De­fen­si­ve be­vor­zugt

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Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA - VN

Sor­gen um ein Über­grei­fen der Schul­den­kri­se auf Un­garn und schwa­che Vor­ga­ben aus Über­see be­scher­ten dem DJ Sto­xx 50 (seit Frei­tag –1,6% auf 2338,5) ei­nen schwa­chen Start in die neue Han­dels­wo­che. Am Di­ens­tag konn­ten sich die zeit­wei­sen Er­ho­lungs­ten­den­zen nicht ge­gen die Ner­vo­si­tät der An­le­ger durch­set­zen. Die­se zeig­ten an­ge­sichts des un­si­che­ren Markt­um­felds ei­ne Prio­ri­tät für de­fen­si­ve Wer­te, was un­ter an­de­rem den im DJ Sto­xx Ge­sund­heit (–1,4% auf 366,5) zu­sam­men­ge­fass­ten Wer­ten zu­gu­te kam. Im Ver­gleich zum Ge­samt­markt ver­zeich­ne­te die­ser Sek­tor­index eher mo­de­ra­te Kurs­ab­schlä­ge.

Di­ver­se Phar­ma­wer­te rück­ten nach dem 46. Jah­res­tref­fen der Ame­ri­can So­cie­ty of Can­cer On­co­lo­gy (AS­CO), das am Wo­che­n­en­de in Chi­ca­go ab­ge­hal­ten wor­den war, in den Fo­kus der An­le­ger. Am Mon­tag ver­teu­er­ten sich No­var­tis (Ak­ti­en –1,1% auf 51.95 Fr.) leicht, nach­dem der Phar­ma­kon­zern an der Krebs­for­scher­ta­gung er­folg­rei­che Stu­di­en­da­ten zu sei­nen Me­di­ka­men­ten «Zo­me­ta» und «Afi­ni­tor» prä­sen­tiert hat­te. Auch Ro­che (–2,7% auf 157.60 Fr.) stell­te po­si­ti­ve Stu­di­en­er­geb­nis­se vor, gros­se Über­ra­schun­gen sind ge­mäss Be­ob­ach­tern aber aus­ge­blie­ben. Der Me­di­zin­tech­ni­kkon­zern Carl Zeiss Me­di­tec (–1,2% auf 11.34 €) mel­de­te in­des Fort­schrit­te in der Strah­len­the­ra­pie von Brust­krebs. Stu­di­en­er­geb­nis­sen zu­fol­ge kann ei­ne Ein­mal­be­strah­lung mit dem Sys­tem «In­tra­beam» Brust­krebs­pa­ti­en­tin­nen im Früh­sta­di­um ge­nau­so hel­fen wie ei­ne her­kömm­li­che, mehr­wö­chi­ge Strah­len­the­ra­pie. An der Bör­se wur­de die Nach­richt gut auf­ge­nom­men. Auch An­ti­so­ma (+6,7% auf 7p) ver­dank­ten ih­ren Kurs­sprung (23%) vom Mon­tag po­si­ti­ven Stu­di­en­re­sul­ta­ten, die das bri­ti­sche Un­ter­neh­men am Wo­che­n­en­de in Chi­ca­go vor­ge­stellt hat­te. Uni­credit hob das Kurs­ziel der Ti­tel von 3 auf 3.80 € an.

Zu den Ge­win­nern im Bran­chen­in­dex ge­hör­ten Sta­da (+0,4% auf 29.53 €). Der Ge­ne­ri­ka­her­stel­ler teil­te am Mon­tag mit, sei­nen Ge­winn bis 2014 auf rund 215 Mio. € mehr als ver­dop­peln zu wol­len. Da­zu bei­tra­gen soll ein Ef­fi­zi­enz­pro­gramm, wel­ches un­ter an­de­rem die Schlies­sung von Pro­duk­ti­ons­stät­ten und die Ab­spal­tung ein­zel­ner Ge­schäfts­spar­ten vor­sieht. Bis 2013 sol­len rund 800 der 8000 Stel­len im Kon­zern ge­stri­chen wer­den. Die Ana­lys­ten von Na­ti­xis stuf­ten ih­re Be­wer­tung für Sta­da von «Neu­tral» auf «Kau­fen» hoch. Die Ge­rüch­te, wo­nach sich Sta­da im Über­nah­me­fo­kus von Sa­no­fi-Aven­tis (–2,1% auf 47.91 €) be­fin­den soll, be­zeich­ne­te das deut­sche Ma­ga­zin «Wirt­schafts­wo­che» un­ter Be­ru­fung auf Sa­no­fi-CEO Chris­to­pher Vieh­ba­cher als falsch. So soll die­ser ge­sagt ha­ben, Sa­no­fi pla­ne wei­te­re Zu­käu­fe, in­ter­es­sie­re sich aber nicht für den Ge­ne­ri­ka­her­stel­ler.

Grifols (–4,8% auf 8.82 €) ran­gier­ten als Bran­chen­ver­lie­rer. Der spa­ni­sche Ge­sund­heits-und Phar­ma­kon­zern über­nimmt für rund 4 Mrd.€ die Phar­ma­gesell­schaft Tale­cris Bio­the­ra­peu­tics (vgl. Sei­te 26). Wei­te­re Ge­sund­heits­wer­te wie die Pa­pie­re der Spi­tal­be­trei­ber Fre­se­ni­us Me­di­cal Ca­re (–1,8% auf 52.68 €) und RhönK­li­ni­kum (–3,1% auf 18.24 €) ver­buch­ten zwar Ver­lus­te, al­ler­dings deut­lich ge­rin­ge­re als der Ge­samt­markt.

Sto­xx-50-Ge­win­ner/-Ver­lie­rer

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