Schul­thess birgt kaum Über­ra­schungs­po­ten­zi­al

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - EB

2010 wird für Schul­thess zum Über­gangs­jahr. Der Um­bau der Spar­te Käl­te­tech­nik ver­ur­sacht Son­der­kos­ten, und der Ab­satz von Wär­me­pum­pen harzt in wich­ti­gen Märk­ten wei­ter­hin (vgl. In­ter­view). Als so­li­des Stand­bein er­weist sich das in ers­ter Li­ne auf die Schweiz kon­zen­trier­te Ge­schäft mit Wasch­ma­schi­nen.

Vor­an kommt die Ver­klei­ne­rung des Pro­blem­be­reichs Käl­te­tech­nik. «Der Um­bau läuft nach Plan und wird bis No­vem­ber ab­ge­schlos­sen sein», sagt CEO Werner Kar­len. Schul­thess will sich in die­ser Spar­te auf den Ge­rä­te­bau kon­zen­trie­ren und ver­legt die Pro­duk­ti­on ins deut­sche Ka­sen­dorf, wo be­reits die Wär­me­pum­pen ge­fer­tigt wer­den. Das Pro­jekt­ge­schäft mit Kühl­an­la­gen wird bis auf ei­nen klei­nen Teil auf­ge­ge­ben. Kar­len rech­net we­gen der Re­struk­tu­rie­rung für das lau­fen­de Jahr mit Kos­ten im ein­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­reich und we­gen der Schrump­fung des An­la­gen­ge­schäfts schon auf ope­ra­ti­ver Stu­fe mit ei­nem Ver­lust im Käl­te­be­reich. Bes­ser lau­fen die Wasch­ma­schi­nen und Tum­bler von Schul­thess. «Der Be­reich Wasch­tech­nik ent­wi­ckelt sich sehr so­li­de. Wir kön­nen jetzt schon sa­gen, dass wir für En­de Jahr ein gu­tes Er­geb­nis er­war­ten kön­nen», kom­men­tiert Kar­len. Der Schwei­zer Bau­markt ent­wick­le sich wei­ter­hin er­freu­lich.

Auch Wär­me­pum­pen, die sich in den letz­ten Jah­ren zum gröss­ten Um­satz­brin­ger des Un­ter­neh­mens ge­mau­sert ha­ben, sind in der Schweiz er­folg­reich. Im wich­tigs­ten Markt Deutsch­land bleibt die Nach­fra­ge al­ler­dings flau. 2009 ging der Um­satz des zu­vor wachs­tums­star­ken Be­reichs Wär­me­tech­nik ins­ge­samt 9% zu­rück. Der Preis­druck steigt zu­dem. Im Boom­jahr 2008 ha­ben vie­le Her­stel­ler ih­re Ka­pa­zi­tä­ten er­höht, und die sind nun nicht voll aus­ge­las­tet. Schul­thess rech­net erst für 2011 wie­der mit ei­nem bes­se­ren Um­feld. Weil auch gros­se Kon­zer­ne wie Bosch im Ge­schäft mit­mi­schen, wächst der Druck, auch durch Ak­qui­si­tio­nen zu wach­sen. Sonst droht das Un­ter­neh­men ins Hin­ter­tref­fen zu ge­ra­ten. Ei­ne Lö­sung die­ses Pro­blems zeich­net sich aber noch nicht ab. Fi­nan­zi­ell wä­re Schul­thess zwar für Über­nah­men ge­rüs­tet, doch sind der­zeit of­fen­bar kei­ne sinn­vol­len Schrit­te mög­lich.

Po­si­ti­ve Über­ra­schun­gen sind für Schul­thess nicht zu er­war­ten. Das Ge­schäft ver­läuft über al­les ge­se­hen seit An­fang Jahr ge­mäss den kon­ser­va­ti­ven Pro­gno­sen. Um­satz und Ge­winn sol­len 2010 auf Vor­jah­res­ni­veau ver­har­ren. «Das Um­feld ent­wi­ckelt sich in et­wa im Rah­men der Er­war­tun­gen. Un­se­re Um­satz­zie­le für das Ge­samt­jahr kön­nen wir wei­ter­hin er­rei­chen», so Un­ter­neh­mens­lei­ter Kar­len. Die Va­lo­ren ha­ben sich seit Jah­res­an­fang klar un­ter­durch­schnitt­lich ent­wi­ckelt. Aus­lö­ser für stei­gen­de Ak­ti­en­kur­se sind bis auf wei­te­res kei­ne aus­zu­ma­chen. Der Ein­stieg in die Va­lo­ren Schul­thess drängt sich mit Blick auf die Un­si­cher­hei­ten nicht auf, mit ei­nem Ver­kauf kann aber zu­ge­war­tet wer­den.

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