«Fi­nanz­platz re­ha­bi­li­tie­ren»

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - HANS- PE­TER PORT­MANN,

So­bald der Staats­ver­trag mit den USA zu den UBS-Bank­kun­den­da­ten auch vom Na­tio­nal­rat gut­ge­heis­sen wor­den ist, müs­sen sämt­li­che Vor­fäl­le und die da­mit ver­bun­de­nen Ver­ant­wort­lich­kei­ten lü­cken­los auf­ge­ar­bei­tet wer­den. Die­se For­de­rung ha­be ich be­reits beim Aus­bruch der UBSK­ri­se öf­fent­lich pla­ziert, in­dem ich sag­te: «Zu­erst muss jetzt mit Not­mass­nah­men ei­ne Ka­ta­stro­phe für un­ser Land ab­ge­wen­det wer­den, da­nach müs­sen die Ver­ant­wort­li­chen zur Re­chen­schaft ge­zo­gen wer­den.»

Es ist un­er­träg­lich, wie durch ein­zel­ne Ma­chen­schaf­ten die Re­pu­ta­ti­on des Schwei­zer Fi­nanz­plat­zes auch in­ner­halb der ei­ge­nen Be­völ­ke­rung zer­stört wur­de. Da­zu kom­men ten­den­ziö­se Me­dien­bei­trä­ge, wie zum Bei­spiel jüngst im «Kas­sen­sturz» des Schwei­zer Fern­se­hens, wo mehr­mals tat­sa­chen­wid­rig ge­sagt wur­de, die Schwei­zer Ban­ken hät­ten mit Steu­er­gel­dern ge­ret­tet wer­den müs­sen und die Bo­ni der Ban­ker drück­ten auf die Steu­er­mo­ral. Von über zwei­hun­dert Ban­ken muss­te ge­nau ei­ner Bank un­ter die Ar­me ge­grif­fen wer­den, und von den über Hun­dert­tau­send Bank­an­ge­stell­ten be­zieht ge­ra­de ein­mal ei­ne Hand­voll Ban­ker in der Schweiz nicht ver­tret­ba­re Bo­nus­sum­men. Im In­ter­es­se un­se­rer Volks­wirt­schaft und des gan­zen Lan­des gilt es, mit ver­schie­dens­ten Mass­nah­men den «Fi­nanz­platz Schweiz» zu re­ha­bi­li­tie­ren:

1. Das Par­la­ment hat es ver­passt, die GPK von Be­ginn an mit wei­ter­rei­chen­den Un­ter­su­chungs­auf­trä­gen und ent­spre­chen­den Kom­pe­ten­zen ana­log ei­ner PUK aus­zu­stat­ten. Auch wenn der vor­lie­gen­de GPK-Be­richt sehr um­fas­send ist, darf kein Qu­ent­chen Zwei­fel üb­rig blei­ben, dass nicht al­le Aspek­te mit der not­wen­di­gen Här­te aus­ge­leuch­tet wur­den. Da­her er­ach­te ich die Ein­set­zung ei­ner PUK als not­wen­dig und hilf­reich für un­se­ren Fi­nanz­platz.

2. Die Ver­ant­wort­lich­kei­ten der da­ma­li­gen UBS-Ma­na­ger müs­sen von ei­nem Ge­richt ge­klärt wer­den. Da­zu er­war­te ich von der heu­ti­gen UBS die ent­spre­chen­den Schrit­te und vom Bun­des­rat, wo not­wen­dig, Mass­nah­men zur Er­leich­te­rung von Kla­ge­mög­lich­kei­ten.

3. Ei­ne un­ab­hän­gi­ge Ex­per­ten­kom­mis­si­on soll im Auf­trag des Bun­des über zehn Jah­re zu­rück die Ge­schäfts­tä­tig­kei­ten der UBS in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten auf­ar­bei­ten. Die Kos­ten müs­sen von der Gross­bank sel­ber über­nom­men wer­den.

4. Die Schwei­ze­ri­sche Ban­kier­ver­ei­ni­gung soll eben­falls ei­ne Ex­per­ten­kom­mis­si­on ein­set­zen, wel­che das Ver­hal­ten in Be­zug auf die Fi­nanz­kri­se der Schwei­zer Ban­ken durch­leuch­tet, und auch die «Ab­zo­cker»-Vor­wür­fe be­tref­fend Bo­nus­zah­lun­gen in der Schweiz an Bank­an­ge­stell­te ab­klärt.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.