Die Aus­län­der keh­ren zu­rück

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - EH,

Aus­län­di­sche In­ves­to­ren ha­ben im Mai für 58,7 Mrd. Baht (1,7 Mrd.$) thai­län­di­sche Ak­ti­en ver­kauft. Es wa­ren die um­fang­reichs­ten Ver­käu­fe der Aus­län­der seit elf Jah­ren. Doch zwei Wo­chen nach den ge­walt­sa­men Zu­sam­men­stös­sen zwi­schen De­mons­tran­ten und Si­cher­heits­kräf­ten in Bang­kok, in de­ren Ver­lauf im Ge­schäfts­vier­tel der thai­län­di­schen Haupt­stadt 88 Men­schen das Le­ben ver­lo­ren ha­ben, hat ei­ne Trend­um­kehr ein­ge­setzt. Die­se Wo­che ha­ben Aus­län­der thai­län­di­sche Ak­ti­en für mehr als 2 Mrd. Baht er­wor­ben.

Auf­wärts ge­rich­tet

Seit dem En­de der Un­ru­hen hat der SetIn­dex der Bör­se Bang­kok rund 8% ge­won­nen und no­tiert da­mit 4,3% hö­her als An­fang Jahr. Ge­tra­gen wird die Auf­wärts­be­we­gung von ei­ner nach wie vor ro­bus­ten Kon­junk­tur­ent­wick­lung. Süd­ost­asi­ens dritt­gröss­te Volks­wirt­schaft wird trotz be­ste­hen­der po­li­ti­scher Span­nun­gen ge­mäss den Pro­gno­sen der Si­am Com­mer­ci­al Bank im drit­ten Quar­tal wahr­schein­lich 4% im Jah­res­ver­gleich wach­sen.

Ge­trie­ben wird das Wachs­tum von ei­ner ex­pan­sio­nis­ti­schen Geld­po­li­tik und dem an­hal­tend ro­bus­ten Ex­port. Die Bank of Thai­land hält we­gen ei­nes nach wie vor ge­rin­gen In­fla­ti­ons­ri­si­kos die Zin­sen wei­ter auf dem tiefs­ten Stand seit 2004. Die Aus­fuh­ren, die 60% der Wirt­schafts­leis­tung er­brin­gen, la­gen im April 27% hö­her als vor ei­nem Jahr. Wäh­rend die ver­ar­bei­ten­den In­dus­tri­en, der Agrar-und der Bau­sek­tor durch die blu­ti­gen Er­eig­nis­se vom Mai kaum be­trof­fen wur­den, hin­ter­lies­sen die Un­ru­hen in der Tou­ris­mus­in­dus­trie, die rund 10% des Brut­to­in­land­pro­dukts er­wirt­schaf­tet, deut­li­che Spu­ren. Die Schä­den konn­ten bis­her al­ler­dings in Gren­zen ge­hal­ten wer­den, läuft die Haupt­sai­son doch von Ok­to­ber bis März.

Es bleibt aber un­klar, ob sich mit der Nie­der­schla­gung der Pro­tes­te die po­li­ti­sche La­ge so weit be­ru­higt hat, dass aus­län­di­sche Tou­ris­ten im kom­men­den Herbst in gros­ser Zahl nach Thai­land rei­sen wer­den. Es hängt jetzt weit­ge­hend vom Ge­schick der Re­gie­rung von Pre­mier­mi­nis­ter Ab­hi­sit Ve­jja­jiva ab, die po­li­ti­sche La­ge durch ei­nen Dia­log mit der Op­po­si­ti­on lang­fris­tig zu be­ru­hi­gen. Das ist auch ei­ne Vor­aus­set­zung da­für, dass Thai­land für Port­fo­lio-und Di­rekt­in­ves­ti­tio­nen at­trak­tiv bleibt. Soll­te das Ab­hi­sit ge­lin­gen, wür­de es fri­sche Wachs­tums­kräf­te frei­set­zen, ha­ben doch die seit vier Jah­ren an­hal­ten­den in­nen­po­li­ti­schen Un­wäg­bar­kei­ten Thai­land jähr­lich 2 bis 3% Wirt­schafts­wachs­tum ge­kos­tet.

Ein ers­ter Schritt

Das von Ab­hi­sits De­mo­kra­ti­scher Par­tei kon­trol­lier­te Par­la­ment hat An­fang Wo­che mit ei­ner Ab­stim­mung ent­schie­den, dass die ge­walt­sa­me Nie­der­schla­gung des Auf­stands rech­tens war. Da­mit hat die Re­gie­rung wie er­war­tet ei­ne ers­te Her­aus­for­de­rung ge­meis­tert. Doch lang­fris­tig be­ru­hi­gen wird sich Thai­land nur dann, wenn es Ab­hi­sit ge­lingt, die tie­fen Grä­ben zwi­schen Op­po­si­ti­on und Re­gie­rungs­la­ger durch um­fas­sen­de po­li­ti­sche Re­for­men zu über­brü­cken. Das wird nicht leicht sein, denn da­für muss er den Ein­fluss der al­ten Eli­ten aus der Aris­to­kra­tie, dem Be­am­ten­ap­pa­rat und der Ar­mee zu­rück­drän­gen.

Die­se Krei­se ha­ben in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren mit ei­nem Mi­li­tär­putsch und zwei po­li­tisch mo­ti­vier­ten Ge­richts­ur­tei­len gleich drei mit ei­ner deut­li­chen Mehr­heit ge­wähl­te Re­gie­run­gen aus dem Amt ent­fernt. Ab­hi­sits Auf­ga­be ist um­so schwie­ri­ger, ist doch die Op­po­si­ti­on über den Weg mög­li­cher Re­for­men tief ge­spal­ten. Mit in Aus­sicht ge­stell­ten Neu­wah­len ist zur fried­li­chen Bei­le­gung des Streits vi­el­leicht ein ers­ter Schritt ge­nom­men. Soll­te sich da­mit die po­li­ti­sche La­ge in den kom­men­den Mo­na­ten wei­ter be­ru­hi­gen, dürf­te das den Kur­sen an der Bör­se Bang­kok er­heb­li­chen Auf­trieb ver­lei­hen. Denn thai­län­di­sche Ak­ti­en sind im Re­gio­nal­ver­gleich tief be­wer­tet.

Die Deut­sche Bahn be­tei­ligt sich an ei­ner Aus­schrei­bung für die Os­tWest-Tras­sen zwi­schen dem Per­si­schen Golf und dem Ro­ten Meer, die so­ge­nann­te Sau­di Land Bridge. Wann wird das Mil­li­ar­den­pro­jekt ver­ge­ben? Der­ar­ti­ge pri­va­te In­ves­ti­ti­ons­vor­ha­ben lei­den am ge­gen­wär­ti­gen Man­gel an lang­fris­ti­ger Schul­den-so­wie Pro­jekt­fi­nan­zie­rung. Der glo­ba­le Ab­schwung hat die Kre­dit­li­ni­en welt­weit aus­ge­trock­net. Die sau­di­sche Re­gie­rung ist den­noch ent­schlos­sen, die Ent­wick­lung der Sau­di Land Bridge vor­an­zu­trei­ben,

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