Ein Horst für Ad­ler

Nist­plät­ze für Fi­sch­ad­ler: Jo­an Sa­la will Greif­vö­gel wie­der im Mar­jal und in Dé­nia an­sie­deln

Costa Blanca Nachrichten - - Erste Seite -

Dé­nia/Pe­go – ab. Mehr als 2.000 Ki­lo­me­ter hat­te der Fi­sch­ad­ler zu­rück­ge­legt, als ihn Jo­an Sa­la von der Um­welt­ver­ei­ni­gung Agró im Herbst im Feucht­ge­biet Mar­jal Pe­go-Oli­va vor die Lin­se be­kam. „Sei­ne Be­rin­gung ver­riet mir, dass er in Zer­ben (Sach­sen An­halt) ge­schlüpft war“, be­rich­tet Sa­la be­geis­tert. „Im Feucht­ge­biet ruh­te sich der Greif­vo­gel von der lan­gen Rei­se aus, be­vor er zum Wei­ter­flug nach Afri­ka star­te­te.“

Ein von Or­ni­tho­lo­gen gern ge­se­he­ner Gast, sind Sich­tun­gen von Fi­sch­ad­lern in der Re­gi­on doch sel­ten ge­wor­den. Die Vo­gel­art, die noch 1970 am Cabo San An­to­nio zwi­schen Dé­nia und Já­vea und bis 1985 in Já­veas Gra­na­del­la nis­te­te, ist in der Re­gi­on längst nicht mehr hei­misch. Ver­trie­ben wur­de sie sei­ner­zeit nicht nur von Fi­schern, die Fi­sch­ad­ler als ge­frä­ßi­ge Fein­de an­sa­hen und Jagd auf sie mach­ten. Auch die aus­ufern­den und viel Lärm ver­ur­sa­chen­den Bau­ak­ti­vi­tä­ten führ­ten in den 1980er Jah­ren da­zu, dass Fi­sch­ad­ler ih­re Nist­stät­ten in ru­hi­ge­re Ge­bie­te ver­leg­ten.

Die Le­bens­be­din­gun­gen für die Greif­vö­gel hät­ten sich in der Re­gi­on in­zwi­schen ver­bes­sert, meint AgróMit­glied Sa­la. Man se­he gu­te Chan­cen, den Fi­sch­ad­ler da­zu zu brin­gen, wie­der an der nörd­li­chen Cos­ta Blan­ca zu nis­ten. Dies soll mit Un­ter­stüt­zung der Fund­a­ción Mi­g­res ge­sche­hen. Die Stif­tung hat in den letz­ten Jah­ren er­folg­reich Fi­sch­ad­ler­pär­chen am Stau­see von Bar­ba­te (Cá­diz) und im Na­tur­park Ma­ris­mas del Odiel (Hu­el­va) an­ge­sie­delt, wo nach lan­ger Ab­we­sen­heit nun wie­der 33 Paa­re vor­kom­men.

In der Ma­ri­na Al­ta ist die Wie­der­an­sied­lung am Cabo San An­to­nio und im Mar­jal Pe­go-Oli­va ge­plant. „Das Ge­biet ist op­ti­mal“, meint Hob­by-Or­ni­tho­lo­ge Jo­an Sa­la. Weil sich Fi­sch­ad­ler aber nicht von al­lei­ne an­sie­deln wer­den, muss nach­ge­hol­fen wer­den. Un­ter der Auf­sicht des Bio­lo­gen Mi­guel Fer­rer von der Stif­tung Mi­g­res sol­len im kom­men­den Jahr Jung­vö­gel aus Schott­land und Deutsch­land um­ge­sie­delt wer­den. „Die Tie­re be­nö­ti­gen ab der sechs­ten Wo­che schon nicht mehr ih­re Mut­ter zur Nah­rungs­auf­nah­me“, weiß Sa­la. „Wir wer­den sie hier in Nist­käs­ten set­zen, in de­nen sie per Ka­me­ra rund um die Uhr über­wacht und ge­füt­tert wer­den, bis sie flie­gen kön­nen und selbst in der La­ge sind, für ih­re Nah­rung zu sor­gen.“

Das Pro­jekt wird von den Kom­mu­nen Dé­nia, Já­vea, Pe­go und Oli­va un­ter­stützt. Die Auf­zucht der Tie­re ob­liegt der va­len­cia­ni­schen Lan­des­re­gie­rung.

Fo­to: Jo­an Sa­la

Fi­sch­ad­ler im Mar­jal.

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