Wirt­schafts­la­ge wird Wahl­the­ma

AMS­TER­DAM Güns­ti­ge Ef­fek­te der Eu­ro­schwä­che las­sen auf­at­men – Aal­berts kauft in den USA zu

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA - EDITH THOUIN

Im sehr vo­la­ti­len und wei­ter­hin von gros­ser Ve­r­un­si­che­rung ge­präg­ten Bör­sen­um­feld ge­wann der Leit­in­dex AEX im Wo­chen­ver­gleich 0,2% auf 321,2, wäh­rend AMX 1,4% hö­her auf der Mid-Cap-In­dex 525,6 no­tier­te.

Die mög­li­che Ab­schwä­chung des welt­wei­ten Wirt­schafts­wachs­tums als Fol­ge der Spar­mass­nah­men in meh­re­ren EULän­dern bleibt zwar ein The­ma – in die­ser Wo­che ka­men je­doch ver­mehrt Stim­men auf, die die Eu­ro­schwä­che zu­neh­mend als Chan­ce für die gros­sen glo­bal tä­ti­gen Un­ter­neh­men Eu­ro­pas wer­ten: Dank des schwä­che­ren Eu­ros könn­ten sie Markt­an­tei­le ver­grös­sern und ih­re Qua­li­täts­vor­tei­le in Be­zug auf Wis­sen und Er­fah­rung güns­ti­ger auf dem Welt­markt an­bie­ten. Dies dürf­te sich po­si­tiv auf das BIP-Wachs­tum der Län­der mit ei­ner brei­ten in­dus­tri­el­len Ba­sis aus­wir­ken und soll­te ein er- neu­tes Ab­sa­cken in die Re­zes­si­on ver­hin­dern. Wachs­tum ist schliess­lich die bes­te Me­di­zin, um Schul­den ab­zu­bau­en.

Die Dis­kus­sio­nen über die Wirt­schafts­la­ge ist nun auch in den Nie­der­lan­den zum Haupt­the­ma der be­vor­ste­hen­den Par­la­ments­wahl vom 9. Ju­ni ge­wor­den. Da­von dürf­te vor al­lem die rechts­ori­en­tier­te li­be­ra­le Par­tei VVD pro­fi­tie­ren: Ge­mäss Wahl­pro­gno­sen dürf­te sie zur gröss­ten Par­tei im Par­la­ment avan­cie­ren und ihr jun­ger Kan­di­dat Mark Rut­ten könn­te neu­er Mi­nis­ter­prä­si­dent wer­den. Die Zu­sam­men­set­zung der Ko­ali­ti­on ist je­doch noch kaum vor­her­seh­bar: Es könn­te durch­aus noch zu ei­nem deut­li­chen Links-oder Rechts­rutsch kom­men – je nach­dem, ob die so­zia­lis­ti­sche PV­DA oder die rechts­ra­di­ka­le PVV bes­ser ab­schnei­den als er­war­tet. Für die Bör­se wä­re die ers­te Va­ri­an­te we­ni­ger er­wünscht: Drin­gend er­for­der­li­che Spar­mass­nah­men wür­den dann eher nicht durch­ge­führt.

Auf Un­ter­neh­mens­ebe­ne wies der Su­per­markt­be­trei­ber Ahold (+2,7% auf 10.55 €) gu­te Zah­len für das ers­te Quar­tal im Ge­schäfts­jahr 20010/11 aus (vgl. Sei­te 33). Der Um­satz stieg wäh­rungs­be­rei­nigt 3,4% auf 8,7 Mrd. €, das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis 3,3% auf 409 Mio. €. Vor al­lem das Ge­schäft in den Nie­der­lan­den lief sehr gut (Um­satz +3,7%, ope­ra­ti­ve Mar­ge +60 Ba­sis­punk­te auf 6,9%), wäh­rend in den USA wei­te­re Kos­ten für die In­te­gra­ti­on und Re­struk­tu­rie­rung an­fie­len. Ahold plant, wei­te­re Ak­ti­en zu­rück­zu­kau­fen, wo­durch sich die Be­wer­tung pro Ti­tel wei­ter ver­bes­sert.

Aal­berts In­dus­tries (+3,5% auf 10.43 €) gab die Über­nah­me von Con­bra­co be­kannt: Der in den USA be­hei­ma­te­te Ven­ti­le-und Rohr­tren­ner­her­stel­ler er­zielt mit 1000 An­ge­stell­ten ei­nen Jah­res­um­satz von 200 Mio. $. Mit dem Kauf von Con­bra­co be­läuft sich der in den USA er­wirt­schaf­te­te An­teil am Um­satz des Nie­der­län­der In­dus­trie­kon­zerns auf 20%. Zum Kauf­preis mach­te Aal­berts kei­ne An­ga­ben.

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