Ge­wer­be for­dert schär­fe­res Ener­gie­ge­setz

Die Un­ter­neh­mer­initia­ti­ve «Neue Ener­gie Zü­rich» in­for­miert Un­ter­neh­mer im Ener­gie­be­reich mo­men­tan über ih­re Mög­lich­kei­ten, Ein­fluss auf das neue Ener­gie­ge­setz zu neh­men. Da­bei for­dert sie vor al­lem schär­fe­re Richt­li­ni­en.

Der Landbote - - REGION - Le­on Zim­mer­mann

Knapp 40 Per­so­nen ha­ben sich am Don­ners­tag­abend in der Sol­t­op Schup­pis­ser AG in Elgg ver­sam­melt. Sechs da­von he­ben ih­re Hän­de. Da­mit drü­cken sie ihr In­ter­es­se aus, sich an der Um­set­zung des neu­en Ener­gie­ge­set­zes auf kan­to­na­ler Ebe­ne zu be­tei­li­gen. Die Kan­to­ne ori­en­tie­ren sich da­bei an den «Mus­ter­vor­schrif­ten der Kan­to­ne im Ener­gie­be­reich» (MUKEN), die sie vor­gän­gig ge­mein­sam er­ar­bei­tet ha­ben. Bis zum 19. Ok­to­ber ha­ben Un­ter­neh­mer und Pri­vat­per­so­nen noch die Mög­lich­keit, sich im Rah­men ei­ner Ver­nehm­las­sung zur vor­ge­schla­ge­nen Um­set­zung zu äus­sern.

Har­mo­ni­sie­rung als Ziel

Des­halb führt die Un­ter­neh­mer­initia­ti­ve «Neue Ener­gie Zü­rich» im gan­zen Kan­ton Ver­an­stal­tun­gen durch, an de­nen sie Un­ter­neh­mer im Ener­gie­be­reich über ih­re po­li­ti­schen Ein­fluss­mög­lich­kei­ten auf­klä­ren. Zu die­sen Ver­an­stal­tun­gen zählt auch der In­fo­an­lass in Elgg. Für Fritz Schup­pis­ser, Lei­ter für Tech­no­lo­gie und In­no­va­ti­on bei der Sol­t­op, ist die vom Kan­ton Zü­rich vor­ge­schla­ge­ne Um­set­zung zu lau: «Die Vor­la­ge ist un­ge­nü­gend. Sie geht nicht so weit wie die For­de­run­gen der MUKEN.»

Das Haupt­ziel der MUKEN ist ei­ne Har­mo­ni­sie­rung der kan­to­na­len Ener­gie­vor­schrif­ten. Wenn die Um­set­zung des Ener­gie­ge­set­zes mo­de­rat aus­fällt, ge­fähr­de das die Er­rei­chung die­ses Ziels. «Be­reits heu­te gibt es Ge­mein­den, die mit ih­ren Richt­li­ni­en über die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen hin­aus­ge­hen», sagt Glp­kan­tons­rat Micha­el Zeu­gin. Für Bau­un­ter­neh­mer ent­ste­he durch die un­ein­heit­li­chen Be­stim­mun­gen ein ad­mi­nis­tra­ti­ver Mehr­auf­wand. «Je­de Ab­wei­chung vom Har­mo­ni­sie­rungs­stan­dard führt zu ei­ner ne­ga­ti­ven Wert­schöp­fung», ist Zeu­gin über­zeugt.

Dem­zu­fol­ge könn­te das Ge­wer­be durch­aus ein In­ter­es­se an schär­fe­ren ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen ha­ben. In sei­nem ak­tu­el­len Ent­wurf setzt der Kan­ton le­dig­lich die Min­dest­an­for­de­run­gen um. «Je nä­her die Um­set­zung aber an der MUKEN ist, des­to eher pro­fi­tiert der Wirt­schafts­stand­ort Zü­rich», fin­det Zeu­gin. Es sei nun wich­tig, auch die bür­ger­li­che Mehr­heit im Zürcher Kan­tons­rat von die­ser An­sicht zu über­zeu­gen.

Lob­by­ar­beit ge­fragt

Glei­cher Mei­nung ist auch Ste­phan Pe­ter­hans, Mit­glied der Ener­gie­kom­mis­si­on der FDP Schweiz. «Lob­by­ar­beit als po­li­ti­sche Ar­beit ist sehr ge­fragt», er­klärt er. Das Ener­gie­ge­wer­be sei ab­ge­se­hen von we­ni­gen Or­ga­ni­sa­tio­nen aber sehr schlecht im po­li­ti­schen Pro­zess ver­tre­ten. «Da­bei wä­re die er­folg­te An­nah­me des Ener­gie­ge­set­zes ei­ne Steil­vor­la­ge für un­ser Ge­wer­be», fügt er hin­zu. Es ge­he nun nicht mehr al­lein um wirt­schaft­li­che In­ter­es­sen, viel­mehr hand­le man in ei­nem ge­sell­schaft­li­chen Auf­trag.

Das Schwei­zer Ener­gie­ge­wer­be wür­de von den ge­for­der­ten Ver­schär­fun­gen im Ge­set­zes­ent­wurf eben­falls pro­fi­tie­ren. So for­dern die Or­ga­ni­sa­to­ren in der Vor­la­ge ih­rer Ver­nehm­las­sungs­ant­wort auch ver­schärf­te Be­stim­mun­gen im Be­reich Ener­gie­im­por­te. Da­durch wür­de für Schwei­zer Ener­gie­her­stel­ler ein we­sent­li­cher Markt­vor­teil ent­ste­hen.

Fo­to: Nat­ha­lie Gui­nand

Am Ge­wer­be­an­lass in Elgg setzt sich der Win­ter­thu­rer Glp-kan­tons­rat Micha­el Zeu­gin für ein ein­heit­li­ches und grif­fi­ges Ener­gie­ge­setz ein.

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