Rom pro­vo­ziert Show­down

Berner Zeitung (Emmental) - - Wirtschaft -

Ita­li­ens Par­la­ment bil­ligt die De­fi­zit­vor­stel­lung der Re­gie­rung.

Die Macht­pro­be zwi­schen Rom und Brüs­sel zu den Haus­halts­plä­nen lässt sich wohl nicht mehr ver­hin­dern. Trotz Vor­be­hal­ten na­tio­na­ler und in­ter­na­tio­na­ler Wirt­schafts- und Fi­nanz­in­sti­tu­tio­nen hat das rö­mi­sche Par­la­ment das so­ge­nann­te Do­cu­men­to di Eco­no­mia e Fi­nan­za, kurz «Def», der po­pu­lis­ti­schen Re­gie­rung ab­ge­nickt. Nun soll das Do­ku­ment am kom­men­den Mon­tag der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on un­ter­brei­tet werden. Die hat be­reits ver­lau­ten las­sen, dass sie die Plä­ne miss­bil­ligt. Das «Def» gibt nur die gros­sen Li­ni­en des künf­ti­gen Etats an. Die ge­nau­en Mass­nah­men sol­len dann bei der Haus­halts­de­bat­te im Par­la­ment be­stimmt werden.

Con­te gibt sich selbst­be­wusst

Im «Def» in­ter­es­siert nur ei­ne Pro­zent­zahl: 2,4 Pro­zent des Brut­to­in­land­pro­dukts – mit so viel De­fi­zit rech­net die Re­gie­rung für 2019. Das ist des­halb hoch um­strit­ten, weil Ita­li­en ho­he Staats­schul­den hat und mit Brüs­sel 0,8 Pro­zent aus­ge­macht ge­we­sen war. Mit 2,4 Pro­zent wächst der Berg wei­ter an.

Nach der Ab­stim­mung sag­te Pre­mier Gi­u­sep­pe Con­te, die Re­gie­rung sei über­zeugt von dem, was sie tue, egal, wie Brüs­sel und die Märk­te re­agier­ten. Staats­prä­si­dent Ser­gio Mat­ta­rel­la fühl­te sich er­neut ge­drängt, den Mäch­ti­gen ih­re Gren­zen auf­zu­zei­gen. Macht be­rau­sche, sag­te er. Die Ver­fas­sung schüt­ze die Un­ab­hän­gig­keit von Kon­troll­in­stan­zen und In­sti­tu­tio­nen. Ge­meint war un­ter an­de­rem die Zen­tral­bank. Vi­ze­pre­mier Lu­i­gi Di Maio von den Fünf Ster­nen hat­te nach de­ren Kri­tik am Haus­halts­plan ge­sagt, die Zen­tral­ban­ker könn­ten ja bei den nächs­ten Wah­len kan­di­die­ren, wenn ih­nen das Bud­get nicht pas­se. om

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