Kei­ne Er­ho­lung in Sicht

FRANK­FURT Spar­pro­gramm der Re­gie­rung bremst Ener­gie- und In­dus­trie­ti­tel so­wie Air­lines

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA - BA

Mit der schwa­chen Ten­denz in Wal­ls­treet vom Frei­tag im Kopf star­te­te der deut­sche Ak­ti­en­markt die Wo­che mit Ver­lus­ten. Leich­te Er­ho­lungs­an­sät­ze er­stick­ten im Keim, und das am Mon­tag von der deut­schen Re­gie­rung vor­ge­stell­te Spar­pro­gramm drück­te In­dus­trie-und Ener­gie­wer­te nach un­ten (vgl. Ak­tie im Blick­punkt und Sei­te 30).

Ge­ne­rell be­las­te­te die Schul­den­kri­se in Eu­ro­pa die Stim­mung und dämpf­te die Ri­si­ko­be­reit­schaft der An­le­ger, wenn auch die Eu­ro­schwä­che dem deut­schen Ex­port ten­den­zi­ell hilft. Zu­ver­sicht­li­che Äus­se­run­gen von US-No­ten­bank­chef Ben Bernan­ke zur US-Kon­junk­tur und zur Lö­sung von Eu­ro­pas Schul­den­kri­se stüt­zen am Di­ens­tag den Markt nur vor­über­ge­hend. So hat der Dax seit dem Frei­tags­schluss 1,2% auf 5868,6 nach­ge­ge­ben.

Eon (seit Frei­tag –4,4% auf 23.45 €) und RWE (–3,5% auf 56.26 €) wa­ren die gros­sen Ver­lie­rer, weil die Un­ter­neh­men im Zu­ge des Spar­pro­gramms zu­sätz­li­che Ab­ga­ben an den Staat leis­ten müs­sen. Nicht nur Ver­sor­ger, auch en­er­gie­in­ten­si­ve In­dus­trie­kon­zer­ne sind be­trof­fen, was sich in der schwa­chen Ten­denz von Thys­senK­rupp (–4,4% auf 23.45 €) nie­der­schlug. Für Skep­sis hat aus­ser­dem Salz­git­ter ge­sorgt: Nach Mo­na­ten mit Zu­wachs sei der Auf­trags­ein­gang der Stahl­spar­te im April und Mai wie­der ge­sun­ken, sag­te CEO Wolf­gang Lee­se am Di­ens­tag auf der Ak­tio­närs­ver­samm­lung. Zu­dem sei für das drit­te Quar­tal mit ei­ner wei­te­ren Preis­run­de in Roh­stof­fen zu rech­nen. In der Stahl­spar­te sei ein aus­ge­gli­che­nes Er­geb­nis im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr «noch er­reich­bar, aber eher un­wahr­schein­lich», sag­te Lee­se. Die Ak­ti­en, die wie er­war­tet bald in den MDax ab­stei­gen müs­sen, ver­lo­ren 2,4% auf 48.64 €.

We­gen der ge­plan­ten Luft­ver­kehrs­ab­ga­be ver­lo­ren Luft­han­sa 2,6% auf 10.52 €, TUI ga­ben 6,4% auf 6.82 € nach und Air Berlin 3,4% auf 3.43 €. Fra­port ga­ben 1,5% auf 34.40 € nach.

Im Ver­si­che­rungs­seg­ment mach­ten sich Nach­rich­ten be­merk­bar, wo­nach das Erd­be­ben in Chi­le die Bran­che mehr kos­ten wer­de als an­ge­nom­men. Die Mün­che­ner Rück (Ak­ti­en –0,8% auf 100.65 €) rech­net mit ei­nem Markt­scha­den von 8 Mrd.$ und für sich mit ei­ner Be­las­tung vor Steu­ern von 1 Mrd. $. Bis­her wa­ren es deut­lich we­ni­ger. Al­li­anz (–1,1% auf 78.68 €) hiel­ten sich aber nicht bes­ser, wie auch Deut­sche Bank (–1,8% auf 46.19 €) nicht.

Der Ge­ne­ri­ka­her­stel­ler Sta­da (+0,7% auf 29.60 €) stell­te ein Re­struk­tu­rie­rungs­pro­gramm vor, mit dem die Mar­gen und die Ef­fi­zi­enz ge­stei­gert wer­den sol­len. Der Aus­blick für das lau­fen­de Jahr wur­de be­stä­tigt, die Aus­sa­gen zu den mit­tel­fris­ti­gen Aus­sich­ten la­gen aber über den Er­war­tun­gen, schrei­ben zum Bei­spiel die Ana­lys­ten der Pri­vat­bank Merck Finck.

Für et­was Zu­ver­sicht sorg­te Daim­ler (–0,4% auf 40.24 €): Der Au­to­bau­er spürt im Au­to­mo­bil­ge­schäft gros­sen Nach­fra­ge aus dem Aus­land. Welt­weit ver­kauf­ten die Stutt­gar­ter im Mai mit fast 110 000 Stück knapp 14% mehr Pw (Mer­ce­des-Benz, Smart, AMG und May­bach) als im Vor­jah­res­mo­nat (vgl. Sei­te 26). BMW fie­len 1,1% auf 67.68 € und Volks­wa­gen Vz 1,2% auf 69.18 €. Am Mon­tag wur­de be­kannt, dass Volks­wa­gen Ge­sprä­che über ei­ne Ko­ope­ra­ti­on mit dem staat­li­chen ma­lay­si­schen Au­to­bau­er Pro­ton ab­ge­bro­chen ha­be.

Un­ge­ach­tet des welt­weit durch­zo­ge­nen bis schlech­ten Kli­mas für Bör­sen­gän­ge macht der Bau­kon­zern Bil­fin­ger Ber­ger (MDax; –3,2% auf 44.65 €) vor­wärts mit den IPO-Plä­nen für sei­ne aus­tra­li­sche Toch­ter. Die Ge­sell­schaft ( Va­le­mus) hat den Pro­spekt ein­ge­reicht, dem­zu­fol­ge der Emis­si­ons­er­lös et­wa 830 bis 940 Mio. € er­rei­chen soll. Der Emis­si­ons­preis wird am 8. Ju­li fest­ge­legt wer­den. Die Pa­pie­re des hei­mi­schen Kon­kur­ren­ten Hoch­tief gin­gen 2,6% schwä­cher mit 49.47 € aus dem Han­del.

Am Ob­li­ga­tio­nen­markt ging die Ren­di­te der zehn­jäh­ri­gen Staats­pa­pie­re von 2,58 auf 2,52% zu­rück.

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