Herbst

Berner Oberlander - - Region -

Ich füh­le mich im Mo­ment wie die Ma­de im Speck. Ich schwel­ge in Stim­mun­gen von spinn­we­ben­fei­nem Mor­gen­ne­bel und ho­nig­far­be­nem Licht, be­wun­de­re Laub­bäu­me, de­ren Blät­ter­kas­ka­den in sämt­li­chen Schat­tie­run­gen von Gold bis Pur­pur leuch­ten, stre­cke mein Ge­sicht zu­frie­den in war­men Son­nen­schein und küh­le Bri­sen.

Ich ge­ste­he es: Ich lie­be den Herbst mehr als je­de an­de­re Jah­res­zeit. Ich bin glück­lich, wenn ich durch ho­he Laub­hau­fen ra­scheln kann wie ein klei­nes Kind, und ko­che mit ei­ner Be­geis­te­rung, die mei­ne wie­der­ho­lungs­ge­plag­te Fa­mi­lie re­si­gniert auf­seuf­zen lässt, im­mer neue Va­ri­an­ten von Kür­bis­sup­pe. Jetzt ist auch die Zeit, in der ich am liebs­ten draus­sen im Gar­ten bin. Nach dem auf­schies­sen­den, fast an­mas­send kraft­strot­zen­den Früh­ling und dem raum­grei­fen­den, zu Ex­tre­men nei­gen­den Som­mer zeigt un­ser Gar­ten im Herbst ei­ne fast sa­lop­pe Ge­las­sen­heit: Das Grün wird mat­ter, die Ro­sen­bü­sche, al­les an­de­re als ma­kel­los, las­sen fast bei­läu­fig noch die ei­ne oder an­de­re präch­ti­ge Blü­te er­blü­hen, Laub liegt auf dem Ra­sen

Es­t­her Pauchard

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