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Ma­drids Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Cris­ti­na Ci­fu­en­tes ver­spürt kein Un­rechts­be­wusst­sein

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Fol­gen des „Mas­ter­ga­te“: Ma­drids Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Cris­ti­na Ci­fu­en­tes ver­spürt kein Un­rechts­be­wusst­sein. Das zeigt sich im „Mas­ter­ga­te“-Skan­dal

Ma­drid – ck. Die Stu­den­ten an der Ma­dri­der Uni Rey Juan Car­los de­mons­trie­ren und em­pö­ren sich. Sie müss­ten sehr hart ar­bei­ten, um ei­nen Mas­ter zu ma­chen, und nun klingt es, als be­kä­me man den ge­schenkt. Der Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler an der Uni­ver­si­dad Au­tó­no­ma, Fer­nan­do Val­le­spín, und der Mi­nis­ter­prä­si­dent Kan­tab­ri­ens, Mi­guel Án­gel Re­vil­la, sind sich ei­nig: Der Scha­den für die Stu­den­ten und die öf­fent­li­che Uni­ver­si­tä­ten ist im­mens und ab­so­lut un­ge­recht.

Der „Mas­ter­ga­te“ge­nann­te Skan­dal um den Uniab­schluss von Ma­drids Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Cris­ti­na Ci­fu­en­tes (PP) zieht Krei­se. Der kon­ser­va­ti­ve Par­tei­se­kre­tär für Kom­mu­ni­ka­ti­on, Pa­blo Ca­sa­do, woll­te ihr zur Hil­fe kom­men und ver­kün­de­te, er ha­be ei­nen ähn­li­chen Ab­schluss wie Ci­fu­en­tes, von der­sel­ben Uni und auch, oh­ne die Kur­se be­sucht zu ha­ben. Das sei al­les le­gal ge­we­sen, sag­te er.

Die Uni­ver­si­tät Rey Juan Car­los un­ter­sucht jetzt nicht nur Ci­fu­en­tes‘ Fall son­dern auch sei­nen. Der ehr­gei­zi­ge Ca­sa­do wird be­reits als künf­ti­ger Ma­dri­der Re­gie­rungs­chef ge­han­delt. Wei­te­re Mas­ter, et­wa des ehe­ma­li­gen Bank­di­rek­tors Ma­rio Con­de, wer­den eben­falls un­ter­sucht. Sie al­le mach­ten – oder nicht – Ab­schlüs­se am In­sti­tut für Öf­fent­li­ches Recht (IDP), das zur Uni ge­hört.

Die stell­ver­tre­ten­de Lei­te­rin des IDP, Lau­ra Nuño, ist am Di­ens­tag zu­rück­ge­tre­ten. Sie war erst im De­zem­ber er­nannt wor­den, will aber der Ver­trau­ens­kri­se Rech­nung tra­gen. Das tut Ci­fu­en­tes nicht. Sie be­harrt dar­auf, dass al­les mit rech­ten Din­gen zu­ge­gan­gen sei – und hat da­mit gar nicht mal so un­recht. Die Uni gilt als der kon­ser­va­ti­ve Think Tank der PP – wäh­rend die Ma­dri­der Uni­ver­si­tät Car­los III. von den So­zia­lis­ten (PSOE) be­vor­zugt wird.

Ei­ne schwer po­li­ti­sche An­ge­le­gen­heit al­so. So soll ein der PSOE na­he­ste­hen­der Pro­fes­sor der Uni Rey Juan Car­los die Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten zu­sam­men­ge­tra­gen und an die On­line-Zei­tung „dia­rio.es“ge­ge­ben ha­ben. Das Me­di­um hat Ci­fu­en­tes „Mas­ter­ga­te“am 21. März ver­öf­fent­licht. So­mit wä­re die Verun­glimp­fung und der er­war­te­te Sturz der Frau Kal­kül der Ma­dri­der Op­po­si­ti­on.

Es gibt aber auch Stim­men, die von ei­nem Dolch­stoß re­den und mei­nen, der Wink kä­me aus den ei­ge­nen Rei­hen. Ci­fu­en­tes hat­te fri­schen Wind in die von meh­re­ren Kor­rup­ti­ons­fäl­len be­trof­fe­ne PP ge­bracht und sich für de­ren Auf- klä­rung ein­ge­setzt. Freun­de hat sie sich da­mit in der Volks­par­tei nicht nur ge­macht.

Wie es wei­ter­geht

Die PP schaut noch weg, ob­wohl sich Ci­fu­en­tes nicht län­ger hal­ten lässt. Die li­be­ra­le Par­tei Ci­u­dad­a­nos, oh­ne de­ren Un­ter­stüt­zung Ci­fu­en­tes nicht Re­gie­rungs­che­fin ge­wor­den wä­re, for­dert Ra­joy auf, sie spä­tes­tens bis zum 7. Mai zu er­set­zen. An­dern­falls wür­de C’s den Miss­trau­ens­an­trag von PSOE und Po­de­mos un­ter­stüt­zen. Und der hät­te dann Er­folg, Ma­drid fie­le an die Op­po­si­ti­on.

Soll­te die Uni Mas­ter ver­schenkt ha­ben, sind die Pro­tes­te der Stu­den­ten mehr als be­rech­tigt. Das feh­len­de Un­rechts­be­wusst­sein von Ci­fu­en­tes, die selbst­ver­ständ­li­che Nut­zung von po­li­ti­schen Kon­tak­ten, um ei­nen un­ver­dien­ten Ti­tel zu er­wer­ben, ist ei­ne Ohr­fei­ge für ehr­lich ar­bei­ten­de Stu­den­ten und Do­zen­ten, so Val­le­spín in der Zei­tung „El País“.

Der Scha­den für die Stu­den­ten und die öf­fent­li­che Uni­ver­si­tä­ten ist im­mens und un­ge­recht

Fo­to: Pa­co Cam­pos, EFE

Cris­ti­na Ci­fu­en­tes im Ma­dri­der Land­tag.

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