Flücht­lin­ge aus Eri­trea: Ein­fa­che­re Weg­wei­sung

20 Minuten - Luzern - - Auftakt -

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zieht die Schrau­be für ab­ge­wie­se­ne Asyl­su­chen­de aus Eri­trea wei­ter an. Al­lein die Mög­lich­keit, bei ei­ner Rück­kehr in die Hei­mat in den Na­tio­nal­dienst ein­ge­zo­gen zu wer­den, steht neu ei­ner Weg­wei­sung nicht ent­ge­gen. Das Ge­richt hat sich in ei­nem ges­tern pu­bli­zier­ten Ur­teil mit der Fra­ge aus­ein­an­der­ge­setzt, ob der für al­le Eri­tre­er ob­li­ga­to­ri­sche Na­tio­nal­dienst mit Zwangs­ar­beit gleich­zu­set­zen sei. Die Eu­ro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on (EMRK) ver­bie­tet Zwangs­ar­beit. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ar- gu­men­tiert je­doch, dass die EMRK den Voll­zug ei­ner Weg­wei­sung nur dann ver­bie­te, wenn das ernst­haf­te Ri­si­ko ei­ner fla­gran­ten Ver­let­zung des Zwangs­ar­beits­ver­bots be­ste­he. Zwar geht das Ge­richt da­von aus, dass es sich beim eri­trei­schen Na­tio­nal­dienst um Zwangs­ar­beit han­delt. Je­doch sei nicht er­stellt, dass die Miss­hand­lun­gen und Über­grif­fe wäh­rend des Di­ens­tes der­art flä­chen­de­ckend sei­en, dass je­der und je­de Di­enst­leis­ten­de dem ernst­haf­ten Ri­si­ko aus­ge­setzt sei. Des­halb lie­ge kei­ne kras­se Ver­let­zung des Zwangs­ar­beits­ver­bots vor.

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