ANTIMODERN

Das Magazin - - N° 37 — 15. September 2018 - Finn Ca­no­ni­ca

Ihn in­ter­es­sie­re in ers­ter Li­nie das Werk ei­nes Künst­lers und we­ni­ger sei­ne Bio­gra­fie, sagt Ku­ra­tor Ra­phaël Bou­vier in dem kur­zen Ge­spräch zu Balthus in die­sem Heft (Sei­te 25). Für ei­nen Kunst­wis­sen­schaf­ter ist das ei­ne an­ge­mes­se­ne Hal­tung – viel­leicht so­gar die ein­zi­ge, wenn man ei­nem Werk zum ers­ten Mal ge­gen­über­tritt. Den­noch lässt sich das Le­ben ei­nes Künst­lers von sei­nem Werk kaum tren­nen. Balthus wur­de be­kannt mit sei­nen Ge­mäl­den trot­zig-ge­lang­weil­ter Mäd­chen an der Schwel­le zur Pu­ber­tät. Die Bil­der sind ero­tisch auf­ge­la­den, das wur­de in den ver­gan­ge­nen Wo­chen im Zu­sam­men­hang mit der Aus­stel­lung in der Fon­da­ti­on Bey­e­ler aus­führ­lich dis­ku­tiert. Et­was in den Hin­ter­grund ge­riet da­bei Balthus’ Rol­le in der Kunst­ge­schich­te: Er war zeit­le­bens ein An­ti­mo­der­nist, der mit der abs­trak­ten Kunst sei­ner Maler­freun­de wie Pi­cas­so oder Ma­tis­se ab­so­lut nichts ge­mein hat­te. Balthus ver­schanz­te sich in ei­ner selbst ge­schaf­fe­nen Welt. Er lieb­te Kin­der­bü­cher, fühl­te sich sein Le­ben lang fast wie ein Kind und schuf at­mo­sphä­risch dich­te Wer­ke, de­ren Fas­zi­na­ti­on auch in der ei­gen­tüm­lich ge­fähr­li­chen Ru­he ih­rer Aus­strah­lung liegt. Aber was be­deu­tet das? Drei Au­to­rin­nen ha­ben für uns Balthus’ be­rühm­tes­tes Bild ei­ner ge­nau­en Be­trach­tung un­ter­zo­gen (ab Sei­te 16).

Die Kle­in­stadt Potre­ril­los in Hon­du­ras: Hier nahm die er­schüt­tern­de Ge­schich­te der fünf Díaz-brü­der ih­ren An­fang.

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