«Wir ha­ben lan­ge auf die­sen Mo­ment ge­war­tet»

Berner Oberlander - - Region -

Die Pla­nung und Um­set­zung des Schloss­ber­gpar­kings hat vie­le der 400 ge­la­de­nen Gäs­te des gest­ri­gen Er­öff­nungs­an­las­ses (vgl. Text oben) über län­ge­re Zeit hin­weg be­glei­tet. Si­mon Bert­ho­let von der Ar­beits­ge­mein­schaft Mar­ti Schloss­berg bei­spiels­wei­se hat zwi­schen Fe­bru­ar 2016 und Ju­li 2017 die Tun­nel­bau­ar­bei­ten im Berg ge­lei­tet. «Ich ar­bei­te seit an­dert­halb Jah­ren nicht mehr hier, kom­me aber im­mer wie­der ger­ne zu­rück», sag­te Bert­ho­let, der ak­tu­ell bei der Sa­nie­rung des Lötsch­berg-Schei­tel­tun­nels en­ga­giert ist. Er sei mit dem Par­king­pro­jekt nach wie vor emo­tio­nal ver­bun­den. «Es war ei­ne schö­ne Bau­stel­le, und un­ser Team funk­tio­nier­te gut», hielt er fest.

Alt-Ge­mein­de­rat Mel­chi­or Buchs, der von 1995 bis 2002 in der Re­gie­rung sass, er­in­ner­te sich an die Zeit, als ein neu­es Par­king noch im Aa­re­be­cken ge­plant war. Die Idee wur­de spä­ter vom Volk an der Ur­ne ver­wor­fen. «Der Be­schluss, den Thu­ner Park­haus­ring fer­tig­zu­stel­len, fiel 1997. Es brauch­te al­so über 20 Jah­re, bis der heu­ti­ge his­to­ri­sche Tag Rea­li­tät wur­de», er­zähl­te Buchs. Gar bis 1982 zu­rück be­schäf­tig­te die Idee ei­nes Schloss­berg-Par­kings Re­né E. Gy­gax, Prä­si­dent des Thu­ner In­nen­stadt-Leists und da­mals jun­ger Chef­re­dak­tor die­ser Zei­tung. «Ab 2011 ha­be ich dar­an ge­glaubt, dass die Vi­si­on tat­säch­lich Rea­li­tät wer­den könn­te», sag­te Gy­gax. Das Bau­werk im Berg ma­che ei­nen gu­ten Ein­druck auf ihn. «Ich bin über­zeugt, dass die Au­to­mo­bi­lis­ten das neue Par­king re­ge nut­zen wer­den.»

Durch­wegs Lob für Bau­werk

Als ei­nen spe­zi­el­len Tag für Thun und ins­be­son­de­re die Alt­stadt be­zeich­ne­te den gest­ri­gen 9. No­vem­ber Alt-Ge­mein­de­rä­tin Ur­su­la Hal­ler. «Das Par­king bie­tet den vie­len Lä­den in der Haupt­gas­se ei­ne ein­ma­li­ge Chan­ce.» Um die­se zu pa­cken, brau­che es En­ga­ge­ment und ei­nen at­trak­ti­ven Bran­chen­mix. Dass Par­kings, die in ei­nen Berg ge­baut sei­en, funk­tio­nie­ren, zei­ge das Bei­spiel Salz­burg. «Dort be­fin­det es sich un­ter der Burg. Und die Kun­den er­hal­ten Cou­pons, die sie in Alt­stadt­ca­fés ein­lö­sen kön­nen.» Der St­ef­fis­bur­ger Ge­mein­de­rat und Tief­bau­vor­ste­her Mar­cel Schenk, der sich in der Re­gel für den öf­fent­li­chen Ver­kehr stark­macht, sprach von ei­nem «tol­len Par­king». Nicht nur für die Thu­ner sei es ein «his­to­ri­scher Tag», son­dern auch für die Bür­ger aus den Ge­mein­den der Re­gi­on. «Wich­tig ist na­tür­lich, dass gleich­zei­tig nun auch die Fuss­gän­ger­zo­ne in der In­nen­stadt in Be­trieb ge­nom­men wird.»

Er­leich­tert zeig­te sich Su­san­ne Kie­ner: «Wir ha­ben lan­ge auf die­sen Mo­ment ge­war­tet», sag­te die Ge­schäfts­füh­re­rin der Schloss­berg Thun AG. Das «schlich­te und ele­gan­te» Bau­werk sei ein Ge­winn, so­wohl für die Alt­stadt als auch für den Schloss­berg. «Die Leu­te kom­men nun deut­lich schnel­ler und ein­fa­cher zu uns.» Es sei ein Leucht­turm­pro­jekt – für Thun und für die gan­ze Schweiz.

Be­schwer­den blei­ben pen­dent

Mit der Er­öff­nung des Schloss­berg-Par­kings hebt die Stadt rund 240 ober­ir­di­sche Park­plät­ze auf. Im Fe­bru­ar führ­ten die In­nen­stadt­ge­nos­sen­schaft IGT, Thu­ner KMU und Be­trof­fe­ne Be­schwer­de ge­gen die Auf­he­bung von Park­fel­dern in der In­nen­stadt. Re­gie­rungs­statt­hal­ter Marc Frit­schi sis­tier­te da­mals die Be­schwer­de­ver­fah­ren bis En­de Jahr (wir be­rich­te­ten).

Die von der Stadt zu­letzt be­schlos­se­nen Ver­kehrs­mass­nah­men – Park­platz­auf­he­bun­gen, Ein­füh­rung der Fuss­gän­ger­zo­ne – er­set­zen die­je­ni­gen vom Fe­bru­ar nicht, son­dern er­gän­zen sie. Der Statt­hal­ter wird des­halb die Be­schwer­de­ver­fah­ren 2019 fort­set­zen, wie er ges­tern mit­teil­te. So­weit die Be­schwer­de­punk­te nicht hin­fäl­lig oder zu­rück­ge­zo­gen wür­den, wer­de er über die Zu­läs­sig­keit der Park­platz­auf­he­bung im Ein­zel­fall zu ent­schei­den ha­ben.

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