Herr des wil­den Was­sers

Berner Oberlander - - Sport -

Er ist ei­ne gros­se Nach­wuchs­hoff­nung: Der 19jäh­ri­ge Di­mi­tri Marx vom Ka­nu-Klub Bern träumt von den Olym­pi­schen Spie­len.

Di­mi­tri Marx ist in sei­ner Sport­art ein Drauf­gän­ger. Ei­ne ge­hö­ri­ge Pri­se Uner­schro­cken­heit und Wa­ge­mut kön­nen aber si­cher auch nicht scha­den, wenn man sich wie der 19-Jäh­ri­ge in ein schma­les Ka­nu­boot setzt und ver­sucht, mög­lichst schnell pad­delnd dem wil­den Was­ser Herr zu wer­den. «Ich bin im Al­ter von et­wa neun oder zehn Jah­ren dank mei­nen El­tern mit dem Ka­nu­sport in Kon­takt ge­kom­men und hat­te so­fort Freu­de dar­an», sagt der Stadt­ber­ner Gym­na­si­ast vom Cam­pus Mu­ris­tal­den. Kei­ne zehn Jah­re spä­ter ge­hört Marx, wel­cher für den Ka­nu-Klub Bern an den Start geht, be­reits zu den hoff­nungs­volls­ten Nach­wuchs- ath­le­ten in der Schweiz. Marx gilt zwar noch als Ta­lent, er ist aber be­reits in jun­gen Jah­ren so stark und kon­kur­renz­fä­hig, dass er auch den ar­ri­vier­ten Eli­te­fah­rern tüch­tig ein­zu­hei­zen ver­mag. En­de Mai er­reich­te Marx auf der Aa­re bei Wor­blau­fen an den Schwei­zer Meis­ter­schaf­ten im Sla­lom­ren­nen der Eli­te den aus­ge­zeich­ne­ten fünf­ten Rang, hielt da­bei auch ge­gen et­li­che er­prob­te Welt­cup­fah­rer äus­serst gut mit.

Cham­pi­on in neu­er Dis­zi­plin

Welch gros­ses Ta­lent im jun­gen Ber­ner Ka­jak­fah­rer schlum­mert, ma­ni­fes­tier­te sich am vor­letz­ten Wo­chen­en­de im ita­lie­ni­schen Iv­rea. Bei der U-23-Welt­meis­ter­schaft im Pie­mont ge­lang Marx in ei­ner neu­en Dis­zi­plin ein ve­ri­ta­bler Coup. Im so­ge­nann­ten Ex­tre­me Sla­lom, der zum ers­ten Mal über­haupt bei ei­ner WM auf dem Pro­gramm stand, hol­te Marx die Gold­me­dail­le, ob­schon er vor­her nicht über­mäs­sig viel Zeit für Trai­nings in die­se Dis­zi­plin in­ves­tiert hat­te. Beim Ex­tre­me Sla­lom wer­den vier Ath­le­ten zeit- gleich von ei­ner Ram­pe auf die Stre­cke ge­schickt, wo ein Par­cours aus Auf- und Ab­wärts­to­ren ab­sol­viert und ei­ne Es­ki­mo­rol­le ge­zeigt wer­den muss. «Ei­ne mei- ner Stär­ken liegt in der Schnell­kraft, das kommt mir in die­ser Dis­zi­plin zu­gu­te», er­klärt Marx. Die neue Dis­zi­plin könn­te der­einst auch ins olym­pi­sche Pro­gramm auf­ge­nom­men wer­den und wür­de sich laut Marx auch per­fekt eig­nen, «weil es für die Zu­schau­er at­trak­tiv ist, die Ath­le­ten im di­rek­ten Du­ell zu ver­fol­gen.» Soll­te das Ren­nen olym­pisch wer­den, könn­te sich Marx, der von der Teil­nah­me an den Som­mer­spie­len 2020 in To­kio träumt, gut vor­stel­len, mehr Zeit in die neue Dis­zi­plin zu in­ves­tie­ren. Vor­erst liegt der Fo­kus des Ber­ners in­des auf der EM der U23 (14.–19. Au­gust). Im slo­wa­ki­schen Bra­tis­la­va möch­te Marx in sei­ner Pa­ra­de­dis­zi­plin Sla­lom min­des­tens den Fi­nal er­rei­chen. «Und wenn al­les gut läuft, wä­re es toll, um die Me­dail­len kämp­fen zu kön­nen», sagt der ver­heis­sungs­vol­le Jun­g­ath­let. Adri­an Lü­pold

Zeit­fah­ren in Blei­en­bach. Am 1. Au­gust or­ga­ni­siert der Ve­lound Moun­tain­bike-Club Aarwangen in Blei­en­bach ein Ein­zel­zeit­fah­ren. Ge­star­tet wird ab 9 Uhr. Ber­ner Trio an WM. 20 Schüt­zen ver­tre­ten die Schweiz im Sep­tem­ber an der WM Ge­wehr/Pis­to­le in Süd­ko­rea. Mit Ire­ne und Si­mon Bey­e­ler (Schwar­zen­burg) so­wie Va­nes­sa Hof­stet­ter (Neu­e­n­egg) sind auch drei Ber­ner da­bei.

Fo­to: PD

Drauf­gän­ger: Di­mi­tri Marx kämpft sich durch das Was­ser.

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