Neu­er Öl­fund von Pe­tro­bras

LATEIN­AME­RI­KA

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - SB,

An den gros­sen la­tein­ame­ri­ka­ni­schen Ak­ti­en­märk­ten geht nach wie vor die Sor­ge we­gen der eu­ro­päi­schen Fi­nanz­kri­se um, was die Kur­se an ein­zel­nen Han­dels­ta­gen deut­lich ins Mi­nus drück­te. Meh­re­re er­freu­li­che Nach­rich­ten hell­ten die Stim­mung der In­ves­to­ren je­doch auf. So geht bei­spiels­wei­se die Welt­bank da­von aus, dass die Wirt­schafts­leis­tung der la­tein­ame­ri­ka­ni­schen Län­der im lau­fen­den Jahr um 4,5% wach­sen wird. Noch im Vor­mo­nat hat­ten die Ex­per­ten ein Wachs­tum um 4% pro­gnos­ti­ziert. Die Lo­ko­mo­ti­ven dürf­ten Bra­si­li­en mit über 6% und Pe­ru mit na­he­zu 6% Wachs­tum im Brut­to­in­land­pro­dukt (BIP) sein. Aber auch das me­xi­ka­ni­sche BIP, das 2009 noch ei­nen Ein­bruch von 6,5% er­lit­ten hat­te, wird wie­der um 4,5 bis 5% zu­neh­men. Am Mon­tag schloss der me­xi­ka­ni­sche IPC-In­dex auf 30739, wo­mit er im Zwei­wo­chen­ver­gleich sta­bil blieb. Der Bo­ve­s­pa-In­dex in São Pau­lo er­ziel­te mit 61183 Punk­ten ein Plus von 2,1%, wäh­rend der chi­le­ni­sche Ip­sa eben­falls um gut 2% auf 3861 Ein­hei­ten zu­leg­te. Zu glän­zen ver­moch­te hin­ge­gen der ar­gen­ti­ni­sche Mer­val-In­dex, der auf 2169 klet­ter­te und im Be­richts­zeit­raum 5,2% ge­wann.

Gru­po Méxi­co ge­sucht

Dank stei­gen­der Bin­nen­nach­fra­ge sind un­ter den me­xi­ka­ni­schen Va­lo­ren be­son­ders je­ne der Bau­un­ter­neh­men, der Ge­trän­ke­her­stel­ler und der De­tail­händ­ler für lang­fris­tig ori­en­tier­te In­ves­to­ren at­trak­tiv. Die Ana­lys­ten der zum US-Fi­nanz­rie­sen Ci­ti­group ge­hö­ren­den me­xi­ka­ni­schen Bank Ba­namex emp­fah­len die Wer­te der De­tail­han­dels­ket­te So­ria­na zum Kauf, wäh­rend sie je­ne des Kon­kur­ren­ten Wal­mart de Méxi­co (Wal-Mex) mit «Hal­ten» ein­stuf­ten. So­ria­na sei­en mo­men­tan im Bran­chen­ver­gleich güns­tig be­wer­tet und wür­den des­halb über ein at­trak­ti­ve­res Kur­s­po­ten­zi­al ver­fü­gen. Aus­ser­dem plant das Un­ter­neh­men im lau­fen­den Jahr, hun­dert neue Fi­lia­len zu er­öff­nen. Im Zwei­wo­chen­ver­gleich ver­lo­ren die Pa­pie­re al­ler­dings knapp 7%. Der Um­satz des Kon­kur­ren­ten Wal-Mex (–0,9%) ist im Mai um 5,4% ge­stie­gen, was die Ana­lys­ten po­si­tiv über­rascht hat. Die spa­ni­sche Bank Santan­der leg­te das Kurs­ziel für die Ti­tel des Berg­bau­un­ter­neh­mens Gru­po Méxi­co per En­de 2011 auf 44.80 Pe­sos fest; dies ent­sprä­che ei­nem Ge­winn­po­ten­zi­al von knapp 60%. Die Ana­lys­ten ge­hen von stei­gen­den Kup­fer­prei­sen so­wie ei­ner an­zie­hen­den Nach­fra­ge am Welt­markt aus.

Kampf um Vi­vo

In Bra­si­li­en ist die Ar­beits­lo­sen­quo­te auf 7,3% ge­fal­len, wäh­rend die Wäh­rungs­re­ser­ven ei­nen neu­en his­to­ri­schen Höchst­stand er­reich­ten. Nach­dem der Bo­ve­s­pa in jüngs­ter Zeit un­ter der eu­ro­päi­schen Schul­den­kri­se ge­lit­ten hat, sind die bra­si­lia­ni­schen Blue Chips laut ei­nem Be­richt von J. P. Mor­gan für In­ves­to­ren mit län­ger­fris­ti­gem Ho­ri­zont in­ter­es­sant – dies um­so mehr, als die Hälf­te der ko­tier­ten Un­ter­neh­men im ers­ten Jah­res­quar­tal bes­se­re Re­sul­ta­te er­ziel­te, als es die Ana­lys­ten er­war­tet hat­ten. Ge­gen­wär­tig ver­sucht das spa­ni­sche Tele­com­un­ter­neh­men Te­le­fó­ni­ca, sei­ne Stel­lung auf dem bra­si­lia­ni­schen Markt zu ver­bes­sern, wes­halb es die von Por­tu­gal Tele­com ge­hal­te­nen An­tei­le der bra­si­lia­ni­schen Vi­vo über­neh­men will. Das ver­half den Pa­pie­ren zu ei­nem Plus von gut 3%. Um ins­ge­samt na­he­zu 9% ver­moch­ten die Ti­tel von Pe­tro­bras zu­zu­le­gen, nach­dem der zur Mehr­heit in Staats­be­sitz ste­hen­de Erd­öl­kon­zern im Cam­pos-Be­cken vor der Küs­te Bra­si­li­ens ei­nen neu­en Erd­öl­fund ver­mel­den konn­te. In Bu­e­nos Ai­res pro­fi­tier­ten die Ban­ken­ti­tel vom Plan der Re­gie­rung, in­ter­na­tio­na­le Ver­bind­lich­kei­ten im Um­fang von 18,3 Mrd.$ zu­rück­zu­zah­len, die auf den Staats­bank­rott des Jah­res 2001 zu­rück­ge­hen. Die Wer­te des Gru­po Fi­nan­cie­ro Ga­li­cia ge­wan­nen 8,4%, je­ne des Ban­co Fran­cés leg­ten gar 19% zu. Die Pa­pie­re des in­ner­halb des chi­le­ni­schen Ip­sa schwer­ge­wich­tigst ver­tre­te­nen In­dus­trie­kon­glo­me­rats Co­pec leg­ten um ins­ge­samt 2,2% zu.

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