Der Fi­nanz­trans­fer zwi­schen Re­gio­nen

Costa del Sol Nachrichten - - Spanien -

Auch Spa­ni­en kennt ei­ne Art Län­der­fi­nanz­aus­gleich. Die­ser Mecha­nis­mus zur Um­ver­tei­lung fi­nan­zi­el­ler Mit­tel zwi­schen den Re­gio­nen soll ei­ne mög­lichst gleich­ge­wich­ti­ge Ent­wick­lung in al­len Lan­des­tei­len si­cher­stel­len. Rei­che­re Re­gio­nen (Ge­ber­re­gio­nen) leis­ten al­so Aus­gleichs­zah­lun­gen an är­me­re Re­gio­nen (Neh­mer­re­gio­nen).

Mit Auf­kom­men der Un­ab­hän­gig­keits­be­stre­bun­gen in Ka­ta­lo­ni­en ist der an­geb­lich un­ge­rech­te Län­der­fi­nanz­aus­gleich im­mer wie­der als ei­ner der Grün­de ge­nannt wor­den, die für ei­ne Tren­nung von Spa­ni­en spre­chen. Ka­ta­lo­ni­en wer­de aus­ge­beu­tet, heißt es. Ganz so ist es nicht, wenn­gleich die In­ves­ti­tio­nen in staat­li­che In­fra­struk­tur in Ka­ta­lo­ni­en in der Tat zu­rück­hal­tend aus­fal­len.

Ka­ta­lo­ni­en ist ei­ne der Ge­ber­re­gi­on. Al­ler­dings nicht in dem Ma­ße, wie es die Na­tio­na­lis­ten ger­ne dar­stel­len. So weist die Re­gi­on Ma­drid im Jahr 2014 – das sind die ak­tu­ells­ten Da­ten, die vor­lie­gen – ei­nen Ne­ga­tiv­sal­do von 19,2 Mil­li­ar­den Eu­ro aus. Das heißt, Ma­drid hat aus dem Fi­nanz­trans­fer 19,2 Mil­li­ar­den Eu­ro we­ni­ger er­hal­ten, als es ge­ge­ben hat. Ka­ta­lo­ni­en da­ge­gen weist ei­nen Ne­ga­tiv­sal­do von 9,89 Mil­li­ar­den Eu­ro aus. Der So­li­da­ri­täts­bei­trag der Ma­dri­le­nen ist al­so fast dop­pelt so hoch wie der der Ka­ta­la­nen. Wei­te­re Ge­ber­re­gio­nen sind Va­len­cia mit ei­nem Ne­ga­tiv­sal­do von 1,7 Mil­li­ar­den und die Ba­lea­ren mit 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Al­le an­de­ren Re­gio­nen sind Neh­mer­re­gio­nen. Die Lis­te führt An­da­lu­si­en an, das am meis­ten vom Län­der­fi­nanz­aus­gleich pro­fi­tiert und da­her auch zu den stärks­ten Kri­ti­kern der ka­ta­la­ni­schen Na­tio­na­lis­ten zählt. Die Re­gi­on hat 7,7 Mil­li­ar­den Eu­ro mehr er­hal­ten, als sie ge­ge­ben hat. Es fol­gen die Ka­na­ren mit ei­nem Po­si­tiv­sal­do von 4,3 Mil­li­ar­den, Ga­li­ci­en mit 3,7, das Bas­ken­land mit 3,4 und Ex­trem­du­ra mit 2,8 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Ei­gent­lich hat­te die Re­gie­rung Ra­joy für 2018 ei­ne Re­form des Län­der­fi­nanz­aus­gleich vor­ge­se­hen. Doch we­gen der un­kla­ren Si­tua­ti­on in Sa­chen Ka­ta­lo­ni­en gibt es noch nicht ein­mal ei­nen Ent­wurf. (tl)

Fo­to: dpa

Man­che Re­gio­nen ge­ben, an­de­re neh­men.

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