Zwei fürs See­len­heil

Pfar­rer-Ehe­paar Fla­de für zehn Mo­na­te an der Cos­ta Blan­ca – Dia­log su­chen und ge­mein­sam ar­bei­ten

Costa Blanca Nachrichten - - Erste Seite -

Ver­stär­kung für Klaus Ei­cher: Pfar­rer­ehe­paar Fla­de für zehn Mo­na­te an Cos­ta Blan­ca

Dé­nia/Ben­i­dorm – fin. Sie sind nicht nur mit ei­nem voll­ge­pack­ten Au­to nach Dé­nia ge­kom­men, son­dern auch mit ei­nem gut ge­füll­ten Ruck­sack an Er­fah­run­gen: Ste­phan Fla­de ist der neue Zehn-Mo­nats-Pfar­rer für das evan­ge­li­sche Tou­ris­mus­pfarr­amt Cos­ta Blan­ca. Den Pfar­rer im Ru­he­stand be­glei­tet sei­ne Ehe­frau An­net­te, die eben­falls als Pfar­re­rin tä­tig war. In Deutsch­land woh­nen die Fla­des seit dem Ren­ten­ein­tritt En­de 2016 in An­net­te Fla­des Hei­mat­stadt Wit­ten­ber­ge nord­west­lich von Bran­den­burg. Die CBN sprach mit dem Ehe­paar und Pfar­rer Klaus Ei­cher.

CBN: Wel­che Er­war­tun­gen ha­ben Sie an Ih­re Zeit hier?

Ste­phan Fla­de: Als DDR-Men­schen ken­nen wir Ost­eu­ro­pa durch vie­le Rei­sen sehr gut, Sü­d­eu­ro­pa ist uns da­ge­gen gänz­lich un­be­kannt. Wir ha­ben ein gro­ßes In­ter­es­se dar­an, die Men­schen, die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on und das Land ken­nen­zu­ler­nen. Ich bin mit ei­ner 50Pro­zent-Stel­le hier, so­dass ge­nug Zeit da­für blei­ben soll­te.

Und in Be­zug auf die Ge­mein­de­ar­beit?

S. Fla­de: Wir möch­ten schau­en, wie man ge­mein­sam mit den Men­schen hier vor Ort den christ­li­chen Glau­ben wei­ter­ent­wi­ckeln kann. Wir ha­ben viel Er­fah­rung im Ge­päck und die Leu­te si­cher­lich vie­le Ide­en. Letzt­end­lich kom­men wir auch als Bot­schaf­ter, in Deutsch­land bren­nen sie dar­auf, nach un­se­rer Rück­kehr zu er­fah­ren, wie Kir­che und Öku­me­ne hier funk­tio­nie­ren.

Wel­che Auf­ga­ben wer­den Sie über­neh­men?

S. Fla­de: Wir wol­len in ers­ter Li­nie ei­ne Ent­las­tung sein – so­wohl für den Pfar­rer als auch für die Eh­ren­amt­li­chen. Es ist si­cher­lich auch ei­ne Chan­ce, mit un­se­rem Blick von au­ßen in die Ge­mein­de­ar­beit her­ein­zu­schau­en, so­dass ein Dia­log über Din­ge ent­steht, die sonst im All­tag un­ter­ge­hen. Klaus Ei­cher: Die geo­gra­fi­sche Ein­tei­lung von frü­her mit dem Zehn-Mo­nats-Pfar­rer, der in La Nucía sta­tio­niert ist, gibt es nicht mehr. Es geht nicht dar­um, zwei Pfarr­äm­ter zu schaf­fen, son­dern um Team­ar­beit. Da­bei sind kur­ze We­ge für die Ab­spra­chen un­ter­ein­an­der fun­da­men­tal.

Was reizt Sie an Spa­ni­en?

S. Fla­de: Die Ver­gan­gen­heit, an­ge­fan­gen bei den Rö­mern über die Mau­ren, die Re­con­quis­ta bis zur jüngs­ten Ge­schich­te und Spa­ni­ens Rol­le in der EU. Dann die Spra­che, im­mer­hin ist Spa­nisch Welt­spra­che. Ich möch­te auch her­aus­fin­den, wie und ob Spa­ni­en die Fran­co-Zeit auf­ge­ar­bei­tet hat. A. Fla­de: Ich ha­be in Deutsch­land über 20 Jah­re lang mit Ge­flüch­te­ten ge­ar­bei­tet und sie be­glei­tet. Des­halb ha­be ich ein ge­stei­ger­tes In­ter­es­se an ei­nem Land, das am Mit­tel­meer liegt. Aber das war nur ein Grund. Als wir ge­fragt wur­den, hat uns vor al­lem das Frem­de und Neue an die­sem Land ge­reizt.

Wel­che Bau­stel­len gibt es im Tou­ris­mus­pfarr­amt?

Klaus Ei­cher: Un­ser Ge­biet ist rie­sen­groß, von Va­len­cia bis La Ze­nia mit den Schwer­punk­ten in Dé­nia und der Ma­ri­na Ba­ja. Ei­ne Fra­ge, die ich mir stel­le, ist, ob wir in Ali­can­te mehr Prä­senz zei­gen soll­ten. Wün­schens­wert fän­de ich ei­ne ver­stärk­te Zu­sam­men­ar­beit mit spa­ni­schen Ge­mein­den. S. Fla­de: Wir wol­len den Blick zum ei­nen auf jun­ge Fa­mi­li­en rich­ten und ih­nen Mög­lich­kei­ten auf­zei­gen, den christ­li­chen Glau­ben wei­ter­zu­ge­ben. Zum an­de­ren geht es um die Äl­te­ren, die sich ab 65 Jah­ren viel­leicht noch zehn Jah­re lang im Eh­ren­amt ein­brin­gen. Aber da­nach ist viel­leicht schon der Part­ner ver­stor­ben, die Kin­der le­ben in Deutsch­land und man ist auf Hil­fe an­ge­wie­sen. Ei­cher: Wir ver­su­chen, die äl­te­ren Leu­te da­zu zu brin­gen, sich zu en­ga­gie­ren und zu ver­net­zen. Nicht nur, um ein gu­tes Ge­fühl zu ha­ben, son­dern auch, weil sie es spä­ter mit ei­nem gu­ten so­zia­len Netz ein­fa­cher ha­ben. Wir sind Brü­cken­bau­er.

Fo­to: J. Fins­ter­busch

Newspapers in German

Newspapers from Spain

© PressReader. All rights reserved.