Spa­ni­en

Pu­ig­de­mont be­treibt von Brüs­sel aus Exil­po­li­tik – Nur Po­de­mos bil­det Ko­ali­ti­on für Land­tags­wahl

Costa del Sol Nachrichten - - Inhalt - Bar­ce­lo­na/Madrid – ck.

Em­pö­rung über U-Haft: Acht ab­ge­setz­te katala­ni­sche Mi­nis­ter be­fin­den sich in U-Haft. Ge­gen Carles Pu­ig­de­mont und vier wei­te­re Mi­nis­ter läuft ein eu­ro­päi­scher Haft­be­fehl

Kau­ti­on für die ka­ta­la­ni­schen Po­li­ti­ker hat die Öf­fent­lich­keit und die Me­di­en über­rascht und für Em­pö­rung ge­sorgt. Die­se Här­te „wirft den ge­ra­de wie­der ge­won­ne­nen so­zia­len Frie­den über den Hau­fen“, kri­ti­sier­te die Zei­tung „La Van­guar­dia“. Mög­li­cher­wei­se über­nimmt der Obers­te Ge­richts­hof am Don­ners­tag die Zu­stän­dig­keit und hebt die U-Haft auf.

U-Haft we­gen Flucht­ge­fahr

Für die Rich­te­rin des Straf­ge­richts lag ein Grund für die U-Haft in der Flucht­ge­fahr. Das Bei­spiel hat­te Pu­ig­de­mont ge­ge­ben. Er war am 30. Ok­to­ber nach Brüs­sel ge­reist und ver­tei­dig­te von dort ei­ne Art Exil-Re­gie­rung. Auf­grund des in­ter­na­tio­na­len Haft­be­fehls er­schie­nen er und die vier Mi­nis­ter, die ihn be­glei­ten, am Sonn­tag vor ei­nem bel­gi­schen Rich­ter. Der er­wägt nun bis zum 17. No­vem­ber, ob er die fünf Ka­ta­la­nen aus­lie­fert. Bis da­hin sind sie in Bel­gi­en un­ter Auf­la­gen frei. Die Ent­schei­dung kann sich durch Ein­sprü­che bis zu zwei oder so­gar drei Mo­na­te hin­aus­zö­gern.

Pu­ig­de­mont will von Brüs­sel aus für die bis­he­ri­ge Re­gie­rungs­par­tei PDeCAT bei der Land­tags­wahl am 21. De­zem­ber kan­di­die­ren. Das hat ein Bünd­nis mit dem ehe­ma­li­gen Part­ner Re­pu­bli­ka­ni­sche Lin­ke (ERC) zu­nich­te ge­macht. De­ren Chef Ori­ol Jun­queras will nicht län­ger auf Pu­ig­de­mont set­zen, son­dern auf ei­ne lin­ke Platt­form zu­sam­men mit CUP und Po­dem-Ab­trün­ni­gen. CUP weiß aber noch nicht, ob sie über­haupt an­tritt. Der katala­ni­sche Po­de­mos-Ab­le­ger Po­dem geht mit Ca­ta­lun­ya en Comú zu­sam­men, der neu­en Par­tei von Bar­ce­lo­nas Bür­ger­meis­te­rin Ada Co­lau. Das ist die ein­zi­ge Ko­ali­ti­on, die sich frist­ge­recht an­ge­mel­det hat.

Re­gie­rungs­spre­cher Íñi­go Mén­dez de Vi­go be­stä­tig­te, dass auch die In­haf­tier­ten oder per Haft­be­fehl Ge­such­ten kan­di­die­ren kön­nen. Erst nach ei­nem rechts­kräf­ti­gen Ur­teil gin­ge das nicht mehr.

In­haf­tier­te als Kan­di­da­ten

Die CIS-Um­fra­ge von Ok­to­ber zeigt, dass die Sor­ge we­gen der Un­ab­hän­gig­keits­be­stre­bun­gen Ka­ta­lo­ni­ens in die Hö­he ge­schnellt ist. Nur die Ar­beits­lo­sig­keit be­küm­mert mehr. 39 Pro­zent der Be­frag­ten un­ter­stüt­zen das der­zei­ti­ge Staats­mo­dell der Re­gio­nen.

Am Mitt­woch leg­te ein Streik Stra­ßen und Bahn­ver­bin­dun­gen in Ka­ta­lo­ni­en lahm. Die Strei­ken­den pro­tes­tier­te ge­gen das De­kret der spa­ni­schen Re­gie­rung, das den Exo­dus ka­ta­la­ni­scher Fir­men er­leich­tert hat, ge­gen die In­haf­tie­rung der ab­ge­setz­ten ka­ta­la­ni­schen Mi­nis­ter und den Ar­ti­kel 155.

Fo­to: EFE

Et­wa 200 katala­ni­sche Bür­ger­meis­ter ma­chen sich am Di­ens­tag in Brüs­sel für die Un­ab­hän­gig­keit Ka­ta­lo­ni­ens stark,

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