WIS­SENS­WER­TES ZUR REPRODUKTIONSMEDIZIN

Der Landbote - - THEMA -

Seit 40 Jah­ren gibt es die künst­li­che Be­f­ruch­tung: Am 25. Ju­li 1978 kam mit der Bri­tin Loui­se Joy Brown das ers­te «Re­tor­ten­ba­by» in Old­ham, im Nord­wes­ten En­g­lands, zur Welt. Seit­her wur­den welt­weit über fünf Mil­lio­nen Kin­der mit­tels In-vi­tro­fer­ti­li­sa­ti­on (IVF) ge­bo­ren.

2 Pro­zent: In der Schweiz wird je­des fünf­zigs­te Kind mit künst­li­cher Be­f­ruch­tung ge­zeugt. 2016 lies­sen sich laut Bun­des­amt für Sta­tis­tik schweiz­weit 6049 Frau­en we­gen ei­nes un­er­füll­ten Kin­der­wun­sches me­di­zi­nisch be­han­deln. Bei knapp der Hälf­te der Frau­en (41,5 Pro­zent) kam es zu ei­ner Schwan­ger­schaft.

Fünf von sechs Paa­ren wer­den oh­ne ärzt­li­che Hil­fe El­tern. Frü­her brauch­ten we­ni­ger me­di­zi­ni­sche Hil­fe, um schwan­ger zu wer­den. Haupt­fak­tor ist laut Re­pro­duk­ti­ons­me­di­zi­ner Mo­ni­ka Fäh das Al­ter der Frau­en: «Vor 20 Jah­ren war ei­ne Frau bei der ers­ten Ge­burt durch­schnitt­lich 22 Jah­re alt, heu­te ist sie 32 beim ers­ten Kind.» Hin­zu kom­me, dass die Sper­mi­en­qua­li­tät ab­ge­nom­men ha­be.

12 Mo­na­te: Von Un­frucht­bar­keit spricht man, wenn ein Paar nach ei­nem Jahr re­gel­mäs­si­gem Sex nicht schwan­ger ge­wor­den ist. Dann macht es Sinn, sich me­di­zi­nisch be­ra­ten zu las­sen.

Die Mög­lich­kei­ten der Reproduktionsmedizin sind viel­fäl­tig, nicht al­les wird aber von den Kas­sen be­zahlt. Über­nom­men wer­den Hor­mons­prit­zen (ein Jahr lang) und die In­se­mi­na­ti­on. Künst­li­che Be­f­ruch­tung hin­ge­gen muss selbst be­zahlt wer­den. Auch das «so­ci­al free­zing», das Ein­frie­ren der Ei­zel­len auf Zeit, wird nicht be­zahlt. Die Be­hand­lung kos­tet zwi­schen 3500 und 5000 Fran­ken.

Re­strik­tiv I: Die Schweiz ist bei der Reproduktionsmedizin stren­ger als an­de­re. So sind im na­hen Aus­land bei­spiels­wei­se die Ei­zel­len- oder Em­bryo­nen­spen­de er­laubt. In den USA, in In­di­en oder der Ukrai­ne ist es mög­lich, mit­tels Leih­mut­ter­schaft ein Kind zu be­kom­men.

Re­strik­tiv II: Zu­gang zu Reproduktionsmedizin ha­ben bis heu­te nur ver­hei­ra­te­te, he­te­ro­se­xu­el­le Paa­re. Sing­le-frau­en oder ho­mo­se­xu­el­le Paa­re sind da­von aus­ge­schlos­sen.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.