Un­si­cher­heit be­las­tet Fi­nanz­wer­te

PARIS Ac­cor spal­tet ab – Schwa­cher Eu­ro hilft Eads – EDF we­gen Atom­steu­er ab­ge­straft

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA - GW

Die Sor­ge um ei­ne Aus­wei­tung der Schul­den­kri­se auf Ost­eu­ro­pa dämpf­te die Stim­mung an der Bör­se von Paris. Als zu­sätz­li­cher Be­las­tungs­fak­tor er­wies sich der ent­täu­schen­de US-Ar­beits­markt­be­richt vom Frei­tag. Im Wo­chen­ver­gleich sank der CAC-40-In­dex 4,4% auf 3348.

Eads klet­ter­ten 0,9% auf 16.19 €. Der Flug­zeug­bau-und Rüs­tungs­kon­zern hat in den ver­gan­ge­nen Wo­chen von der Eu­ro­schwä­che pro­fi­tiert. Be­flü­gelnd wirk­te jetzt die An­kün­di­gung des Fi­nanz­chefs Hans Pe­ter Ring, dass der Kon­zern­um­satz dank der schwa­chen eu­ro­päi­schen Ge­mein­schafts­wäh­rung 2010 bes­ser aus­fal­len wer­de als er­war­tet. Am Di­ens­tag gab der Air­bus-Mut­ter­kon­zern zu­dem die Be­stel­lung von 32 Gross­raum­flug­zeu­gen des Typs A380 durch Emi­ra­tes be­kannt.

ST Mi­cro­elec­tro­nics (+1,5% auf 6.43 €) half ein po­si­ti­ver Bran­chen­aus­blick des Markt­for­schungs­in­sti­tuts Gart­ner und so­wie Aus­sa­gen der Un­ter­neh­mens­füh­rung, dass sich der Auf­schwung der­zeit spür­bar be­merk­bar ma­che.

Au­to­bau­er Peu­geot (+0,2% auf 19.50 €) be­stä­tig­te auf sei­ner Ak­tio­närs­ver­samm­lung vom Don­ners­tag, mit der fran­zö­si­schen Re­gie­rung über ei­ne vor­zei­ti­ge Rück­zah­lung der staat­li­chen Kre­di­te in der Hö­he von 1 Mrd.€ zu ver­han­deln. Das ent­spricht ei­nem Drit­tel der Hilfs­gel­der, die der Staat Peu­geot 2009 ge­währt hat­te.

Sor­gen über die Si­tua­ti­on Un­garns be­las­te­ten Fi­nanz­wer­te wie Axa (–10,3% auf 11.94 €), De­xia (–13,3% auf 2.90 €), BNP Pa­ri­bas (–10,9% auf 40.97 €) und Cré­dit Ag­ri­co­le (–8,7% auf 7.95 €). Da­zu ka­men Ge­rüch­te, wo­nach So­cié­té Gé­né­ra­le (–12,3% auf 29.98 €) Pro­ble­me mit dem De­ri­va­te­ge­schäft ha­be. Die Gross­bank steht seit Di­ens­tag im Rah­men des Ge­richts­pro­zes­ses ge­gen Ex-Händ­ler Jé­rô­me Ker­viel im Ram­pen­licht (vgl. Sei­te 27).

Letz­te Wo­che hat in Paris ein zwei­ter Wirt­schafts­pro­zess be­gon­nen. Je­an-Ma­rie Mes­sier, Ex-Chef von Vi­ven­di (–5,7% auf 16.51 €), und wei­te­ren ehe­ma­li­gen Top­ma­na­gern des Me­di­en­kon­zerns wird Kurs­ma­ni­pu­la­ti­on und ir­re­füh­ren­de In­for­ma­ti­on der Fi­nanz­märk­te vor­ge­wor­fen.

Die Öl­ka­ta­stro­phe im Golf von Me­xi­ko zog bran­chen­na­he Ak­ti­en wie Vallourec (–8,2% auf 134.95 €), Tech­nip (–7% auf 48.16 €) und To­tal (–1,7% auf 37.33 €) nach un­ten. Der Ho­tel­kon­zern Ac­cor (–1,6% auf 38.06 €) teil­te am Di­ens­tag mit, dass er sei­ne Di­enst­leis­tungs­spar­te un­ter dem neu­en Na­men Eden­red per 2. Ju­li ab­spal­ten und an die Bör­se füh­ren will.

Ti­tel des Strom­ver­sor­gers EDF (–7,1% auf 33.43 €) ver­lo­ren in Fol­ge der ge­plan­ten Steu­er­ab­ga­be für Atom­kraft­werks­be­trei­ber in Deutsch­land. EDF hält 45% an dem deut­schen Ener­gie­ver­sor­ger EnBW. Die fran­zö­si­sche Na­tio­nal­ver­samm­lung de­bat­tiert zu­dem ge­ra­de über ein Ge­setz zur Neu­ge­stal­tung des Ener­gie­mark­tes in Frank­reich, das EDF da­zu zwin­gen könn­te, bis zu 25% sei­nes Atom­stroms an Kon­kur­ren­ten ab­tre­ten zu müs­sen.

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