Xstra­ta kämpft ge­gen Berg­bau­steu­er in Aus­tra­li­en

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - JS

Der in Zug an­säs­si­ge Mi­nen­kon­zern Xstra­ta hat an­ge­kün­digt, in Aus­tra­li­en In­ves­ti­tio­nen von zu­nächst 586 Mio. aus­tr. $ (570 Mio. Fr.) in zwei Pro­jek­ten auf Eis zu le­gen. Be­trof­fen sind das ins­ge­samt 6 Mrd. aus­tr. $ teu­re Koh­le­pro­jekt Wan­do­an so­wie das Vor­ha­ben, die Le­bens­dau­er der Kup­fer­mi­ne Er­nest Hen­ry zu ver­län­gern. Der Grund für den In­ves­ti­ti­ons­stopp ist nicht et­wa ein fi­nan­zi­el­ler Eng­pass. Die Mass­nah­men sind als Re­ak­ti­on auf die von der aus­tra­li­schen Re­gie­rung an­ge­kün­dig­te Ein­füh­rung ei­ner 40%igen Steu­er auf den Ge­winn aus der Roh­stoff­för­de­rung zu se­hen (vgl. FuW Nr. 35 vom 5. Mai). Der Xstra­ta-Chef Mick Da­vis hat klar­ge­stellt, dass die Pro­jek­te an­ge­sichts der Steu­er nicht mehr zu recht­fer­ti­gen sei­en.

Xstra­ta ist mit der Kri­tik an der Su­per­steu­er nicht al­lein. Auch die Mi­nen­kon­zer­ne BHP Bil­li­ton und Rio Tin­to ha­ben an­ge­kün­digt, Pro­jek­te zu über­ar­bei­ten. Zu­dem hat For­tes­cue Me­tals, Aus­tra­li­ens dritt­gröss­ter Ei­sen­erz­pro­du­zent, In­ves­ti­ti­ons­vor­ha­ben von 15 Mrd. aus­tr. $ zu­rück­ge­stellt. Die Un­ter­neh­men stö­ren sich nicht zu­letzt dar­an, dass auch Pro­jek­te, die vor Be­kannt­ga­be der Steu­er­plä­ne kon­zi­piert wor­den sind, be­las­tet wer­den sol­len. Aus­tra­li­ens Pre­mier­mi­nis­ter Ke­vin Rudd re­agier­te auf den Vor­stoss Xstra­t­as ge­las­sen. Er hält die Dro­hung für rei­ne Ver­hand­lungs­tak­tik in den an­dau­ern­den Ge­sprä­chen zwi­schen der Re­gie­rung und der Mi­nen­bran­che. Die Ein­füh­rung der Roh­stoff­son­der­steu­er ist für 2012 ge­plant. Ge­mäss Rudd sol­len die seit Jah­ren von ei­ner Nach­fra­ge­hausse pro­fi­tie­ren­den Roh­stoff­un­ter­neh­men künf­tig ei­nen hö­he­ren Bei­trag da­für be­zah­len, dass sie die «Res­sour­cen al­ler Aus­tra­li­er» för­dern dür­fen.

In Aus­tra­li­en ste­hen vor­aus­sicht­lich im Herbst Neu­wah­len an. Rudd dürf­te schon des­halb nicht von sei­nen Plä­nen abrü­cken. Ei­ni­ge Be­ob­ach­ter ge­hen je­doch da­von aus, dass die Steu­er noch ge­senkt wird. Auch mit der Son­der­ab­ga­be sind in Aus­tra­li­en wei­ter­hin gross­zü­gi­ge Ab­zü­ge für Kos­ten, die mit der Su­che und der Er­schlies­sung neu­er Vor­kom­men an­fal­len, mög­lich. Auf die Ge­win­ne der be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men wird sich die Steu­er des­halb we­ni­ger als be­fürch­tet aus­wir­ken.

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