Ver­schnauf­pau­se

Zu­rich Fi­nan­ci­al zu­rück­ge­stuft – Ro­bus­te Hol­cim – St­raumann ge­sucht

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSE SCHWEIZ - WOLF­GANG GAMMA

ND­ruck auf CS

Cre­dit Suis­se Group (–5,6%) ha­ben Ter­rain preis­ge­ge­ben. Zum Druck von den Se­mes­ter­zah­len der Deut­schen Bank (vgl. Sei­te 23) ge­sell­te sich die Ten­denz zu Ge­winn­mit­nah­men – CS no­tie­ren 70% hö­her als An­fang Jahr. Dies blieb auch Mit­glie­dern des Ma­nage­ments nicht ver­bor­gen. Ge­mäss Trans­ak­ti­ons­mel­dun­gen der Schwei­zer Bör­se ver­kauf­ten sie am Mon­tag Ak­ti­en für über 20 Mio. Fr.

UBS (–2,5%) hiel­ten sich et­was bes­ser. Am Mitt­woch ent­schei­det sich, wie es im Fall der Schwei­zer Gross­bank ge­gen Ame­ri­ka wei­ter­ge­hen wird. Es wird ent­schie­den, ob am 3. Au­gust die An­hö­rung statt­fin­den kann oder ob die be­tei­lig­ten Par­tei­en mehr Zeit be­nö­ti­gen, um sich aus­ser­ge­richt­lich zu ei­ni­gen. Der Halb­jah­res­be­richt der UBS wird für die ers­te Au­gust­wo­che er­war­tet.

Die Ver­si­che­rungs­bran­che hat­te nach Be­rech­nun­gen der Mün­che­ner Rück im ers­ten Halb­jahr Sturm-und Wet­ter­schä- ach dem kon­ti­nu­ier­li­chen Auf­wärts der bei­den ver­gan­ge­nen Han­dels­wo­chen hat sich der Ak­ti­en­markt ei­ne Ver­schnauf­pau­se ge­gönnt. Im Ein­klang mit den üb­ri­gen eu­ro­päi­schen Han­dels­plät­zen dreh­ten die Kur­se am Di­ens­tag ins Mi­nus. Zum ei­nen wur­de die Ver­su­chung, Ge­win­ne mit­zu­neh­men, im­mer grös­ser, je län­ger der Trend dau­er­te. Zur Denk­pau­se bei­ge­tra­gen ha­ben aber auch die un­ter den Er­war­tun­gen aus­ge­fal­le­nen Se­mes­ter­zah­len der Deut­schen Bank, die den Fi­nanz­ti­teln zu­setz­ten. Dass die US-Kon­su­men­ten der Wirt­schafts­ent­wick­lung wie­der we­ni­ger Ver­trau­en schen­ken, be­las­te­te eben­falls.

Die Grund­stim­mung an der Bör­se kann aber im­mer noch als gut be­zeich­net wer­den. Das Pf­länz­chen Hoff­nung, das von zahl­rei­chen we­ni­ger schlecht als be­fürch­tet aus­ge­fal­le­nen Halb­jah­res­zah­len ge­nährt wor­den war, fand Un­ter­stüt­zung in Wirt­schafts­in­di­ka­to­ren wie dem von der UBS mo­nat­lich er­ho­be­nen Kon­su­min­di­ka­tor. Er wies im Ju­li erst­mals seit zwölf Mo­na­ten wie­der nach oben. Vom lang­jäh­ri­gen Durch­schnitts­wert ist er aber noch weit ent­fernt. Auf ei­ne end­gül­ti­ge Wen­de zum Bes­se­ren zu schlies­sen, ist auch in­so­fern ris­kant, als die Schwei­zer Wirt­schaft als spät­zy­klisch gilt. Der Kon­junk­tur­ein­bruch ist noch nicht in vol­lem Aus­mass im Ar­beits­markt an­ge­kom­men. Stei­gen­de Ar­beits­lo­sen­ra­ten wer­den den Pri­vat­kon­sum dämp­fen. Die UBS rech­net mit ei­ner wei­te­ren Ab­schwä­chung bis 2010. In der Fol­ge schaff­te es der SMI am Di­ens­tag nicht mehr ins Plus (–0,2%). Zum Han­dels­schluss no­tier­te er im Ver­gleich zum Frei­tag un­ver­än­dert auf 5762,8. den von ge­samt­haft 11 Mrd.$ ab­zu­gel­ten, wo­mit ei­ne leicht über­durch­schnitt­li­che Be­las­tung re­sul­tiert hat. Die­se Mel­dung mag da­zu bei­ge­tra­gen ha­ben, dass die Mon­tags­a­van­ce der Ak­ti­en des Rück­ver­si­che­rers Swiss Re am Di­ens­tag schmolz (–1,7% im Ver­gleich zum Frei­tag). Zu­rich Fi­nan­ci­al (–3,1%) ka­men et­was stär­ker un­ter Druck. Die Ana­lys­ten von Gold­man Sachs ha­ben die Zu­rich-Pa­pie­re, zu­sam­men mit den Va­lo­ren von Al­li­anz, auf «Neu­tral» zu­rück­ge­stuft. Die weit ge­streu­ten Ge­winn­schät­zun­gen der Ana­lys­ten­gil­de stün­den ei­ner ver­läss­li­chen Ein­schät­zung des Kur­s­po­ten­zi­als kurz vor der Ver­öf­fent­li­chung des Halb­jah­res­ab­schlus­ses am 6. Au­gust im We­ge, wird be­grün­det. Swiss Li­fe fie­len 4,9% zu­rück. Sie kom­pen­sier­ten da­mit die Zah­lung von 5 Fr. Nenn­wert an­stel­le ei­ner Di­vi­den­de per 27. Ju­li.

Bau­wer­te im Hoch

Ge­sucht wa­ren die Ak­ti­en des welt­gröss­ten Zeit­ar­beits­kon­zerns Adec­co (+2,5%). Po­si­ti­ve Si­gna­le ka­men aus Frank­reich, dem gröss­ten Markt Adec­cos. Die Ar­beits­lo­sen­ra­te ist im Ju­ni im Ver­gleich zum Vor­mo­nat erst­mals seit ei­nem Jahr ge­sun­ken. En­de ver­gan­ge­ner Wo­che gab zu­dem der nie­der­län­di­sche Kon­kur­rent USG Peop­le die Zah­len für das zwei­te Quar­tal be­kannt. Zwar fie­len die Ein­nah­men um 31%, doch das Un­ter­neh­men sah in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ei­ne Sta­bi­li­sie­rung des Rück­gangs.

Die Ti­tel der Bau­zu­lie­fe­rer ste­hen der­zeit in der An­le­ger­gunst. Nicht we­ni­ger als de­ren vier ha­ben am Di­ens­tag neue Jah­res­höchst er­reicht: Be­li­mo (+3,6%), Burk­hal­ter (+1,4%), For­bo (+1%) und Ge­be­rit (+1,5%). Dar­in spie­gelt sich zu­nächst die gu­te Ver­fas­sung des schwei­ze­ri­schen Bau­mark­tes (vgl. FuW Nr. 57 vom 22. Ju­li). Mehr noch dürf­ten die Kur­se von den welt­wei­ten Kon­junk­tur­för­der­pro­gram­men be­flü­gelt sein, die ge­gen En­de Jahr und be­son­ders 2010 wirk­sam wer­den soll­ten. Da­von pro­fi­tie­ren wer­den auch Si­ka (+2%) und Hol­cim (+1,7%), die eben­falls na­he an die Jah­res­höchst­kur­se ka­men. Hol­cim ha­ben dies trotz der Ka­pi­tal­er­hö­hung ge­schafft. Der Ze­ment­pro­du­zent dürf­te aus­ge­prägt von den Mass­nah­men zur Mo­der­ni­sie­rung der In­fra­struk­tur spe­zi­ell in den Emer­ging Mar­kets pro­fi­tie­ren.

Was bringt Syn­thes?

Syn­thes (+2%) zei­gen seit ein paar Ta­gen ei­nen gu­ten Lauf. Das Un­ter­neh­men wird am Mitt­woch die Halb­jah­res­zah­len ver­öf­fent­li­chen. Nach der Ent­täu­schung aus dem ers­ten Quar­tal sind die Schät­zun­gen der Ana­lys­ten je­doch sehr ver­hal­ten. Im Schnitt wird dem Or­tho­pä­die­kon­zern im Ver­gleich zum Vor­jahr nur 3,6% mehr Um­satz zu­ge­traut (1,6 Mrd.$). Ent­spre­chend könn­ten die Mar­gen un­ter Druck ge­ra­ten. Zu­dem in­ter­es­siert das Ab­schnei­den im wich­ti­gen US-Markt (rund 60% des Um­sat­zes), wo Syn­thes zu­letzt Pro­ble­me be­kun­de­te.

Auch No­bel Bio­ca­re (+2,6%) und St­raumann (+12%) wa­ren ge­fragt. Bei­de Va­lo­ren pro­fi­tier­ten von zwei po­si­ti­ven Ana­lys­ten­ein­schät­zun­gen, die dem Markt für Zahn­im­plan­ta­te nach ei­ner Pha­se der Sta­gna­ti­on nun mit­tel­fris­ti­ges Wachs­tums­po­ten­zi­al be­schei­ni­gen. Mer­rill Lynch und Deut­sche Bank emp­feh­len die Ti­tel zum Kauf. Cy­tos (+15,4%) schwan­gen sich zum Bran­chen­pri­mus in der ers­ten Wo­chen­hälf­te auf. Aus­lö­ser wa­ren Aus­sa­gen von CEO Wolf­gang Ren­ner in der «NZZ am Sonn­tag», Cy­tos ver­fü­ge über ei­ne er­folgs­ver­spre­chen­de Al­ter­na­ti­ve in der Pro­duk­ti­on von (Schwei­ne-) Grip­pe­impf­stof­fen. Dass die Wei­ter­ent­wick­lung teu­er und des­halb frag­lich sei, wur­de von den An­le­gern zu­min­dest vor­über­ge­hend über­se­hen. Das The­ma Grip­pe liess auch Ro­che (GS +3,6%) und No­var­tis (+0,4%) gut aus­se­hen.

Die Se­mes­ter­zah­len des fran­zö­si­schen Lu­xus­gü­ter­kon­glo­me­rats LVMH (vgl. Sei­te 22) be­ein­fluss­te die Ti­tel der Bran­chen­nach­barn. Swatch Group (Inh. –0,3%) und Ri­che­mont (–0,5%) no­tier­ten am Di­ens­tag mi­nim tie­fer.

ABB (unv.) steck­ten die Nenn­wert­rück­zah­lung von 48 Rp. je Ak­tie gut weg. Auch Pe­trop­lus (–2,1%) wur­den ex Nenn­wert­re­duk­ti­on ge­han­delt. Zu­dem ent­täusch­te Va­le­ro Ener­gy mit den Zah­len für das zwei­te Quar­tal (vgl. Sei­te 6). Der ame­ri­ka­ni­sche Bran­chen­lea­der lei­det vor al­lem un­ter en­gen Mar­gen in der Pro­duk­ti­on von Mit­tel­de­stil­la­ten wie Die­sel-und Flug­zeugsprit. Da Pe­trop­lus ge­ra­de auf die­se Öl­de­stil­la­te spe­zia­li­siert ist, dämpft das die Er­war­tun­gen für den Leis­tungs­aus­weis am 6. Au­gust.

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