Ex­port lei­det un­ter Eu­ro­schwä­che

TOKIO Nach gröss­tem Ta­ges­ver­lust seit 14 Mo­na­ten auf­ge­fan­gen – Gross­auf­trag für Hit­a­chi wa­ckelt

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - DA­NI­EL ZBIN­DEN

Nach den mi­se­ra­blen Ent­wick­lun­gen an den Welt­bör­sen vom Frei­tag, her­vor­ge­ru­fen durch schlech­te Wirt­schafts­zah­len in Ame­ri­ka und Über­schul­dungs­ängs­te in Eu­ro­pa (Stich­wort Un­garn), war die Stim­mung auch an Ja­pans Bör­se gars­tig. Bei­de Bench­mark-In­di­zes er­öff­ne­ten am Mon­tag mit ei­nem Mi­nus von rund 2% und konn­ten sich wäh­ren des Ta­ges nicht er­ho­len. Der schwa­che Eu­ro und tiefere Roh­stoff­prei­se ta­ten das Ih­re da­zu. Zum Ta­ges­schluss muss­te der Nik­kei-225-In­dex ei­nen Ab­schlag von 3,8% auf 9520,8 hin­neh­men. Der To­pix-In­dex ver­bil­lig­te sich 3,5% auf 859,21. Das Vo­lu­men war ge­gen­über dem Vor­tag mit 2 Mrd. Ak­ti­en 14% hö­her als zum Wo­chen­schluss.

Der Yen fes­tig­te sich auf 108.08 ge­gen den Eu­ro, ver­gli­chen mit 112.88 zum Bör­sen­schluss am Frei­tag. Das war der tiefs­te Preis seit No­vem­ber 2001. Auch der Dol­lar war schwä­cher und kos­te­te am Mon­tag noch 90.98 Yen, nach 92.69 am Frei­tag.

Es er­staunt des­halb kaum, dass die klas­si­schen Ex­port­wer­te un­ter Druck ka­men. Canon, die Ti­tel des welt­weit gröss­ten Her­stel­lers von Di­gi­tal­ka­me­ras, der Eu­ro­pa als gröss­tes Markt­seg­ment gel­tend macht, fie­len 5,3% auf 3675 Yen. So­ny (Aus­lan­d­um­satz rund 71%) ver­bil­lig­ten sich 4,8% auf 2639 Yen und hat­ten so­mit seit dem Höchst von Mit­te März rund 30% ein­ge­büsst. Fa­nuc (In­dus­trie­ro­bo­ter, Eu­ro­pa­um­satz rund 15%) gin­gen 5,8% tie­fer auf 9320 Yen aus dem Markt.

Mit die­sen Wech­sel­kur­sen lit­ten na­tür­lich auch die Au­to­mo­bil­her­stel­ler. To­yo­ta ver­lo­ren 4% auf 3210 Yen, den tiefs­ten Wert seit März 2009, und wa­ren da­mit der gröss­te Ver­lie­rer im To­pix-In­dex. Hon­da Mo­tor (rund 80% des Kon­zern­um­sat­zes in Über­see) san­ken 4,6% auf 2696 Yen.

An den Roh­stoff­bör­sen in Eu­ro­pa und Ame­ri­ka wa­ren zu­vor durchs Band tiefere Prei­se zu be­ob­ach­ten ge­we­sen. Dem­zu­fol­ge fie­len JX Hol­dings, die Ti­tel von Ja­pans gröss­ter Öl­raf­fi­ne­rie, 7,7% auf 468 Yen. In­pex ( Ja­pans gröss­ter Öl­för­de­rer) und die Ak­ti­en des klei­ne­ren Ri­va­len Ja­pan Pe­tro­le­um Ex­plo­ra­ti­on er­lit­ten Kurs­rück­schlä­ge von 6,2 resp. 4,2%.

Schlech­te Neu­ig­kei­ten gab es für Hit­a­chi. Ge­mäss der «Asahi»-Zei­tung könn­te das Un­ter­neh­men ei­nen Auf­trag von 1 Bio. Yen (11 Mrd.$) zur Lie­fe­rung von In­ter­ci­ty­Zü­gen an Bri­tish Rail ver­lie­ren. Der zu­stän­di­ge Mi­nis­ter in Gross­bri­tan­ni­en hat­te be­kannt­ge­ge­ben, dass er im Rah­men der Spar­mass­nah­men des Lan­des die In­ves­ti­ti­on noch ein­mal über­prü­fe. Hit­a­chi wur­den um 7% auf 345 Yen zu­rück­ge­stuft.

Am Di­ens­tag schlos­sen Ja­pans Bör­sen un­ein­heit­lich. Der Nik­kei-225-In­dex ging mit ei­nem leich­ten Plus von 0,2% auf 9537,94 aus dem Han­del und er­hol­te sich da­mit von sei­nen kräf­ti­gen Vor­ta­ges­ver­lus­ten. Der brei­te­re To­pix gab hin­ge­gen we­gen schwä­che­rer Kur­se im Ban­ken­und Ver­si­che­rungs­sek­tor um 0,1% auf 858,33 ge­ring­fü­gig nach. Nach­dem der Nik­kei am Vor­tag noch den gröss­ten Ta­ges­ver­lust seit vier­zehn Mo­na­ten hin­neh­men muss­te, ha­ben Schnäpp­chen­jä­ger wie­der ge­kauft. Zu­dem hat der Leit­in­dex wich­ti­ge Un­ter­stüt­zun­gen (RSI, Tora­kuIn­dex) ge­hal­ten und sich von ih­nen nach oben ab­ge­setzt. Ei­ni­ge Markt­be­ob­ach­ter wa­ren auch der Mei­nung, dass Pen­si­ons­kas­sen die schwa­che Markt­ver­fas­sung für Zu­käu­fe ge­nutzt ha­ben.

Nun, trotz den leicht bes­se­ren Schluss­kur­sen er­öff­ne­ten bei­de In­di­zes im Mi­nus, und es wa­ren am Han­dels­en­de im­mer noch 20 der 33 To­pix-Sek­to­ren, die im Mi­nus blie­ben. Ge­win­ner wa­ren die Tele­com­ak­ti­en, die von Soft­bank (+2,3% auf 2247 Yen) pro­fi­tier­ten. Die Ti­tel stan­den im Licht des neu­en iPho­ne von App­le, das Soft­bank in Ja­pan über ei­ne Toch­ter ver­kau­fen wird (zu App­le vgl. Sei­te 26).

Nach ei­nem Kom­men­tar von Fe­dChair­man Ben S. Bernan­ke, dass sich die US-Wirt­schaft in ei­ner mäs­si­gen Er­ho­lung be­fin­de und die Kon­su­men­ten lang­sam zu­rück­kä­men, wa­ren auch der Dol­lar (91.40) und der Eu­ro (108.85) zum Yen wi­der leicht fes­ter.

Die zehn­jäh­ri­gen Staats­an­lei­hen mit Ver­fall Ju­ni 2020 gin­gen mit ei­ner Ren­di­te von 1,215% aus dem Markt.

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