Tram­pro­jekt: Hat Stadt vor Ab­stim­mung ge­schum­melt?

BERN. Ein Gut­ach­ten kommt zum Schluss, dass ge­wis­se Al­le­en in Bern ge­sün­der sind, als die Stadt­be­hör­den im Ab­stim­mungs­kampf an­ga­ben.

20 Minuten - Bern - - Bern/Region -

Hauch­dünn sag­te das Ber­ner Stimm­volk im März Ja zum Tram Bern–Os­ter­mun­di­gen. Das ge­plan­te Gross­pro­jekt spal­tet seit län­ge­rer Zeit die Ge­mü­ter in der Re­gi­on. Ein Kri­tik­punkt: die Ro­dung von Baum-Al­le­en. Ein neu­es Gut­ach­ten kommt nun zum Schluss, dass meh­re­re Al­le­en in Bern ge­sün­der sind, als die Ber­ner Stadt­be­hör­den an­neh­men. Die Stadt hat­te im Ab­stim­mungs­kampf ar­gu­men­tiert, dass ein Drit­tel der Al­lee­bäu­me krank oder wachs­tums­schwach sei und oh­ne­hin ge­fällt wer­den müs­se.

An die­sem Ar­gu­ment brach­te die «Freie Ar­beits­grup­pe Städ­te­bau und öf­fent­li­cher Ver­kehr» Zwei­fel an. Sie be­auf­trag­te ei­nen Ex­per­ten für ein ent­spre­chen­des Gut­ach­ten. Der Gut­ach­ter kommt zum Schluss, dass le­dig­lich 18 der 221 vom Tram­pro­jekt tan­gier­ten Bäu­me in ei­nem ge­sund­heit- lich schlech­ten Zu­stand sei­en und kurz­fris­tig er­setzt wer­den müs­sen. Selbst wenn man die Bäu­me ein­be­zieht, die auf­grund ih­rer Art an die­sem Stand­ort nicht zu­kunfts­träch­tig sind, kommt der Ex­per­te nur auf rund 16 Pro­zent Al­lee­bäu­me, die mit­tel­fris­tig er­setzt wer­den müss­ten.

Auf An­fra­ge von 20 Mi­nu­ten woll­ten sich die Be­hör­den nicht zu den Vor­wür­fen äus­sern. Die Geg­ner der ge­plan­ten Tram­li­nie von Bern nach Os­ter­mun­di­gen rei­chen das Gut­ach­ten dem Bun­des­ge­richt nach. Dort ist ei­ne Ab­stim­mungs­be­schwer­de hän­gig.

SUL

Die Al­le­en an der ge­plan­ten Tram­li­nie sol­len ge­sün­der sein als bis­lang be­haup­tet.

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