Die News be­ein­flus­sen, wie wir Mu­sik hö­ren

XXXTen­ta­ci­on do­mi­niert nach sei­nem Tod die Charts, und der En­g­lan­dBe­such von Do­nald Trump pusht ei­nen al­ten Hit von Green Day.

20 Minuten - Bern - - Streaming - MELANIE BIE­DER­MANN

Am Mitt­woch stand «Ame­ri­can Idi­ot», der Song, mit dem die US-Punk­pop-Band Green Day 2004 ge­gen den da­ma­li­gen USPrä­si­den­ten George W. Bush schoss, plötz­lich auf Platz 18 der of­fi­zi­el­len bri­ti­schen SingleCharts. Grund: ei­ne So­ci­al-Me­dia-Kam­pa­gne ge­gen die London-Rei­se von Do­nald Trump, die be­reits mehr­fach schlag­zei­len­träch­tig ab­ge­sagt wur­de.

Dass News die Charts be­ein­flus­sen, se­hen wir die­ses Jahr nicht zum ers­ten Mal: Seit der Er­mor­dung des US-Skan­dalRap­pers XXXTen­ta­ci­on am 18. Ju­ni dis­ku­tiert die Welt­pres­se, ob man das Künst­ler­ge­nie un­ab­hän­gig von des­sen pri­va­ten Ge­walt­ta­ten eh­ren darf. Ver­gan­ge­ne Wo­che wa­ren drei sei­ner Songs in den Top vier der Schwei­zer Strea­m­in­gCharts. Ähn­li­ches sa­hen wir nach dem Selbst­mord des schwe­di­schen Star-DJ Avicii am 20. April.

Der Effekt ist nicht neu, aber seit die Charts ne­ben Ver­kauf­sauch Strea­m­ing­zah­len be­rück­sich­ti­gen, ist er un­mit­tel­ba­rer denn je. Ob «Ame­ri­can Idi­ot» heu­te in En­g­land Platz eins er­reicht, wie von der Pro­test­kam­pa­gne er­hofft? Nach dem welt­wei­ten News­flash am Mitt­woch wä­re es durch­aus mög­lich.

Ob es für Green Days «Ame­ri­can Idi­ot» für die Chart­spit­ze reicht, wird sich heu­te zei­gen.

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