Neu­er Lock­down hät­te ver­hee­ren­de Fol­gen

BERN. Mehr Ar­beits­lo­se, stei­gen­de Schul­den und ei­ne Plei­te­wel­le: Ein zwei­ter Lock­down hät­te ka­ta­stro­pha­le Fol­gen für die Schwei­zer Wirtschaft.

20 Minuten - St. Gallen - - Vorderseit­e - BAR­BA­RA SCHE­RER

Die lang­sam stei­gen­de Zahl von Co­ro­na-fäl­len, Su­per­spre­a­der-events und Hots­pots las­sen ei­ne zwei­te Wel­le be­fürch­ten. Doch was, wenn das gan­ze Land wie­der dicht­macht? «Das könn­te zu ei­ner Wirt­schafts­kri­se füh­ren, wie sie die Schweiz seit dem Zwei­ten Welt­krieg nicht mehr er­lebt hat», sagt Ru­dolf Minsch, Chef­öko­nom von Eco­no­mie­su­is­se. Die Ar­beits­lo­sig­keit wür­de zu­neh­men, der Kon­sum sin­ken und die Ar­mut stei­gen. «Mit ei­nem zwei­ten Lock­down wür­de die Zahl der Kon­kur­se in der Schweiz wohl über­pro­por­tio­nal stei­gen», sagt Bak­chef­öko­nom Mar­tin Eich­ler.

Et­wa 70 Mil­li­ar­den hat die Co­ro­na-kri­se die Schweiz be­reits ge­kos­tet. «Wäh­rend der re­strik­ti­ven Pha­se des Lock­down war das rund ei­ne Mil­li­ar­de am Tag», so Eich­ler. Ein zwei­ter Lock­down wür­de wohl ähn­li­che Kos­ten pro Tag ver­ur­sa­chen. «Die Kos­ten könn­ten aber auch et­was tie­fer aus­fal­len, weil sich die Un­ter­neh­men in­zwi­schen bes­ser an ei­nen Lock­down an­pas­sen kön­nen», sagt Eich­ler. Mit ei­nem er­neu­ten Lock­down könn­ten sich die di­rek­ten Kos­ten wohl auf 140 Mil­li­ar­den Fran­ken ver­dop­peln. Bis En­de 2022 könn­te die Schwei­zer Wirtschaft dann so­gar bis zu 242 Mil­li­ar­den Fran­ken ver­lie­ren.

Vie­le Fir­men hal­ten sich zur­zeit mit Kurz­ar­beit über Was­ser. Um das Un­ter­neh­men vor dem fi­nan­zi­el­len Ru­in zu be­wah­ren, kommt es aber seit dem ers­ten Lock­down im­mer wie­der zu Ent­las­sun­gen. Das Se­co er­war­tet des­halb ei­ne Ar­beits­lo­sen­quo­te von 3,8 Pro­zent für 2020. «Im Mo­ment kann mit rund 100 000 Ent­las­sun­gen auf­grund der Co­ro­nak­ri­se ge­rech­net wer­den», sagt Bak-chef­öko­nom Eich­ler. Bei ei­nem zwei­ten Lock­down wür­de sich die­se Zahl in die­sem Jahr wohl min­des­tens ver­dop­peln.

Der Wirt­schafts­his­to­ri­ker To­bi­as St­raumann geht so­gar noch wei­ter: Er rech­net als Fol­ge ei­nes zwei­ten Lock­down mit ei­ner Ar­beits­lo­sig­keit von bis zu 10 Pro­zent.

KEYSTO­NE

Ein ge­schlos­se­nes Ber­ner Re­stau­rant am 19. März.

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