«Kein Grund zu Fu­si­on Oer­li­kon-Sul­zer»

Vic­tor Vek­sel­berg be­hält Kon­trol­le an OC Oer­li­kon – Ge­sprä­che mit Ron­ny Pe­cik

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - CG,

OC Oer­li­kon steht wie­der auf den Bei­nen. Nach ei­ner kom­pli­zier­ten Re­fi­nan­zie­rung wer­den die neu­en Ak­ti­en des In­dus­trie­kon­zerns am Mitt­woch erst­mals ge­han­delt. Gross­ak­tio­när Vic­tor Vek­sel­berg hat die Kon­trol­le nicht aus der Hand ge­ge­ben. Ge­mäss dem letz­ten ge­mel­de­ten Stand be­läuft sich sein An­teil nach der Trans­ak­ti­on auf noch knapp 40% al­ler Ti­tel, wäh­rend die Grup­pe der Kre­dit­ge­ber auf rund ein Fünf­tel kommt.

Ob­schon das Über­le­ben von OC Oer­li­kon vo­r­erst ge­si­chert ist, kann sich der Olig­arch nicht rich­tig freu­en. Er hat mit sei­nem In­vest­ment viel Geld ver­lo­ren und sieht sich mit 40 Mio. Fr. Bus­se kon­fron­tiert, die ihm das EFD we­gen Ver­let­zung der Mel­de­pflicht auf­brum­men will. Er ha­be des­we­gen ver­sucht, mit Fi­nanz­mi­nis­ter Han­sRu­dolf Merz Kon­takt auf­zu­neh­men, al­ler- dings oh­ne Er­folg, sag­te Vek­sel­berg wäh­rend ei­nes von OC Oer­li­kon or­ga­ni­sier­ten Me­di­en­ge­sprächs in Mos­kau. «Das ver­är­gert mich et­was, denn ich ha­be ihm di­ver­se Brie­fe ge­schrie­ben und ihn mehr­fach um ein Tref­fen ge­be­ten», füg­te er hin­zu. Zu Fra­gen, ob Er­schwer­nis­se für Schwei­zer Ge­sell­schaf­ten in Russ­land (z. B. Nest­lé oder Swiss) mit der Bus­se zu­sam­men­hän­gen, woll­te Vek­sel­berg nicht Stel­lung neh­men. Be­kannt ist aber, dass er bis in die höchs­ten Re­gie­rungs­äm­ter Russ­lands ver­netzt ist und ihm erst im März von Prä­si­dent Med­we­dew die Ver­ant­wor­tung zum Bau des In­no­va­tions-Clus­ters Skolk­o­vo un­weit der Haupt­stadt über­tra­gen wur­de.

Deut­lich bes­ser als Oer­li­kon hat sich Vek­sel­bergs In­vest­ment in Sul­zer ent­wi­ckelt. Ver­gli­chen mit Chi­na nimmt ihm die In­dus­trie­grup­pe je­doch zu we­nig Ri­si­ko in Russ­land: «Sul­zer ist sta­bil, aber sehr lang­sam, was mich über­rascht.» Das um­so mehr, als der rus­si­sche Öl-und Gas­markt für Pum­pen oder Tur­bi­nen von Sul­zer rie­sig sei und mit Hil­fe staat­li­cher Pro­gram­me mo­der­ni­siert wer­de. Nicht zu ver­ges­sen ist, dass Re­no­va mit der 12,5%-Be­tei­li­gung am Ge­mein­schafts­un­ter­neh­men TNK-BP ei­ne wich­ti­ge Rol­le spielt. Kei­nen Grund sieht Vek­sel­berg ge­gen­wär­tig für ei­ne Fu­si­on von OC Oer­li­kon und Sul­zer: «Ist ein Zu­sam­men­schluss aus un­ter­neh­me­ri­scher Sicht sinn­voll, wer­den wir das den Ak­tio­nä­ren bei­der Un­ter­neh­men vor­schla­gen. Der­zeit se­hen wir da­für aber kei­nen Grund.»

Wei­te­re Ve­rän­de­run­gen könn­te es aber im Oer­li­kon-Ak­tio­na­ri­at ge­ben, denn noch bil­den Re­no­va und der Ös­ter­rei­cher Ron­ny Pe­cik of­fi­zi­ell ei­ne Grup­pe. «Wir dis­ku­tie­ren sehr in­ten­siv über die­ses The­ma», sag­te Vek­sel­berg da­zu und strich Un­ter­schie­de in der An­la­ge­phi­lo­so­phie her­aus. Re­no­va agie­re als in­dus­tri­el­ler In­ves­tor, wäh­rend die Part­ner aus Ös­ter­reich aus der Fi­nanz­sze­ne mit spe­ku­la­ti­ven Ak­ti­vi­tä­ten kä­men. Ob er Pe­cik in den letz­ten Wo­chen Ak­ti­en ab­ge­kauft ha­be, woll­te Vek­sel­berg nicht be­ant­wor­ten.

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