Kon­so­li­die­rung oder Trend­wech­sel?

Finanz und Wirtschaft - - PODIUM - RO­LAND VOGT

Wer im letz­ten Spät­som­mer an den Bör­sen ein­ge­stie­gen ist, hat in der Zwi­schen­zeit kaum et­was ver­dient. Der Kern­teil der im März 2009 be­gon­ne­nen Hausse war vor­über. Fak­tisch zei­gen die Ti­min­gPa­ra­me­ter seit Herbst kei­ne kon­struk­ti­ve Kon­stel­la­ti­on mehr, was zu seit­wärts ten­die­ren­den bis sin­ken­den Kur­sen und ar­bi­trä­ren Markt­ver­hält­nis­sen ge­führt hat.

Cla­ri­ant sind aus­ge­reizt

Wie die Per­for­mance­kur­ve von Cla­ri­ant zeigt, ha­ben die Ti­tel ei­ne fast ein­jäh­ri­ge Ak­ku­mu­la­ti­ons­pha­se hin­ter sich. Die Preis­dy­na­mik, die dies ver­ur­sacht hat, flacht sich je­doch ab. Im Chart bil­det sich ei­ne Flag­gen­struk­tur aus. In­ner­halb die­ser ist der Kurs auf das De­zem­ber­ni­veau zu­rück­ge­fal­len.

Flag­gen sind Kon­so­li­die­rungs­mus­ter. Die Kur­se dürf­ten wäh­rend der nächs­ten Wo­chen et­was zu­le­gen. Aus tech­ni­scher Sicht gilt es sich dann im Be­reich von 14.50 Fr. von der Ak­tie zu tren­nen. An- de­re Ak­ti­en bie­ten näm­lich ein güns­ti­ge­res Chan­cen-Ri­si­ko-Ver­hält­nis. Et­wa No­var­tis, die ei­nen deut­li­chen Ein­bruch der re­la­ti­ven Per­for­mance und da­mit auch ei­ne Markt­räu­mung hin­ter sich ha­ben.

Über die ver­gan­ge­nen vier Mo­na­te hin­weg ha­ben No­var­tis ei­ne Flag­gen­struk­tur mit grös­se­rer Au­s­prä­gung aus­ge­bil­det. Was noch fehlt, ist ein deut­lich an­zie­hen­des Mo­men­tum, das ei­ne Ter­mi­nie­rung der Flag­ge und im Ge­fol­ge dann auch nach­hal­tig stei­gen­de Kur­se er­war­ten lies­se. Im Mehr­wo­chen­ver­gleich ist fest­zu­stel­len, dass die Schwan­kun­gen zu­neh­men: Vor neun Han­dels­ta­gen sind die No­var­tis-Kur­se auf den tiefs­ten Stand seit sie­ben Mo­na­ten ge­sun­ken.

Po­si­ti­ons­auf­bau in No­var­tis

Heu­te no­tie­ren No­var­tis je­doch schon wie­der auf glei­cher Hö­he wie vor Mo­nats­f­rist. Die grös­ser wer­den­de Schwan­kungs­brei­te ist Zei­chen ei­nes be­vor­ste­hen­den Trend­wech­sels, wo­bei es sich hier um den En­de Fe­bru­ar ge­star­te­ten Ab­wärts­trend han­delt. Grös­se­re Schwan­kun­gen kön­nen in die­sem Sta­di­um na­tür­lich vor­über­ge­hend neue Tiefs brin­gen. Ti­teln mit sol­cher Aus­gangs­la­ge darf der In­ves­tor bei stei­gen­den Kur­sen nicht nach­ren­nen, son­dern soll­te sie in der Nä­he der Tiefst ge­staf­felt zu kau­fen be­gin­nen.

Der Kurs von No­var­tis könn­te wäh­rend der kom­men­den ein bis zwei Wo­chen noch et­was stei­gen, dürf­te aber den Sprung über 55 Fr. vor­läu­fig nicht schaf­fen. Wir kön­nen uns auch vor­stel­len, dass No­var­tis im Ju­ni noch zu Prei­sen knapp un­ter 50 Fr. zu ha­ben sind, be­vor sich dann der Trend­wech­sel durch­setzt.

Ge­nau­so wie Cla­ri­ant wäh­rend der nächs­ten Wo­chen im Port­fo­lio re­du­ziert wer­den kön­nen, darf für No­var­tis ein Po­si­ti­ons­auf­bau vor­ge­se­hen wer­den. Für gros­se, per­sis­ten­te Trends und gros­se Kurs­ge­win­ne braucht es je­doch ei­nen brum­men­den Ge­samt­markt, al­so ei­nen In­dex im pri­mä­ren oder zu­min­dest se­kun­dä­ren Auf­wärts­trend. Die tech­ni­schen Pa­ra­me­ter bie­ten im Au­gen­blick da­zu aber eben­so we­nig Hand wie schon seit Mo­na­ten. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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