen wir sie auch zu re­spekt­vol­len Bür­gern. Sie ler­nen zum Bei­spiel, dass Van­da­lis­mus der Stadt scha­det und dass man sei­nen Müll nicht ein­fach ir­gend­wo hin­wer­fen darf.

Was hat es mit der Rats­ver­samm­lung für Kin­der auf sich?

Es gibt sie seit Ja­nu­ar und sie be­steht aus zwölf an Teu­la­das und Mor­ai­ras Schu­len ge­wähl­ten Ver­tre­tern zwi­schen zehn und zwölf Jah­ren. Zu­dem gibt es zwölf Stell­ver­tre­ter. Die Re­prä­sen­tan­ten wer­den ein­mal im Jahr neu ge­wählt und der Rat kommt ein­mal im Mo­nat zu­sam­men.

Mit wel­chem Ziel?

Die Kin­der ar­bei­ten ge­mein­sam Vor­schlä­ge und Ide­en für Ver­bes­se­run­gen in Teu­la­da und Mor­ai­ra aus, die sie im Ju­ni dem Plenum vor­stel­len wer­den.

Ken­nen Sie schon ei­ni­ge der Vor­schlä­ge?

Nein, bis Ju­ni wer­den wir auch nichts da­von er­fah­ren. Aber The­men, die die Kin­der in­ter­es­sie­ren, be­zie­hen sich zum Bei­spiel auf Spiel­plät­ze und Park­an­la­gen, auf die Schu­len und die Bi­b­lio­thek.

Was pas­siert, wenn die Vor­schlä­ge vor­lie­gen?

Ab dem nächs­ten Haus­halt wer­den wir ei­nen Pos­ten für die Um­set­zung re­ser­vie­ren. In die­sem Jahr wer­den wir ver­su­chen, ei­nen für das Ju­gend-Stadt­rats­amt vor­ge­se- he­nen Teil für die Kin­der ab­zu­zwei­gen. Oh­ne­hin se­he ich die­ses neue Amt als ei­nen Teil des Amts für Ju­gend­li­che. Wir ar­bei­ten eng zu­sam­men, ge­nau wie mit an­de­ren Ab­tei­lun­gen wie Fi­es­tas, Po­li­zei, So­zi­al­amt und Dro­gen­prä­ven­ti­on. Auch um Pro­blem­fäl­le, zum Bei­spiel von so­zia­ler Be­nach­tei­li­gung, Kin­der­ar­mut oder Al­ko­hol­kon­sum, früh­zei­tig an­ge­hen zu kön­nen und ge­mein­sam Lö­sun­gen zu fin­den.

Ha­ben Sie wei­te­re Plä­ne?

Zum Bei­spiel wer­den wir uns im nächs­ten Jahr für das Unicef-Zer­ti­fi­kat „Kin­der­freund­li­che Stadt“(Ci­u­dad Ami­gas In­fan­cia, CAI) be­wer­ben. Vor­aus­set­zun­gen da­für sind un­ter an­de­rem ein Stadt­rat für Kin­der, ein Kin­der­rat und ein Haus­halts­pos­ten für Kin­der. Im Land Va­len­cia gibt es bis­her fünf oder sechs CAIs, kei­ne da­von in der Pro­vinz Ali­can­te.

Was für Vor­tei­le hat es, CAI zu sein?

Ab­ge­se­hen da­von, dass es ei­ne An­er­ken­nung ist, er­hält man von Unicef Un­ter­stüt­zung bei Ver­an­stal­tun­gen für Kin­der.

Gab es schon Re­ak­tio­nen auf Teu­la­das kin­der­freund­li­che Maß­nah­men?

Ja, wir wur­den im März zu­sam­men mit Ver­tre­tern aus 15 an­de­ren Ge­mein­den zu ei­nem Tref­fen im Lan­des­mi­nis­te­ri­um für Gleich­be­rech­ti­gung ein­ge­la­den. Dort gibt es Plä­ne, ein Ge­setz für Kin­der und Ju­gend­li­che aus­zu­ar­bei­ten, an dem die Kin­der selbst mit­ar­bei­ten sol­len. Al­so auch die jun­gen Rats­mit­glie­der aus Teu­la­da.

Fo­to: A. The­sing

Neue Auf­ga­be: Da­ni­el Iban­co ist Stadt­rat für Kin­der.

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