Wir­bel um Kon­ten

Ein mög­li­ches Steu­er­ver­ge­hen des ExVW-Chefs Mar­tin Win­ter­korn ge­langt we­gen des Die­selskan­dals an die Öf­fent­lich­keit.

Berner Oberlander - - Wirtschaft -

Die Staats­an­walt­schaft Braun­schweig er­klär­te ges­tern, sie er­mitt­le nicht ge­gen Ex-VW-Chef Mar­tin Win­ter­korn we­gen Steu­er­hin­ter­zie­hung. Man ha­be je­doch Er­kennt­nis­se über ein mög­li­ches Steu­er­ver­ge­hen an die zu­stän­di­ge Fi­nanz­be­hör­de wei­ter­ge­lei­tet. Die­se Er­klä­rung er­folg­te, nach­dem «Bild am Sonn­tag» über Steu­er­er­mitt­lun­gen ge­gen Win­ter­korn be­rich­tet hat­te. Das Sonn­tags­blatt zi­tier­te aus den Ak­ten, dass es un­ter an­de­rem um Über­wei­sun­gen von rund 10 Mil­lio­nen Eu­ro auf Schwei­zer Kon­ten in den Jah­ren 2017/2018 ging. Nach ei­nem Hin­weis von Win­ter­korns Bank wur­den zu­nächst Er­mitt­lun­gen der Staats­an­walt­schaft Mün­chen auf­ge­nom­men. Es be­stand der Ver­dacht, dass ein Teil der Über­wei­sung ei­ne Schen­kung ge­we­sen sei, für die mehr als ei­ne hal­be Mil­li­on Eu­ro Steu­er hät­te an­fal­len sol­len. Win­ter­korns Ver­tei­di­ger be­ton­te hin­ge­gen, ein Geld­trans­fer von ei­ner deut­schen Bank in die Schweiz sei recht­lich völ­lig in Ord­nung.

Die Staats­an­walt­schaft, die mit der Son­der­kom­mis­si­on we­gen der Ab­gas­af­fä­re ge­gen Win­ter­korn er­mit­telt, hat­te in ei­nem Ver­merk vom Fe­bru­ar 2018 fest­ge­hal­ten, man se­he ei­ne «po­ten­zi­el­le straf­recht­li­che Re­le­vanz», und zwar im Hin­blick auf Mil­lio­nen­be­trä­ge, die Win­ter­korn in die Schweiz ge­schafft hat, auf ein De­pot bei der Bank Von­to­bel. Die Ge­set­zes­la­ge er­laubt es der Bank Von­to­bel nicht, Kon­to­ver­bin­dun­gen zu kom­men­tie­ren.

Klaus Ott, Mün­chen

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