Zü­rich singt den Psalm, Bern die Stro­phe

Berner Oberlander - - Schweiz -

An den meis­ten 1.-Au­gust-Fei­ern wird der Schwei­zer­psalm ge­sun­gen. In Bern steht je­doch nur der neue Text auf dem Pro­gramm.

«Trittst im Mor­gen­rot da­her» – wer kennt den Text nicht, der am Mitt­woch an den 1.-Au­gust-Fei­ern in­to­niert wird? Vie­le – muss die Ant­wort wohl lau­ten – kom­men aus­wen­dig nicht über die ers­ten zwei Vers­zei­len des Schwei­zer­psalms hin­aus. Da­ge­gen sind un­se­re Fuss­bal­ler ge­ra­de­zu Chor­kna­ben.

Nun gibt es seit 2016 ei­ne ak­tu­el­le­re Ver­si­on in den vier Lan­des­spra­chen zur glei­chen Me­lo­die, die Schwei­zer­stro­phe. Die­se dürf­te al­ler­dings bis heu­te noch ei­nen hö­he­ren Un­be­kannt­heits­grad auf­wei­sen: «Weis­ses Kreuz auf ro­tem Grund, un­ser Zei­chen für den Bund», lau­ten die ers­ten zwei Ver­se. Die Schwei­ze­ri­sche Ge­mein­nüt­zi­ge Ge­sell­schaft (SGG), die je­weils die 1.-Au­gus­tFei­er auf dem Rüt­li or­ga­ni­siert, hat­te den Text nach ei­nem Wett­be­werb 2016 zum in­of­fi­zi­el­len Hym­nen-Ge­gen­vor­schlag ge­kürt.

In 20 Ge­mein­den ge­sun­gen

Von ei­nem Durch­bruch ist der neue Neun­zei­ler von Wer­ner Wid­mer je­doch weit ent­fernt. Letz­tes Jahr sei der neue Hym­nen­text in gut 20 Ge­mein­den an der Bun­des­fei­er ge­sun­gen wor- den, sagt SGG-Ge­schäfts­lei­ter Lu­kas Nie­der­ber­ger. Er hof­fe, dass es die­ses Jahr ei­ni­ge mehr wür­den. Die Schwei­ze­ri­sche Ge­mein­nüt­zi­ge Ge­sell­schaft ver­schickt seit 2016 je­weils an al­le 2222 Ge­mein­den der Schweiz den neu­en Hym­nen­text und bit­tet dar­um, die­sen bei der Bun­des­fei­er auf­zu­le­gen und zu sin­gen. «Aber na­tür­lich hängt es vor al­lem da­von ab, ob der je­wei­li­ge Ge­mein­de­schrei­ber das will», sagt Nie­der­ber­ger.

«Es wird zehn Jah­re dau­ern»

In Zü­rich wird trotz rot-grü­ner Mehr­heit der Schwei­zer­psalm ge­sun­gen. In Bern steht hin­ge­gen als ei­nem der we­ni­gen Or­te in die­sem Jahr nur der neue Text auf dem Pro­gramm. Das liegt an Re­gu­la Bühl­mann, die als ak­tu­el­le Prä­si­den­tin des Stadt­par­la­ments be­stim­men konn­te, wel­cher Text den Be­su­chern ver­teilt wird. Der neue Text ent­spre­che ih­ren Er­war­tun­gen an die Schweiz mehr als die Vor­stel­lun­gen, die dem al­ten Text zu­grun­de lä­gen, sagt die Ver­tre­te­rin des Grü­nen Bünd­nis­ses.

SGG-Ge­schäfts­lei­ter Nie­der­ber­ger geht da­von aus, dass es zehn Jah­re braucht, bis sich die neu­en Stro­phe eta­bliert ha­ben. Er ist aber über­zeugt, dass es sich um ei­nen zeit­ge­mäs­sen Text han­delt, der die schwei­ze­ri­schen Wer­te wie­der­gibt. Gre­gor Po­let­ti

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