Aus Haut wird Le­der

Ger­ben mit Chrom

Annabelle - - MODE -

Um die vier­zig Ver­ar­bei­tungs­stu­fen muss ei­ne Tier­haut durch­lau­fen, bis dar­aus das «Na­tur­pro­dukt» Le­der ent­steht. Welt­weit wer­den et­wa 85 Pro­zent der Le­der mit Chrom ge­gerbt. Als Haupt­zu­tat wird das als un­be­denk­lich gel­ten­de Chrom III ver­wen­det. Es macht das Le­der be­son­ders reiss­fest und auf­nah­me­fä­hig für Far­ben.

Die Me­tho­de ist viel zeit­spa­ren­der als die pf lanz­li­che Ger­bung, lei­der auch be­son­ders um­welt­schäd­lich: Rund 500 Ki­lo­gramm ver­schie­de­ner Che­mi­ka­li­en wer­den pro 250 Ki­lo­gramm Le­der ver­wen­det. Man­geln­de Schutz­be­klei­dung bei den Ar­bei­te­rin­nen und Ar­bei­tern füh­ren zu Hau­tir­ri­ta­tio­nen, Atem­wegs­er­kran­kun­gen und Krebs, man­geln­de Ent­sor­gungs­mass­nah­men ver­schmut­zen das Trink­was­ser in In­di­en oder Chi­na, wo gros­se Men­gen an Le­der ge­gerbt wer­den. Sehr ge­fähr­lich wird es, wenn durch Ve­r­un­rei­ni­gun­gen oder Oxi­da­ti­on im Gerb­pro­zess das hoch­gif­ti­ge Chrom VI ent­steht: Das Ein­at­men von Chrom-VI-Staub ist krebs­er­re­gend und Rück­stän­de, die re­gel­mäs­sig in Le­der­pro­duk­ten nach­ge­wie­sen wer­den, kön­nen beim Kon­su­men­ten All­er­gi­en her­vor­ru­fen.

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