Werner Kar­len

WERNER KAR­LEN Der CEO von Schul­thess zur Ent­wick­lung der Spar­te Wär­me­tech­nik und der stei­gen­den Kon­kur­renz durch Gross­kon­zer­ne

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - IN­TER­VIEW: ERICH BÜRGLER

Der CEO von Schul­thess sieht im Ge­schäft mit Wär­me­pum­pen kei­ne ra­sche Bes­se­rung. 2010 wer­de ein Über­gangs­jahr.

D er Ver­kauf von Wär­me­pum­pen war jah­re­lang der Um­satz­trei­ber von Schul­thess, bis 2009 die Nach­fra­ge sank. Der seit April im Amt ste­hen­de CEO Werner Kar­len sieht noch kei­ne An­zei­chen für ei­ne Bes­se­rung des Um­felds.

Herr Kar­len, das Ge­schäft mit Wär­me­pum­pen ist im letz­ten Jahr un­ter Druck ge­ra­ten, wie lief es in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten? Je nach Re­gi­on un­ter­schied­lich. Mit der Ent­wick­lung in der Schweiz als zweit­gröss­tem Markt sind wir zu­frie­den. Die Ein­nah­men lie­gen über dem Vor­jahr. In Deutsch­land ist die La­ge schwie­ri­ger. Es ist noch kei­ne Be­le­bung aus­zu­ma­chen. Ab­ge­schwächt hat sich Frank­reich, dort wur­den staat­li­che Sub­ven­tio­nen mas­siv ge­kürzt. In den ers­ten Mo­na­ten drück­te der kal­te Win­ter über­all aufs Ge­schäft. April und Mai wa­ren bes­ser. Ins­ge­samt liegt die Spar­te im Um­satz dank des Schwei­zer Ge­schäfts bis Mai leicht über der Vor­jah­res­pe­ri­ode.

Wel­che rol­le Spie­len staat­li­che För­der­gel­der? Sie ha­ben ei­nen be­deu­ten­den Ein­fluss, wie das Bei­spiel Frank­reich zeigt. Auch Deutsch­land hat staat­li­che Bei­trä­ge re­du­ziert. Für Un­si­cher­heit sorgt, wenn die För­der­gel­der im­mer wie­der aufs Neue an­ge­passt wer­den. Die Kür­zung der Zu­schüs­se zeigt aber auch, dass sich Wär­me­pum­pen im­mer mehr eta­blie­ren. Der Trend hin zu er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en kommt uns ent­ge­gen.

Ein Pro­jekt für den Zu­sam­men­schluss mit ei­nem Kon­kur­ren­ten ist 2009 ge­schei­tert. Sucht Schul­thess wei­ter­hin ei­nen Part­ner im Be­reich Wär­me­pum­pen? Wir hal­ten die Au­gen für Über­nah­men und Ko­ope­ra­tio­nen of­fen. Die fi­nan­zi­el­len Mit­tel für Ak­qui­si­tio­nen sind vor­han­den. Der­zeit gibt es aber kei­ne kon­kre­ten Pro­jek­te. Es steht ganz ein­fach nichts zum Ver­kauf.

In wel­che Märk­te will Schul­thess ex­pan­die­ren? Gros­ses Po­ten­zi­al ha­ben Finn­land, Gross­bri­tan­ni­en und Frank­reich. Dort gibt es, im Ge­gen­satz et­wa zu Skan­di­na­vi­en, we­ni­ger star­ke An­bie­ter. Ge­ne­rell sind Län­der in­ter­es­sant, in de­nen neue Sub­ven­ti­ons­pro­gram­me ge­plant wer­den.

Kon­zer­ne wie Bosch sind in den letz­ten Jah­ren ins Ge­schäft ein­ge­stie­gen. Kommt Schul­thess da­durch un­ter Druck? Grös­se wird im­mer wich­ti­ger. Mit­tel­fris­tig soll Schul­thess auch ex­tern wach­sen. In un­se­ren Haupt­märk­ten ge­hö­ren wir zu den füh­ren­den An­bie­tern, und das soll so blei­ben. Ho­he Prio­ri­tät hat nun aber auch, die Kos­ten in der Pro­duk­ti­on durch ef­fi­zi­en­te­re Pro­zes­se zu sen­ken. Zu­dem wol­len wir die Pro­dukt­pa­let­te mit Neue­run­gen vor­an­trei­ben. Des­halb wird die Ent­wick­lungs­ab­tei­lung ver­stärkt.

Ist auch der Ver­kauf der Spar­te Wär­me­tech­nik ei­ne Op­ti­on? Pro­jek­te in die­se Rich­tung gibt es nicht. Wir ha­ben sehr gu­te Pro­duk­te, der­zeit macht uns ein­fach das Markt­um­feld Mü­he. Schul­thess er­zielt in der Spar­te aber den­noch at­trak­ti­ve Mar­gen. Trotz ei­nem schwa­chen Jahr be­trug die EbitMar­ge im ver­gan­ge­nen Jahr 16%.

Was er­war­ten Sie für den Be­reich im Ge­samt­jahr? Für ei­ne Jah­res­pro­gno­se ist es noch früh. Sai­so­nal be­dingt spielt das zwei­te Halb­jahr ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Ich er­war­te aber kei­nen Um­satz­sprung im Ver­gleich zu 2009. Wir sind auf Kurs, um den Um­satz des Vor­jah­res zu hal­ten.

CEO Werner Kar­len sieht kei­ne Ge­le­gen­hei­ten für Zu­käu­fe im Be­reich Wär­me­pum­pen.

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