US-Kun­den

Ban­ken re­agie­ren un­ter­schied­lich auf kom­ple­xe An­for­de­rung im grenz­über­schrei­ten­den Ge­schäft

Finanz und Wirtschaft - - AUF EINEN BLICK - MO­NI­CA HEGG­LIN

In et­li­chen Ban­ken sind sie sehr will­kom­men. Man­che In­sti­tu­te ha­ben ihr An­ge­bot aber re­vi­diert.

Das grenz­über­schrei­ten­de Ge­schäft aus nicht-US-li­zen­zier­ten Ein­hei­ten wird ein­ge­stellt», ver­sprach die UBS be­reits im Ju­li 2008. Ge­dau­ert hat der Aus­stieg bei­na­he zwei Jah­re. Die letz­ten 1 bis 2 Mrd. Fr. Kun­den­gel­der von ur­sprüng­lich 20 Mrd. Fr. sind auf dem Weg aus der UBS. Ope­ra­tio­nell (wenn auch nicht po­li­tisch) ist das trau­ri­ge Ka­pi­tel da­mit na­he­zu ab­ge­schlos­sen.

Ob die Na­men von 4500 Kun­den, die durch die UBS-Ein­heit be­treut wur­den und die ver­mut­lich Steu­er­be­trü­ger sind, an die US-Be­hör­den aus­ge­lie­fert wer­den kön­nen, ent­schei­det das Par­la­ment. Gleich­zei­tig zeich­nen sich im grenz­über­schrei­ten­den Ge­schäft mit US-Kun­den wei­te­re Ver­schär­fun­gen und neue kom­ple­xe Fra­gen ab (vgl. Sei­te 20). Vor die­sem Hin­ter­grund über­den­ken Schwei­zer Ban­ken ih­re Stra­te­gie. Sie kom­men da­bei zu sehr un­ter­schied­li­chen Re­sul­ta­ten.

Bär und ZKB stei­gen aus

Nam­haf­te Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ban­ken be­schlos­sen den Aus­stieg aus dem grenz­über­schrei­ten­den Ge­schäft mit US-Kun­den. Die Zürcher Kan­to­nal­bank li­qui­dier­te es per En­de 2009, die Bär-Grup­pe schrieb im Zwi­schen­be­richt letz­ten Mo­nat vom «bald ab­ge­schlos­se­nen Rück­zug aus dem US-Kun­den­ge­schäft».

Bei­de In­sti­tu­te ma­chen Ri­si­ko-bzw. Kos­ten-Er­trags-Über­le­gun­gen gel­tend. Vie­le klei­ne­re Ban­ken ha­ben es ih­nen gleich ge­tan. Nicht über­all re­sul­tier­ten die in­sti­tuts­spe­zi­fi­schen Ri­si­ko­über­le­gun­gen aber in ei­nem Aus­stieg, denn das gel­ten­de Qua­li­fied-In­ter­me­di­a­ry-Ab­kom­men (QI) mit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten er­laubt das Ge­schäft nach wie vor.

Ei­ne voll­stän­dig An­pas­sung an den USRe­gu­la­tor bie­ten schwei­ze­ri­sche Ban­ken bzw. Ef­fek­ten­händ­ler, die gleich­zei­tig bei der US-Bör­sen­auf­sicht SEC re­gis­triert sind und da­mit zu­sätz­lich die ame­ri­ka­ni­schen be­trieb­li­chen und steu­er­li­chen Be­din­gun­gen (völ­li­ge Trans­pa­renz) er­fül­len.

UBS führt, Von­to­bel kommt

Die gröss­te SEC-re­gis­trier­te, im Pri­va­te Ban­king ak­ti­ve In­sti­tu­ti­on ist die UBS-SFA (Swiss Fi­nan­ci­al Ad­vi­sers), ei­ne Toch­ter­ge­sell­schaft der UBS. Sie be­schäf­tigt gut 50 Mit­ar­bei­ter, ver­wal­tet meh­re­re Mil­li­ar­den Fran­ken, wächst Jahr für Jahr und ist pro- fi­ta­bel. Eben­falls seit meh­re­ren Jah­ren in die­sem Ge­schäft eta­bliert sind Cre­dit Suis­se und Pic­tet. Im Grun­de sind die SEC-re­gis­trier­ten In­sti­tu­te zwar pro­fi­ta­bel, aber den­noch Ni­schen­ge­schäf­te. Sie rich­ten sich an (steu­er­ehr­li­che) US-Kun­den, die in Be­zug auf Wäh­rung und Bu­chungs­stand­ort in den Fran­ken bzw. die Schweiz di­ver­si­fi­zie­ren wol­len.

Seit ver­gan­ge­nem Herbst ist die Liech­ten­stei­ner Kai­ser Rit­ter Grup­pe mit ei­ner klei­nen Schwei­zer SEC-re­gis­trier­ten Ein­heit ak­tiv. Die Von­to­bel-Grup­pe hat eben­falls ent­spre­chen­de Plä­ne kom­mu­ni­ziert und dürf­te sie dem­nächst kon­kre­ti­sie­ren. Die­sen In­sti­tu­ten geht es nicht zu­letzt dar­um, den an­dern­orts un­er­wünsch­ten USKun­den ei­ne neue Hei­mat zu bie­ten.

Trotz des Falls UBS kön­nen US-Kun­den den Schwei­zer Fi­nanz­platz nut­zen.

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