Aet­na weist klei­ne­ren Ge­winn aus und will Ge­schäfts­teil ver­kau­fen

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN NEW YORK -

Ame­ri­kas dritt­gröss­ter Kran­ken­ver­si­che­rer Aet­na hat im ab­ge­lau­fe­nen zwei­ten Quar­tal ei­nen Ge­winn­rück­gang um 28% auf 77 Cent je Ak­tie ver­bucht. Oh­ne Son­der­fak­to­ren re­sul­tier­te ein Ge­winn von nur 68 Cent, der da­mit um 10 Cent tie­fer aus­fiel als von den Ana­lys­ten er­war­tet. Der Um­satz stieg we­gen der ag­gres­si­ven Preis­po­li­tik um 10% auf 8.7 Mrd. $, ver­gli­chen mit pro­gnos­ti­zier­ten 8.6 Mrd.$. We­gen der hö­her als er­war­tet aus­ge­fal­le­nen Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen senk­te die Ge­sell­schaft aber zum zwei­ten Mal bin­nen zwei Mo­na­ten den Aus­blick für 2009 – die­ses Mal auf 2.75 bis 2.90 $ je Ak­tie von 3.55 bis 3.70 $. Aet­na ver­si­chert rund 19,1 Mio. Per­so­nen zur Haupt­sa­che im Fir­men­ge­schäft.

Die Re­sul­ta­te und der re­du­zier­te Aus­blick ver­stärk­ten Ver­mu­tun­gen, das die jüngs­ten Markt­an­teils­ge­win­ne des Kran­ken­ver­si­che­rers durch Preis­un­ter­bie­tun­gen zu­stan­de ge­kom­men sein könn­ten. «Un­se­re me­di­zi­ni­schen Kos­ten wa­ren 2008 hö­her als er­war­tet und un­se­re Prei­se wa- ren 2009 un­ge­nü­gend, um die­se hö­he­ren Kos­ten zu de­cken», sag­te Aet­na-CEO Ro­nald Wil­li­ams da­zu in ei­nem Kon­fe­renz­ge­spräch mit Ana­lys­ten und Jour­na­lis­ten. Die stei­gen­den Kos­ten schrieb er ei­ner durch mehr me­di­zi­ni­sche Tests pro Arzt­vi­si­te ver­ur­sach­ten, «zu­neh­men­den For­de­rungs­in­ten­si­tät» der Pa­ti­en­ten zu.

Aet­nas Re­sul­tat­prä­sen­ta­ti­on kam am sel­ben Tag, an dem das «Wall Street Journal» ent­hüll­te, dass das Un­ter­neh­men sein Phar­ma­cy-Be­ne­fit-Ma­nage­ment-Ge­schäft über die Geld­häu­ser Bank of Ame­ri­ca und Cre­dit Suis­se zum Ver­kauf stel­le. Phar­ma­cy Be­ne­fit Ma­na­gers (PBM) sind aus­sen­ste­hen­de Ad­mi­nis­tra­to­ren von Ein­kaufs­pro­gram­men für re­zept­pflich­ti­ge Me­di­ka­men­te für die An­ge­stell­ten von Un­ter­neh­men und Or­ga­ni­sa­tio­nen. Ge­mäss dem Journal prü­fen Bran­chen­grös­sen wie CVS Ca­re­mark und Med­co He­alth So­lu­ti­ons das An­ge­bot. Auch Ex­press Scripts sei das Ge­schäft an­ge­bo­ten wor­den; die­se hat­te im April schon den BPM-Be­reich von Well­point ge­kauft. CEO Wil­li­ams lehn­te es ge­gen­über Ana­lys­ten und Jour­na­lis­ten ab, Ge­rüch­te zu kom­men­tie­ren. Die Ak­ti­en Aet­na ver­lo­ren am Mon­tag 2,7%. So­lan­ge das Un­ter­neh­men ein Mar­gen­pro­blem hat, sind sie kein Kauf.

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