1900 hof­fen auf CFA-Di­plom

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Nun ist es wie­der so weit: In Zü­rich und Genf ab­sol­vie­ren am Sams­tag, 5. Ju­ni, 1900 Kan­di­da­ten die CFA-Prü­fun­gen – welt­weit sind es fast 140 000. Die Aus­bil­dung zum CFA (Char­te­red Fi­nan­ci­al Ana­lyst) ist be­liebt. Trotz Fi­nanz­kri­se, und ob­wohl die Prüf­lin­ge vom Ar­beit­ge­ber we­ni­ger un­ter­stützt wer­den, hat sich ih­re Zahl im Vor­jah­res­ver­gleich in der Schweiz und welt­weit 9% er­höht. Mehr als 40% der Kan­di­da­ten stam­men aus dem Raum Asi­en-Pa­zi­fik, der am schnells­ten wach­sen­den Re­gi­on, 37% aus Ame­ri­ka und 23% aus Eu­ro­pa, Afri­ka und Nah­ost (Emea). In Chi­na nah­men die Prü­fungs­an­mel­dun­gen rund 20%, in In­di­en gar 40% zu.

Der Glanz des CFA-Ti­tels scheint al­so nicht ge­trübt zu sein. Im Ge­gen­teil, die Tur­bu­len­zen und Skan­da­le der ver­gan­ge­nen Mo­na­te ha­ben die Be­deu­tung von ethi­schen Stan­dards, ei­nem der Haupt­pfei­ler des an­spruchs­vol­len Prü­fungs­stof­fes, noch mehr in den Vor­der­grund ge­rückt. Erst wer die Prü­fun­gen für al­le drei Le­vels be­stan­den hat – in kri­ti­schen Fäl­len ent­schei­det die im Fach Ethik er­reich­te Punkt­zahl – und über ei­ne ent­spre­chen­de Be­rufs­er­fah­rung ver­fügt, er­hält den Char­ter (Di­plom).

Nur ei­ner von fünf An­wär­tern er­reicht das Ziel, und im je­weils ers­ten An­lauf, das heisst ins­ge­samt in drei Jah­ren, gar nur ei­ner von sie­ben. Mit­glie­dern, die sich nicht an die vom CFA In­sti­tu­te vor­ge­ge­be­nen ho­hen pro­fes­sio­nel­len und ethi­schen Stan­dards hal­ten, wird der Char­ter oder die Prü­fungs­be­rech­ti­gung ent­zo­gen.

Lau­sanne ist neu da­bei

Die Be­deu­tung der CFA-Aus­bil­dung auf in­ter­na­tio­na­ler Ebe­ne zeigt sich nicht zu­letzt in den Part­ner­schaf­ten des CFA In­sti­tu­te mit 88 der welt­weit bes­ten Uni­ver­si­tä­ten. Nach der HSG (2007) ist neu die Uni­ver­si­tät Lau­sanne zwei­ter Pro­gramm­part­ner in der Schweiz. Die CFA Pro­gram Part­nership ver­bin­det die Mas­ter-Stu­di­en­gän­ge der Uni­ver­si­tä­ten mit dem CFA-Prü­fungs­stoff und be­rei­tet die Stu­die­ren­den op­ti­mal auf die aka­de­mi­schen Prü­fun­gen und die Pra­xis vor.

Mit der Uni­ver­si­tät Zü­rich sind ent­spre­chen­de «Part­ner­schafts­ge­sprä­che» im Gang. Anne-Ka­trin Sche­rer, Ge­schäfts­füh­re­rin der Swiss CFA So­cie­ty, be­tont je­doch: «Das CFA In­sti­tu­te ar­bei­tet auch sehr eng mit Uni­ver­si­tä­ten zu­sam­men, die nicht of­fi­zi­ell zum Part­ner­pro­gramm ge­hö­ren. Der Aus­tausch zwi­schen Be­rufs­welt und Aka­de­mie so­wie die Ver­bes­se­rung des Fach­wis­sens und der ethi­schen Stan­dards fin­den über ver­schie­dens­te Ka­nä­le statt.»

CFA be­ein­flusst Re­gu­la­to­ren

Charles Cro­nin, Lei­ter der Ab­tei­lung Stan­dards und Fi­nanz­markt­in­te­gri­tät Emea des CFA In­sti­tu­te, ist für die Fei­er, die am Don­ners­tag­abend an der Uni­ver­si­tät Lau­sanne an­läss­lich der Ver­trags­un­ter­zeich­nung statt­ge­fun­den hat, in die Schweiz ge­reist. Er weist dar­auf hin, dass das Aus­bil­dungs­pro­gramm nur ein Ge­schäfts­be­reich des CFA In­sti­tu­te ist. «Sei­ne» Stan­dard-Ab­tei­lung ar­bei­te zur­zeit eben­so in­ten­siv für die Wah­rung der In­ter­es­sen der Fi­nanz­in­dus­trie. Cro­nin und sein Team ste­hen den ver­schie­de­nen Re­gu­lie­rungs­be­hör­den der Eu­ro­päi­schen Uni­on (EU) be­ra­tend zur Sei­te und ver­tre­ten die In­ves­to­ren­in­ter­es­sen. Ak­tiv ist er un­ter an­de­rem im Rah­men der Aus­ar­bei­tung der Di­rek­ti­ven für Ver­wal­ter al­ter­na­ti­ver In­vest­ment­fonds (AIFMD) und des Ste­wardship Co­de für in­sti­tu­tio­nel­le In­ves­to­ren.

Cro­nin er­klärt: «In den In­sti­tu­tio­nen der EU herrscht ein De­mo­kra­tie­de­fi­zit. Wir ma­chen die­ses De­fi­zit durch die Ver­tre­tung un­se­rer enorm brei­ten Mit­glie­der­ba­sis wett. Wir sind sehr ein­fluss­reich und wer­den von den Be­hör­den als Part­ner und Be­ra­ter in Re­gu­lie­rungs­fra­gen ge­schätzt.»

Als Haupt­an­lie­gen des CFA In­sti­tu­te nennt er die Er­hö­hung der Trans­pa­renz im Fi­nanz­sek­tor, bes­se­re Stan­dards zur in­te­gren Ge­schäfts­füh­rung so­wie die die Ver­mei­dung von In­ter­es­sen­kon­flik­ten. Trans­pa­renz ste­he an ers­ter Stel­le, was auch für Hedge Funds und Pri­va­te Equi­ty gel­te. Und was ver­steht Cro­nin un­ter Ethik? «Ein gu­tes, in­te­gres Ur­teil fäl­len, wenn ver­schie­de­ne Hand­lungs­al­ter­na­ti­ven mög­lich sind.»

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