Qualm oh­ne En­de

War­ten aufs Aus­bren­nen: Nach über drei Wo­chen raucht Be­nis­sas Eco­par­que im­mer noch

Costa Blanca Nachrichten - - Erste Seite -

Brand im Eco­par­que Be­nis­sa: Seit drei Wo­chen raucht es und ein En­de ist nicht in Sicht

Be­nis­sa – at. Auf dem Weg hoch zum Hun­de­heim von Aki­ra ganz oben in Be­nis­sas In­dus­trie­ge­biet riecht es im­mer noch rau­chig und ein Blick zur Sei­te be­stä­tigt die Be­fürch­tung: Über drei Wo­chen nach­dem in Be­nis­sas Eco­par­que ein Feu­er aus­ge­bro­chen war, qual­men die Grün­müll­ber­ge im­mer noch vor sich hin. Hier und da ist so­gar noch ei­ne klei­ne Flam­me zu se­hen.

Dass es so lan­ge dau­ern wür­de, hät­te wohl kei­ner ge­dacht. Wie das Rat­haus kürz­lich mit­teil­te, hat­te die Feu­er­wehr emp­foh­len, nur mi­ni­ma­le Maß­nah­men zu er­grei­fen und das Feu­er von selbst zum Still­stand kom­men zu las­sen. Al­les an­de­re könn­te es er­neut zum Ent­fa­chen brin­gen. Vor­sorg­lich wur­den pro­vi­so­ri­sche Hy­dran­ten auf­ge­stellt.

Im­mer­hin war die rea­le Ge­fahr für Mensch – und Tier – schon nach der ers­ten Nacht vom 14. auf den 15. Sep­tem­ber ge­bannt. Ei­ne Nacht, die Bil­lie-Jo John­son, Lei­te­rin des Aki­ra-Heims, wohl nie ver­ges­sen wird. „ Un­se­re Frei­wil­li­gen ha­ben die­se Nacht im Heim auf dem Bo­den ver­bracht. Die Zwin­ger ha­ben wir mit feuch­ten Tü­chern ab­ge­hängt“, sagt sie und wun­dert sich im­mer noch, dass al­le so ge­fasst ge­blie­ben sind. „ In dem Mo­ment ist dein Ad­re­na­lin­spie­gel so hoch, dass du kei­ne Angst emp­fin­dest. Was al­les hät­te pas­sie­ren kön­nen, dar­über denkst du erst am nächs­ten Tag nach.“Nicht nur die Men­schen, auch die 65 Hun­de hät­ten Ru­he be­wahrt.

Da­bei ha­be es ge­nug Grün­de zur Sor­ge ge­ge­ben. Die Hun­de weg­zu­schaf­fen, da­von ha­be die Feu­er­wehr, de­ren Ar­beit John­son als „ her­vor­ra­gend“lobt, ab­ge­ra­ten. Es wä­re zu ge­fähr­lich ge­we­sen, die Tie­re auf dem ein­zi­gen Weg zum Heim am Feu­er vor­bei zu trans­por­tie­ren. „ Für sol­che Ge­fah­ren­si­tua­tio­nen brau­chen wir ei­ne al­ter­na­ti­ve Zu­fahrt zu dem Heim“, sagt John­son. Ans Rat­haus hät­ten sie die Bit­te schon her­an­ge­tra­gen, „ aber das dau­ert si­cher sei­ne Zeit, bis wir Ant­wort er­hal­ten“, meint sie.

Et­was wei­ter un­ten, di­rekt ge­gen­über des Eco­par­que-Ein­gangs, steht Lo­ren­zo Pas­cu­al im Hof sei­nes Un­ter­neh­mens Ci­men­ta und schaut ver­ständ­nis­los auf das rau­chen­de Nach­bar­grund­stück. Er ist wü­tend. „ Mei­ne Ar­bei­ter woll­ten zum Teil nicht kom­men, sie muss­ten Mas­ken we­gen des Rauchs tra­gen“, sagt er und be­klagt die man­geln­de Si­cher­heit im In­dus­trie­ge­biet. „ Si­cher­heits­ab­stän­de wer­den hier nicht ein­ge­hal­ten. Der Eco­par­que liegt viel zu nah am In­dus­trie­ge­biet und auch an dem an­gren­zen­den Wald. Wir muss­ten hier un­se­re Holz­pa­let­ten weg­schaf­fen und es ist ein Wun­der, dass der Wald nicht ab­ge­brannt ist“, sagt er. Auf ein paar Kie­fern sprang das Feu­er über, Schlim­me­res konn­ten die Bom­be­ros ver­hin­dern.

„ Au­ßer­dem la­gert dort viel zu viel Müll für so ei­ne klei­ne Par­zel­le.“Und nicht al­les, was ver­brannt sei, sei Grün­ab­fall ge­we­sen. „ Auch Plas­tik­sä­cke wa­ren da­bei“, ist er si­cher. Wenn der Wind von un­ten kommt, kön­ne man da, wo er ste­he, nach wie vor schlecht at­men. Tat­säch­lich be­kla­gen selbst Be­nis­sa­ner aus dem Ort, Küs­ten­be­woh­ner und Teu­la­di­ner, dass es im­mer wie­der ver­brannt riecht.

„Für sol­che Ge­fah­ren brau­chen wir ei­ne al­ter­na­ti­ve Zu­fahrt zum Heim“

Fo­to: An­ne The­sing

Es ist we­sent­lich we­ni­ger ge­wor­den, aber der Eco­par­que qualmt nach wie vor vor sich hin.

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