TIL­MAN RAMMSTEDT

DOPPELFEHLER

Das Magazin - - III - TIL­MAN RAMMSTEDT ist­schrift­stel­ler. Sein neu­es­ter Ro­man heisst «Mor­gen mehr».

Sehr ge­ehr­te frau …, sehr ge­ehr­ter herr …, bit­te ent­schul­di­gen Sie, dass ich mich erst jetzt bei ih­nen mel­de. ich woll­te nur ein­fach kei­ne über­has­te­te ent­schei­dung tref­fen, ob­wohl es ja im­mer heisst, dass man bei sol­chen Din­gen «nur auf sei­nen Bauch hö­ren» soll, aber ers­tens spricht mein Bauch of­fen­bar sehr un­deut­lich, und zwei­tens muss am en­de ja nicht mein Bauch mit ih­rem Sohn le­ben, son­dern ich, und da soll­te, al­lein aus grün­den der fair­ness, auch der Rest von mir ein Wört­chen mit­re­den dür­fen.

Um es kurz zu ma­chen: Ich muss Ih­nen schwe­ren Her­zens mit­tei­len, dass ich nicht auf die Kon­takt­an­zei­ge für Ih­ren Sohn re­agie­ren wer­de.

Um es lang zu ma­chen: Die­se Ent­schei­dung ist mir nicht leicht­ge­fal­len. Und mei­ne Ab­sa­ge soll­ten we­der Sie noch Ihr Sohn per­sön­lich neh­men. Aber ich bin mir si­cher, dass es lang­fris­tig so bes­ser für al­le Be­tei­lig­ten ist. Und dar­um geht es schliess­lich: ums Lang­fris­ti­ge. Und um die Be­tei­lig­ten.

Sie bei­de hät­ten mich an­fangs oh­ne­hin nicht ge­mocht. Das müs­sen Sie jetzt gar nicht ab­strei­ten. Ih­nen, Herr …, wä­re noch ein (auf­ge­run­det) hal­bes Lä­cheln ge­lun­gen, als Sie mir beim Vor­stel­lungs­ge­spräch die Tür ge­öff­net hät­ten, aber Ih­nen, Frau ..., wä­re ir­gend­ei­ne Be­mer­kung raus­ge­rutscht. «Oh, am Te­le­fon ha­ben Sie ir­gend­wie jün­ger ge­klun­gen» oder «Nun, wo Sie schon mal hier sind, kom­men Sie halt kurz rein», und Sie hät­ten mir so­gar Ku­chen an­ge­bo­ten, weil Sie ja wis­sen, was sich ge­hört, aber dann lie­ber doch nicht den gu­ten, und Sie wä­ren stolz dar­auf ge­we­sen, wie ge­nau Sie Ih­re Ver­ach­tung zu do­sie­ren ge­wusst hät­ten.

Und auf ei­ne Art hät­ten Sie mit all­dem recht ge­habt. Aber auf al­le an­de­ren Ar­ten nicht. Denn na­tür­lich bin ich «bild­hübsch», so wie in Ih­rer An­non­ce ge­for­dert. Es kommt halt auf das Bild an. Ich bin viel­leicht kei­ne Mo­na Li­sa oder ei­ne von die­sen Nack­ten, die sich auf Chai­se­longues rekeln, aber es gibt, das ha­be ich re­cher­chiert, wirk­lich ge­nug an­de­re Bil­der. Auch sol­che mit röh­ren­den Hir­schen oder trau­ri­gen Clowns oder, wie bei Ih­nen im Wohn­zim­mer, das mit dem Se­gel­schiff im Ne­bel, und im Ne­bel bin ich min­des­tens so hübsch wie ein Se­gel­schiff. Min­des­tens.

Auf man­chen Bil­dern sind auch al­le fett. Oder tot. Und es gibt auch wel­che, auf de­nen nur schwar­ze Qua­dra­te sind. Wenn Sie für Ih­ren Sohn eher ein schwar­zes Qua­drat als Part­ne­rin ge­sucht ha­ben, hät­ten Sie das halt in der An­non­ce schrei­ben sol­len.

In den ers­ten Mi­nu­ten hät­ten Sie mich über den Tisch hin­weg ge­mus­tert und sich über­legt, ob mit viel Fan­ta­sie nicht doch noch ir­gend­was aus mir zu ma­chen wä­re, ir­gend­was halb­wegs An­ge­mes­se­nes, doch die Fan­ta­sie hät­te nicht ge­reicht, und Sie hät­ten ge­seufzt, nicht laut, aber ein­stim­mig, und da muss­ten wir dann al­le ge­mein­sam durch. Schliess­lich geht es hier um die Lie­be. Es geht ums gros­se, lang­fris­ti­ge Glück, das ist nicht im­mer ein Ver­gnü­gen. Und als Sie mich dann ge­be­ten hät­ten, erst ein­mal et­was von mir zu er­zäh­len, hät­te das so auf­ge­sagt ge­klun­gen, dass Sie mir auf ein­mal leid ta­ten. Und des­halb hät­te ich tat­säch­lich mit «Ach, da gibt es nicht viel zu er­zäh­len» ge­ant­wor­tet, und wir hät­ten al­le ge­lacht, ob­wohl es doch gar nichts zu la­chen gab, aber al­les an­de­re gab es noch we­ni­ger, und das La­chen hät­te sich schnell ent­schul­digt, weil es an­geb­lich noch wo­an­ders ver­ab­re­det war, und wir hät­ten ihm lan­ge nach­ge­schaut. Al­le drei hät­ten wir dann zeit­gleich zu un­se­ren Tee­tas­sen ge­grif­fen und, als uns das auf­fiel, al­le un­se­re Hän­de zeit­gleich wie­der zu­rück­ge­zo­gen. Wir hät­ten jetzt gut und ger­ne noch ein­mal la­chen kön­nen, aber das La­chen war ja ver­ab­re­det. Was mei­ne El­tern denn so be­ruf­lich ma­chen wür­den, hät­ten Sie, Herr…, schliess­lich ge­fragt, und ich hät­te ge­wusst, dass es spä­tes­tens jetzt gleich vor­bei wä­re. Al­so hät­te ich noch ei­ne Ga­bel voll Ku­chen ge­nom­men, ei­ne gros­se Ga­bel, um nicht so­fort ant­wor­ten zu müs­sen, und dann noch ei­ne, das ver­schaff­te mir Zeit, ob­wohl ich kei­ne Zeit brauch­te. Kein Ku­chen wä­re gross ge­nug, um aus mei­nem El­tern­haus ein gu­tes El­tern­haus zu ma­chen, das wuss­te ich, das wuss­ten Sie, das wuss­te der Ku­chen. Denn, nein, ich kom­me nicht «aus gu­tem Hause». Ich kom­me aus ei­ner echt okay­en Woh­nung. Und ich weiss auch nicht ge­nau, war­um Ih­nen das so wich­tig ist. Ich ken­ne schliess­lich ge­nug Idio­ten, die in Vil­len auf­ge­wach­sen sind. Ei­ner der gröss­ten Idio­ten, die ich ken­ne, war so­gar ein Graf, ob­wohl das mit ziem­li­cher Si­cher­heit nicht stimmt. Ich ha­be je­den­falls zu­fäl­lig oder, na gut: «zu­fäl­lig», am nächs­ten Mor­gen in sei­nem Per­so­nal­aus­weis ge­le­sen, dass er mit ech­tem Na­men Gun­nar Has­sel­schmidt heisst, und so heis­sen, glau­be ich, kei­ne Gra­fen. Aus­ser­dem war er sechs Jah­re äl­ter als be­haup­tet. Aber, um fair zu sein: ich auch. Den Per­so­nal­aus­weis ha­be ich üb­ri­gens noch, falls Sie In­ter­es­se dar­an ha­ben soll­ten.

Sie hät­ten mich er­war­tungs­voll an­ge­schaut, wäh­rend ich kau­te, aber ich hät­te, lei­der, lei­der, noch ei­ne drit­te Ga­bel voll Ku­chen ge­nom­men und ei­ne vier­te, und weil von mei­nem Stück nichts mehr üb­rig ge­we­sen wä­re, hät­te ich mich an Ih­rem Ku­chen, Frau …, be­dient, der war noch voll­kom­men un­be­rührt, ich hät­te die Ga­bel weg­ge­las­sen und die Fin­ger ge­nom­men, und ich hät­te den Blick be­merkt, den Sie wech­sel­ten, und mich dar­auf­hin sehr wahr­schein­lich ver­schluckt und laut ge­hus­tet, und Sie hät­ten mich bei­de erst ver­stört, dann be­sorgt und schliess­lich an­ge­ekelt be­trach­tet und dann noch ei­nen kur­zen Blick ge­wech­selt, der nicht mehr nö­tig ge­we­sen wä­re.

Und Ihr «Viel­leicht ge­nügt das als ers­ter Ein­druck» wä­re noch viel we­ni­ger nö­tig ge­we­sen. Das wuss­te ich al­les sel­ber. An der Haus­tür hät­ten Sie noch ir­gend­et­was Be­schwich­ti­gen­des ge­sagt, ir­gend­et­was, was mich trös­ten soll­te, aber dar­in wä­ren Sie nicht sehr ge­übt ge­we­sen. «Un­ser Sohn ist üb­ri­gens am gan­zen Kör­per stark be­haart», hät­ten Sie wo­mög­lich ge­sagt oder «Un­ser Sohn ist üb­ri­gens seit zwei Jah­ren tot, das wä­re wahr­schein­lich oh­ne­hin nichts für Sie», und ich hät­te aus Trotz, weil ich mir den zu schul­den ge­glaubt hät­te, im Weg­ge­hen noch die­sen al­ber­nen Blu­men­topf um­ge­wor­fen, den ei­nen da, der aus­sieht, als kä­me er di­rekt aus dem al­ten Rom, so ei­nen ha­ben Sie be­stimmt in Ih­rem Gar­ten, und er wä­re nicht zer­bro­chen, nicht ein­mal das wä­re mir ge-

glückt, und ei­ner von Ih­nen hät­te mir noch et­was hin­ter­her­ru­fen wol­len, aber der an­de­re hät­te ihn nur kurz am Arm be­rührt, und das hät­te ge­reicht. Es hät­te wirk­lich ge­reicht.

Von mir aus hät­te es da gut und gern zu En­de sein kön­nen. Ich hat­te schon schlim­me­re Nach­mit­ta­ge, weit­aus schlim­me­re. Aber für Sie wä­re es noch längst nicht zu En­de ge­we­sen. Ich wä­re ja nicht die Ers­te ge­we­sen und, sehr wahr­schein­lich, auch nicht die Vor­letz­te. Und nach mei­nem Ab­gang wä­re Ihr Sohn vor­sich­tig die Trep­pe her­un­ter­ge­kom­men. «Und?», hät­te er ge­fragt, mit die­ser Hoffnung in den Au­gen, die er ein­fach nicht los­wird. Und Sie hät­ten bei­de trau­rig den Kopf ge­schüt­telt, nur leicht, aber ein­stim­mig. Und Sie hät­ten ihm übers Haar ge­stri­chen, über sein per­fekt fri­sier­tes, duf­ten­des Haar. Sie hät­ten da­bei sanft auf ihn ein­ge­re­det. Dass er sich kei­ne Sor­gen ma­chen müs­se, dass die Rich­ti­ge be­stimmt noch kom­me, dass er nur Ge­duld brau­che, nur noch et­was Ge­duld. «Wir ha­ben das im Griff», hät­ten Sie, Herr …, ge­sagt und sich das kurz noch ein­mal ge­glaubt, und Ihr Sohn hät­te ge­nickt. «Ich ge­he dann mal zum Sport», hät­te er ge­sagt, weil Top-ath­le­ten zum Sport ge­hen müs­sen, sonst sind sie kei­ne Top-ath­le­ten mehr. Und Top-el­tern müs­sen ih­re Kin­der glück­lich ma­chen, sonst sind sie kei­ne Top-el­tern mehr. Und das Top-le­ben muss doch ir­gend­wann mal ge­lin­gen, sonst ist es kein Le­ben mehr.

Und Sie hät­ten Ih­ren Sohn be­trach­tet, wie er da sei­ne Sport­ta­sche packt, Ih­ren fei­nen, rei­fen, wohl­ha­ben­den Sohn. Sie hät­ten ein­an­der be­stä­tigt, wie at­trak­tiv er al­les in der Ta­sche ver­staut, Ten­nis­schlä­ger, Ba­de­ho­sen, Fuss­bäl­le, Ski­schu­he, wie hu­mor­voll, wie selbst­si­cher. Sie hät­ten ver­sucht, sich dar­an zu er­freu­en, dass er die Ta­sche packt, oh­ne da­bei zu trin­ken, oh­ne zu rau­chen. «Was ist los?», hät­te er ge­fragt, als er Ih­ren Blick be­merk­te, und Sie hät­ten ge­sagt: «Nichts, mein Gold­stück. Nichts. Geh du mal ru­hig zum Sport.»

Und dann wä­re er zur Bus­hal­te­stel­le ge­gan­gen, und Sie hät­ten ihm Arm in Arm nach­ge­winkt, wäh­rend er klei­ner und klei­ner wur­de, so klein wie da­mals, als al­les noch wuchs, als es noch nichts als Mög­lich­kei­ten gab und nicht nur Ent­täu­schun­gen wie mich.

Und an der Bus­hal­te­stel­le hät­te er mich dann sit­zen se­hen. Es wä­re ja Sonn­tag und ein­ge­schränk­ter Fahr­be­trieb. Da wä­ren noch Ku­chen­res­te an mei­ner Wan­ge, die nichts schlim­mer mach­ten. «Sie ha­ben da was», hät­te Ihr Sohn zu mir ge­sagt, mit sei­ner furcht­bar an­ge­neh­men Stim­me, und er hät­te na­tür­lich ge­wusst, wo­her der Ku­chen stamm­te, aber es sich nicht an­mer­ken las­sen. Und ich hät­te ver­sucht, auch bei ihm et­was zu fin­den, was es zu kor­ri­gie­ren gab, aber da gab es nichts, al­les rein und sau­ber und ge­pflegt und nass ra­siert. «Sie ha­ben da nichts», hät­te ich al­so ge­sagt, und Ihr Sohn hät­te auf ein­mal ganz er­schro­cken ge­schaut oder schul­dig oder ir­gend­et­was da­zwi­schen. «Nein», hät­te er dann lei­se ge­sagt. «Ich ha­be nichts.»

Fünf Mi­nu­ten lang hät­ten wir da noch ne­ben­ein­an­der­ge­ses­sen. Fünf Mi­nu­ten, in de­nen wir bei­de ver­sucht hät­ten, uns aus­zu­ma­len, wie es wä­re, gleich ge­mein­sam in den Bus zu stei­gen, in den Bus zu stür­men, Hand in Hand. Wie es wä­re, dort ne­ben­ein­an­der auf der Rück­bank zu sit­zen, la­chend und ängst­lich und vor­freu­dig, wie in die­sem Film, und ein­fach im­mer wei­ter­zu­fah­ren, an mei­ner Woh­nung vor­bei, am Sport­ver­ein vor­bei, an der letz­ten Hal­te­stel­le vor­bei, im­mer wei­ter ins Lang­fris­ti­ge. Aber die Vor­stel­lung wä­re uns bei­den nicht ge­lun­gen, al­les viel zu ab­we­gig und viel zu ein­fach, und dann wä­re der Bus ge­kom­men, und wir wä­ren nicht ge­mein­sam ein­ge­stie­gen, nur ei­ner nach dem an­de­ren, wie es sich ge­hört.

Ihr Sohn hät­te spä­ter beim Ten­nis ver­lo­ren, knapp, aber ver­dient. Und ich hät­te spä­ter bei al­lem an­de­ren ver­lo­ren. Und Sie, Frau ... und Herr …, hät­ten den Tisch neu ge­deckt, weil ja gleich die nächs­te Be­wer­be­rin ge­kom­men wä­re. So­phie hät­te die ge­heis­sen und auch sonst sehr viel­ver­spre­chend ge­klun­gen. «Ich glau­be, die ist es dies­mal», hät­ten Sie, Frau …, ge­sagt, und Ihr Mann hät­te ge­sagt: «Ich glau­be auch.» Er ha­be da ein gu­tes Ge­fühl. Aber als es an der Tür klin­gel­te, hät­te sich kei­ner von Ih­nen be­wegt, es ging ein­fach nicht, und dann hät­te es noch ein­mal ge­klin­gelt und noch ein­mal und dann nicht mehr, und Sie wä­ren ein­fach ste­hen ge­blie­ben, mit­ten im Wohn­zim­mer, den gan­zen Nach­mit­tag über, als ob Sie ge­nau an der Stel­le et­was Drin­gen­des zu tun hät­ten, und als Ihr Sohn abends nach Hause ge­kom­men wä­re, hät­te er die Sport­ta­sche wü­tend in die Ecke ge­knallt, weil er nicht ger­ne ver­liert, aber das hät­ten Sie ihm heu­te nach­ge­se­hen. Spä­ter dann Abend­brot, ob­wohl kei­ner von Ih­nen hung­rig war, aber wenn al­les an­de­re schon ins Wa­ckeln ge­rät, muss man sich an die Mahl­zei­ten hal­ten.

Am nächs­ten Tag hät­ten Sie bei So­phie an­ge­ru­fen und sich ent­schul­digt. So­phie hät­te das ver­stan­den. Und So­phie wä­re es dann auch ge­wor­den. Sie wä­re zwar nicht ganz so bild­hübsch ge­we­sen wie ge­dacht, aber bild­hübsch ge­nug, auch oh­ne Ne­bel, und zu­min­dest aus ei­nem Hause. Und es wä­re al­les so ge­wor­den, wie es im­mer wird. Nicht ganz so gut wie er­hofft und nicht ganz so schlimm wie be­fürch­tet.

Ein paar Jah­re spä­ter hät­te ich Ih­ren Sohn und So­phie noch ein­mal zu­fäl­lig auf der Stras­se ge­se­hen. Wahr­schein­lich wä­ren auch Kin­der da­bei ge­we­sen, mei­ne oder sei­ne, aber be­stimmt nicht un­se­re. Wir hät­ten uns haar­scharf nicht er­kannt. Da wä­re nur plötz­lich bei uns bei­den die­ses lei­se Be­dau­ern ge­we­sen, die­ses be­son­ders lei­se, wenn man nicht ein­mal weiss, was man be­dau­ern kann. «Wisst ihr, wen ich

ges­tern zu­fäl­lig auf der Stras­se ge­se­hen ha­be?», hät­te Ihr Sohn Sie am nächs­ten Tag am Te­le­fon ge­fragt. Sie wür­den ja nur noch je­den zwei­ten Tag mit­ein­an­der te­le­fo­nie­ren, was scha­de wä­re, aber nun ein­mal sein aus­drück­li­cher Wunsch. «Nein», wür­den Sie ant­wor­ten, und Ihr Sohn wür­de sa­gen: «Ich auch nicht.» Und Sie wür­den ihn nicht ver­ste­hen. Sie wür­den da­ste­hen, Sie, Frau ..., und Sie, Herr ..., das Te­le­fon auf Laut­spre­cher zwi­schen Ih­nen, und dar­an den­ken, wie oft Sie Ih­ren Sohn nicht mehr ver­ste­hen. Ei­gent­lich seit die­ser So­phie nicht mehr, und dass man da doch et­was un­ter­neh­men müss­te. Aber Sie wür­den nichts sa­gen, und Ihr Sohn wür­de auch nichts sa­gen, es wür­de nur ra­scheln in der Lei­tung. Und das will ich nicht sein. Ich will lie­ber kein Ra­scheln sein. Ich hof­fe, Sie ha­ben da­für Ver­ständ­nis.

Mit freund­li­chen Grüs­sen ...

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