Kan­to­nal­ban­ken wol­len auch

Finanz und Wirtschaft - - IN KÜRZE - RG

Auch ei­ni­ge Kan­to­nal­ban­ken (KB) wag­ten den Gang ins Aus­land mit ei­nem Ons­horeStand­ort nach lokal gel­ten­dem Recht. Da­mit re­agie­ren sie dar­auf, dass das klas­si­sche Off­s­hore Pri­va­te Ban­king für aus­län­di­sche Kun­den in der Schweiz vor grös­se­ren Un­si­cher­hei­ten steht. Letz­tes Jahr ha­ben sich zwei In­sti­tu­te für den Schritt über die Lan­des­gren­ze ent­schie­den.

Die Zürcher KB (ZKB) kauf­te die Pri­vat­in­vest Bank in Salz­burg, um sich den Markt­zu­tritt zum EU-Raum zu si­chern. ZKB-Chef Mar­tin Scholl sag­te ge­gen­über «Fi­nanz und Wirt­schaft» un­längst, die Kan­to­nal­bank füh­le sich in Ös­ter­reich will­kom­men. Die Di­men­sio­nen sei­en aber im­mer klar zu se­hen: Zu­erst kom­me der Wirt­schafts­raum Zü­rich, dann die Schweiz und erst in drit­ter Prio­ri­tät das in­ter­na­tio­na­le Ge­schäft. Die St. Gal­ler KB (SGKB) grün­de­te ei­ne ei­ge­ne Toch­ter­ge­sell­schaft in Mün- chen. Im April er­hielt sie die Be­wil­li­gung, ih­re Di­enst­leis­tun­gen für Deutsch­land auch grenz­über­schrei­tend aus der Schweiz hin­aus an­zu­bie­ten. Trotz­dem sind auch für die SGKB die Ons­hore-Aus­land­ak­ti­vi­tä­ten nur ein win­zi­ger Teil des ge­sam­ten Ge­schäfts. Die Pro­fi­ta­bi­li­täts­schwel­le soll erst in vier bis fünf Jah­ren er­reicht wer­den.

Die Ver­gan­gen­heit zeigt, dass es Ex­pan­sio­nen von Kan­to­nal­ban­ken ins Aus­land schwer ha­ben. So hat die Ban­que Can­to­na­le Vau­doi­se (BCV) 1996 den Weg der in­ter­na­tio­na­len Di­ver­si­fi­ka­ti­on ein­ge­schla­gen, un­ter an­de­rem mit Fi­lia­len in Asi­en. Der Er­folg blieb aus, und seit 2008 der letz­te aus­län­di­sche Stand­ort in Spa­ni­en ver­kauft wur­de, kon­zen­triert sich die BCV auf das In­land. 1986 ver­such­te es die Swiss Can­to­bank, ein Ge­mein­schafts­werk der Kan­to­nal­ban­ken, im Aus­land. Sie schei­ter­te an ih­rer lar­gen Kre­dit­ver­ga­be.

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