Staats­an­walt for­dert vier Jah­re

Ein Ita­lie­ner mit Wohn­sitz im Kan­ton Bern soll für vier Jah­re hin­ter Git­ter. Die Bun­des­an­walt­schaft be­schul­digt den Mann der Mit­glied­schaft der ka­la­bri­schen Ma­fia ‘Ndran­ghe­ta.

BZ Langenthaler Tagblatt - - Region -

Vor dem Bun­des­straf­ge­richt in Bel­lin­zo­na be­zeich­ne­te ges­tern der Staats­an­walt des Bun­des den 61-Jäh­ri­gen aus dem Kan­ton Bern als ak­ti­ves Ma­fia­mit­glied. Er ha­be ei­ne wich­ti­ge Rol­le in ei­ner ‘Ndran­ghe­ta-Zel­le in der Lom­bar­dei ge­spielt. Auf­ga­be des An­ge­klag­ten sei es na­ment­lich ge­we­sen, Waf­fen aus der Schweiz für Ka­la­bri­en zu be­sor­gen. Wie­so er trotz­dem nicht mehr als vier Jah­re Frei­heits­ent­zug for­der­te, be­grün­de­te der Staats­an­walt so: Die vor­ge­wor­fe­nen Ta­ten lä­gen weit zu­rück.

Der Be­schul­dig­te, ein ge­bür­ti­ger Ita­lie­ner, hat­te dem­ge­gen­über stets sei­ne Un­schuld be­teu­ert und aus­ge­sagt, als An­ge­stell­ter zu ar­bei­ten. Ent­spre­chend plä­dier­te sein Ver­tei­di­ger für ei­nen Frei­spruch. Der Mann sei zwar in en­gem Kon­takt mit der ma­fiö­sen Rea­li­tät in ei­nem klei­nen Dorf in Ka­la­bri­en auf­ge­wach­sen. Meh­re­re sei­ner Ju­gend­freun­de sei­en auch ak­ti­ve Mit­glie­der der ‘Ndran­ghe­ta ge­wor­den und säs­sen der­zeit im Ge­fäng­nis. Dass er sie ge­kannt und bei spä­te­ren Fe­ri­en­rei­sen in die Hei­mat hin und wie­der ge­trof­fen ha­be, ma­che aus ihm je­doch kein ‘Ndran­ghe­ta-Mit­glied.

Der An­walt liess ein­zig gel­ten, dass der Be­schul­dig­te in die Be­wa­chung von Hanf­fel­dern durch Be­waff­ne­te im Kan­ton Bern in­vol­viert war. In die­ser Be­zie­hung auf­ge­fal­len war er vor al­lem in Fries­wil. Das Ur­teil wird spä­ter er­öff­net. sda

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