Die neue Aus­ge­gli­chen­heit

Die NLA ist aus­ge­gli­chen wie sel­ten zu­vor. Mit ei­nem Sieg heu­te im Spit­zen­spiel in der Axa-are­na ge­gen den BSV Bern wür­de Pfa­di zu ei­nem punkt­glei­chen Top­trio ge­hö­ren.

Der Landbote - - SPORT - Urs Stan­ger

Die Re­gel war: Im No­vem­ber trennt sich die Spreu vom Wei­zen, set­zen sich die drei Spit­zen­klubs all­mäh­lich vom Rest des Fel­des ab und ver­liert die Num­mer 7 der Ta­bel­le zu­se­hends den Kon­takt zu den Top 6, die im Früh­jahr die Fi­nal­run­de be­strei­ten dür­fen.

Das al­les könn­te na­tür­lich auch in die­sem No­vem­ber noch ge­sche­hen. Doch die Aus­gangs­la­ge ist für ein­mal ei­ne an­de­re: Nach acht Run­den wer­den die bes­ten fünf Mann­schaf­ten nur zwei, höchs­tens drei Punk­te aus­ein­an­der­lie­gen. Und die der­zei­ti­ge Num­mer 7, der HSC Suhr Aarau, könn­te mor­gen mit ei­nem gut mög­li­chen Sieg in Zü­rich zum sechst­plat­zier­ten Kri­ens-lu­zern auf­schlies­sen und den Kon­takt zu den Top 5 wie­der­her­stel­len.

«Sehr eng ist al­les in die­sem Jahr. Grund­sätz­lich ist das ja ei­ne po­si­ti­ve Ent­wick­lung für die Li­ga», be­merkt Pfa­dis Trai­ner Adri­an Brüng­ger und er­gänzt: «Wenn wir am Sams­tag un­se­ren Job er­fül­len, kommt es an der Spit­ze zu ei­nem grös­se­ren Zu­sam­men­schluss.» Dann wä­ren Pfa­di, die Ka­det­ten Schaff­hau­sen und St. Ot­mar St. Gal­len vor­ne, ge­folgt vom BSV Bern und Ti­tel­ver­tei­di­ger Wa­cker Thun. Ge­winnt aber der BSV, wä­re er – im­mer nach acht Run­den ge­rech­net – Lea­der, mit drei Punk­ten Vor­sprung auf Platz 5.

Die neue Aus­ge­gli­chen­heit der Na­tio­nal­li­ga A ist er­klär­bar. Der BSV Bern, schon seit letz­ter Sai­son spür­bar im Auf­wind, und St. Ot­mar sind stär­ker ge­wor­den, bei­de ha­ben aus­ge­spro­chen rou­ti­nier­te Rück­raum­rei­hen. Zwei­tens: Wa­cker, die Ka­det­ten und Pfa­di, die tra­di­tio­nel­len Top 3, sei­en, wie Brüng­ger ein­räumt, «durch die Wech­sel im Team noch nicht auf dem Ni­veau, das sie am En­de der letz­ten Sai­son hat­ten».

Wie we­nig al­te Rol­len­bil­der mo­men­tan mass­ge­bend sind, zeig­te sich am Don­ners­tag, als sich «Aus­sen­sei­ter» St. Ot­mar 33:27 ge­gen «Fa­vo­rit» Ka­det­ten durch­setz­te. Zu Hau­se hat­ten die St. Gal­ler zu­vor schon Wa­cker und den BSV Bern be­zwun­gen. Ge­gen Pfa­di da­ge­gen setz­te es die ein­zi­ge Heim­nie­der­la­ge ab, die mit zwei To­ren in den letz­ten 16 Se­kun­den zum 29:30 zu­dem noch aus­ge­spro­chen spek­ta­ku­lär war.

«Spiel der Ge­gen­sät­ze»

Ne­ben St.ot­mar be­drängt auch der BSV Bern die bis­her üb­li­che Hier­ar­chie. Ei­ne Ver­stär­kung für den BSV ist Mat­thi­as Ger­lich, der 30-jäh­ri­ge, 2,04 m gros­se Shoo­ter aus Deutsch­land. «Wenn der zum Wurf kommt, dann . . .», be­merkt Brüng­ger. Sol­ches gilts zu ver­hin­dern. Sei­ne Spie­ler, er­klärt Brüng­ger, hät­ten auch die­se Wo­che «viel und hart trai­niert. Wenn wir das um­set­zen kön­nen, bin ich fürs Spiel zu­ver­sicht­lich.» Die Per­so­nal­si­tua­ti­on hat sich ver­bes­sert: Links­hän­der Pas­cal Ver­nier ist erst­mals wie­der für Teil­ein­sät­ze ver­füg­bar und Tor­hü­ter Ma­ti­as Schulz konn­te wie­der im nor­ma­len Rah­men mit­trai­nie­ren.

Ge­mein ha­ben die bei­den Geg­ner von heu­te, dass sie seit die­sem Som­mer in ei­ner brand­neu­en Heim­hal­le an­tre­ten kön­nen: die Win­ter­thu­rer in der Axa-are­na, die Ber­ner in der Mo­bi­li­ara­re­na zu Güm­li­gen. In der Spiel­an­la­ge un­ter­schei­den sich die Teams al­ler­dings ziem­lich. «Sie spie­len den klas­si­schen Hand­ball mit gros­sen, rou­ti­nier­ten Auf­bau­ern, Wür­fen aus der zwei­ten Rei­he und ei­ner de­fen­si­ven Ab­wehr», sagt Brüng­ger über die Ber­ner. Sei­ne Mann­schaft setzt auf Temp­o­hand­ball und die of­fen­si­ve 3-2-1-De­ckung. «Das wird ein Spiel der Ge­gen­sät­ze», freut sich Brüng­ger auf den Spit­zen­kampf.

Fo­to: Deu­ring Pho­to­gra­phy

Mar­vin Liers To­re wer­den die Win­ter­thu­rer auch heu­te Abend im Heim­spiel ge­gen den BSV Bern gut ge­brau­chen kön­nen. NLA Frau­en. Us­ter ­ Win­ter­thur 2:1.

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